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Syrien Keine Militärhilfe für FSA-Rebellen aus den USA

Die Freie Syrische Armee hatte in der Konfrontation mit der Assad-Regierung auf die Unterstützung der USA gehofft – ein Irrtum, so die Amerikaner.

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Soldaten der von der Türkei und den USA unterstützten der Freien Syrischen Armee. Quelle: dpa

Amman Die USA haben den syrischen Rebellen im Südwesten des Landes signalisiert, dass diese nicht länger mit militärischer Unterstützung durch Amerika rechnen könnten. „Sie sollten ihre Entscheidungen nicht auf Grundlage der Erwartung einer militärischen Intervention durch uns treffen“, heißt es in einer Botschaft der US-Regierung an die Führung der Freien Syrischen Armee (FSA), die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.

Zuvor hatten die USA den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und dessen russische Verbündete gewarnt, dass eine Verletzung der Deeskalationszone im Südwesten Syriens ernsthafte Konsequenzen hätte. Die Zone war im vergangenen Jahr von Russland und den USA vereinbart worden. Zudem drohten die USA mit „entschlossenen und angemessenen Maßnahmen“.

Dies hatte bei den Rebellen offenbar die Hoffnung geweckt, dass die USA bei einer Ausweitung des seit Tagen anhaltenden Beschusses durch die Regierungstruppen eingreifen könnten. In ihrer Botschaft an die Rebellen machen die USA aber klar, die FSA müsse alleine entscheiden, wie sie auf die Offensive der Regierungstruppen reagieren sollten.

Die USA haben die FSA mit Waffenlieferungen im Wert von mehreren Millionen Dollar unterstützt und den Sold für Tausende Rebellen gezahlt. Die Hilfe lief über den Geheimdienst CIA. Präsident Donald Trump entschied im vergangenen Jahr, das Programm einzustellen.

Nach Informationen der Rebellen griffen russische Kampfflugzeuge am Wochenende die von Rebellen gehaltene Stadt Busra al-Harir nordöstlich von Deraa an. Damit kamen in der Offensive der syrischen Armee erstmals russische Flugzeuge zum Einsatz. Bislang setzten die Truppen von Präsident Assad vor allem auf Artilleriebeschuss.

Die Provinz Deraa an der Grenze zu Jordanien ist eine der letzten Regionen, die nach sieben Jahren Bürgerkrieg noch von Aufständischen kontrolliert werden. Das Gebiet grenzt auch an die von Israel annektierten Golanhöhen und ist damit für Israel von strategischer Bedeutung. Assad hat angekündigt, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen.

In Rakka, der früheren Hochburg der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS), haben die von den USA unterstützten Milizen am Sonntag eine dreitägige Ausgangssperre verhängt. IS-Kämpfer seien in die nordsyrische Stadt am Euphrat eingesickert und bereiteten eine Anschlagsserie vor, lautete die Begründung.

Die Miliz „Syrische Demokratische Streitkräfte“ (SDF) sprach von einer vorbeugenden Maßnahme. Der IS hatte 2014 ein Kalifat, einen Religionsstaat, ausgerufen und herrschte zeitweise über Millionen Menschen in Syrien und Irak. Rakka hatte er zu seiner Hauptstadt erklärt. Die SDF werden von Kurden dominiert. In jüngster Zeit gab es Reibereien zwischen ihnen und den überwiegend arabischen Bewohnern von Rakka.

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