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Superreiche Warum die Zahl der chinesischen Milliardäre so rasant steigt

Vom boomenden Aktienmarkt profitierte keiner mehr als der 66-Jährige Zhong Shanshan, der Jack Ma (48,4 Milliarden Dollar) als reichsten Mann des Landes abgelöst hat. Quelle: imago images

In China ist die Zahl der Milliardäre im vergangenen Jahr so schnell gestiegen wie nirgendwo sonst. Chinas neuer reichster Mann hat sein Vermögen mit Mineralwasser gemacht. Zwei Neulinge wurden mit E-Zigaretten reich.

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Während die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr wegen der Covid-Pandemie einen schweren Absturz erlitten hat, ist die Zahl der Superreichen rasant gestiegen. Dieser Trend, den in dieser Woche das neue Forbes-Milliardärs-Ranking zu Tage gefördert hat, fällt am aller deutlichsten in China aus. Binnen einen Jahres hat die Volksrepublik 202 neue Milliardäre gewonnen, womit ihre Zahl dort um gut ein Drittel auf 626 angestiegen ist.

Rechnet man die Sonderverwaltungsregionen Hongkong (71 Milliardäre) und Macao (ein Milliardär) hinzu, gab es in China mit 698 Milliardären im vergangenen Jahr sogar mehr Superreiche als in den USA.

Wichtigster Treiber der neuen Milliardärs-Welle ist die Aktien-Hausse in China, die dort noch ausgeprägter ausfiel, als an den meisten internationalen Handelsplätzen. Während die Börse in Shanghai im vergangenen Jahr um 28 Prozent zulegte, schaffte der Leitindex im chinesischen Tech-Mekka Shenzhen sogar ein Plus von 43 Prozent.

Vom boomenden Aktienmarkt profitierte keiner mehr als der 66-Jährige Zhong Shanshan, der Jack Ma (48,4 Milliarden Dollar) als reichsten Mann des Landes abgelöst hat. Während Ma mit einem Regierungs-Crackdown gegen den von ihm gegründeten Internet-Riesen Alibaba zu kämpfen hatte, brachte der genau wie Ma aus der ostchinesischen Stadt Hangzhou stammende Zhong gleich zwei seiner Firmen an die Börse und strich damit Milliarden ein. Zuerst wurde in April sein Pharma-Konzern Wantai Biological gelistet, dann folgte im September mit Nongfu Spring der größte Mineralwasser-Hersteller des Landes, der ebenfalls von Zhong gegründet wurde.

Die Quellen für das von Forbes auf 68,9 Milliarden Dollar angegebene Vermögen von Zhong haben also wie sonst in China oft üblich nichts mit einem riesigen Tech- oder Immobilienimperium zu tun.



Ebenfalls an Jack Ma im Forbes-Ranking vorbeigezogen sind zwei seiner ärgsten Konkurrenten. Pony Ma (65,8 Milliarden), Gründer des Tech-Giganten Tencent, landete direkt hinter Spitzenreiter Zhong auf dem zweiten Platz. Colin Zheng Huang (55,3 Milliarden), dessen junger Online-Händler Pinduoduo kürzlich erstmals mehr Nutzer verzeichnete als Alibaba, belegte direkt vor Ma den dritten Platz.
Auch der Blick auf die gewichtigsten Newcomer im Forbes-Ranking lässt interessante Rückschlüsse zu. Ganz vorne vertreten ist dort Chen Zhiping, dessen Vermögen im vergangenen Jahr nicht nur erstmals die Milliarden-Marke überstiegen hat, sondern direkt auf 15,9 Milliarden Dollar katapultiert wurde. Der 45-Jährige ist Gründer des weltweit größten E-Zigaretten-Herstellers Smoore International, den er im vergangenen Juli an die Hongkonger Börse brachte. Auffällig: Chen ist nicht der einzige neue Milliardär Chinas, der mit E-Zigaretten reich geworden ist. Auch seine Konkurrentin Kate Wang stieg dank des Börsengangs ihrer Firma RLX Technology mit einem Vermögen von rund fünf Milliarden Dollar in den Club der chinesischen Superreichen auf.



Ebenfalls erstmals im Milliardärs-Ranking vertreten ist mit einem Vermögen von 7,1 Milliarden Dollar Li Hua, der 2007 die Finanzplattform Futu gründete. Die Aktien der in New York gehandelten Trading-Plattform legten im vergangenen Jahr um fast 1400 Prozent zu. Andere Newcomer machten ihr Vermögen mit Schnaps, Spielzeugen, Solarzellen oder Medizin-Ausrüstung.

Allein 59 der chinesischen Neulinge im Milliardärs-Ranking sprangen durch einen Börsengang auf die Liste. 30 von ihnen brachten ihre Unternehmen in China an die Börse, weitere 20 in Hongkong und neun in den USA.

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Das neue Forbes-Ranking beschert auch Peking einen stolzen Titel. Die chinesische Hauptstadt hat dank 33 neuer Milliardäre New York vom Spitzenplatz verdrängt. Während in Peking nun 100 Milliardäre leben, sind es in der US-Metropole 99. Der mit Abstand reichste Mann Pekings ist Zhang Yiming. Der Gründer der populären Video-App Tiktok hat sein Vermögen im vergangenen Jahr trotz Ärger in den USA auf 35,6 Milliarden Dollar verdoppelt.

Mehr zum Thema: Schlagabtausch in Alaska, Sanktionsschlachten zwischen Brüssel und Peking, Rache an westlichen Modekonzernen: So viel Spannung war selten zwischen den USA, der EU und China.

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