Super Tuesday Nur Florida oder Hillary Clinton können Donald Trump noch stoppen

Donald Trump ist der große Gewinner der republikanischen Vorwahlen am Super Tuesday. Seine Nominierung wird damit wahrscheinlicher – es sei denn, in Florida kippt die Stimmung.

Diese Kandidaten wollen 2016 ins Weiße Haus
Donald Trump Quelle: REUTERS
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John KasichOhio, der Heimatstaat des 63-Jährigen, gilt als entscheidend für die US-Wahlen. Kein Republikaner ist je  US-Präsident geworden, ohne  den Staat zu gewinnen. Kasich gehört zur Fraktion der gemäßigten Republikaner und holte in New Hampshire überraschend den zweiten Platz hinter Donald Trump. Quelle: REUTERS
Rick Santorum Quelle: AP
Hillary Clinton Quelle: AP
Bernie Sanders Quelle: REUTERS
Martin O'Malley Quelle: AP
Michael BloombergDer frühere Bürgermeister von New York City spielt mit dem Gedanken als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl anzutreten. Falls die Republikaner den Exzentriker Trump und die Demokraten den Linken Sanders ins Rennen schicken würden, räumt sich der 73-Jährige gute Chancen ein. Quelle: AP

Blonde Föhnfrisur, grimmiger Blick, drohender rechter Zeigefinger: Sieht so der nächste US-Präsident aus? Die Wahrscheinlichkeit, dass Donald Trump - der boshafte Provokateur - der mächtigste Mann der Welt wird, ist sprunghaft gestiegen. Am Super Tuesday wählten gleich elf Bundesstaaten in den Vorwahlen ihren Favoriten. Sieben Mal gewann Donald Trump.

Selbst in den Staaten, die er nicht gewinnen konnte, hat Trump gut abgeschnitten und eine signifikante Nummer von Delegierten gewonnen. In Texas, aufgrund seiner Bevölkerungsgröße und der dementsprechend hohen Anzahl an Delegierten einer der wichtigsten Vorwahl-Staaten, siegte Trump-Rivale Ted Cruz. Für den Senator von Texas wäre alles andere als ein Sieg eine Katastrophe – und vielleicht gar das Aus – gewesen.

Cruz siegte mit knapp zehn Prozentpunkten Vorsprung, in Oklahoma mit 5,9 Prozentpunkten Vorsprung. In allen anderen Süd-Staaten, die am Dienstag wählten, gewann Trump – zum Teil mit über 20 Prozent Vorsprung.

Der Sieger des „Super Tuesday“ heißt auf Seiten der Republikaner eindeutig Donald Trump. Dementsprechend gut war die Stimmung auf der Wahlparty in Florida. „Ich bin so stolz“, jubelte Trump. Er habe bewiesen, dass er der geeignete Kandidat sei – und das Wählerpotenzial der Republikaner vergrößern könne. „Schauen Sie sich die Ergebnisse an. Deutlich mehr Menschen haben an den Vorwahlen teilgenommen als vor vier oder acht Jahren. Wir haben die Partei erweitert“, so Trump. Er sei jemand, der die Republikaner zusammenbringen werde.

Partei nennt Nominierung Trumps eine „Katastrophe“

Einzig: Die Parteiführung sieht das komplett anders. Gemäßigte, progressive Republikaner in Washington, D.C., halten eine Nominierung Trumps schlicht für eine „Katastrophe“. Bisher ruhten ihre Hoffnungen auf den Senator von Florida, Marco Rubio. Er gilt ihnen als konservativ genug, um die Protestwähler einzusammeln, ist er doch für den Waffenbesitz, für eine starke militärische Rolle der USA in der Welt – und gegen Obamacare, die in rechten Kreisen so ungeliebte Krankenversicherung. Gleichzeitig ist Rubio aber politikerfahren und gemäßigt genug, um Stimmen der Mitte einzusammeln, glauben führende Republikaner aus der Hauptstadt Washington D.C.

Das Problem: Rubio kommt beim Wähler nicht an. Der Wahl-Dienstag lief für Marco Rubio, den Favoriten der Parteiführung, alles andere als super. Einzig in Minnesota konnte Rubio siegen, sein erster Vorwahlsieg überhaupt. In vielen Bundesstaaten landete Rubio hinter Trump und Cruz nur auf dem dritten Platz. In Texas etwa reichte es für Rubio nicht einmal für 20 Prozent der Stimmen. Von dem Ausscheiden Jeb Bushs hat er weit weniger profitiert, als erhofft. Die Zukunft seiner Kandidatur entscheidet sich in zwei Wochen. Dann kommt es zum Showdown in Florida.

Eigentlich richten sich erst bei der Hauptwahl die Augen auf den sonnenverwöhnten „sunshine state“. Florida gilt als hart umkämpft, mal gewinnen hier die Demokraten, mal die Republikaner. Es ist ein Schmelztiegel, mit vielen Afro-Amerikanern und Hispanics, aber auch Wohnort vieler wohlhabender, konservativer, weißer Rentner.

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