Syrien-Konflikt Russland will Waffenruhe in Syrien ab 1. März

Im Syrien-Konflikt prescht Russland mit einem Termin für einen Waffenstillstand vor. Doch die USA wollen die Feuerpause sofort. Denn sie vermuten eine Taktik hinter Moskaus Vorschlag.

Syrische Truppen operieren Daraa. Quelle: dpa

Kurz vor der Münchener Sicherheitskonferenz hat Moskau laut US-Regierungsvertretern eine Feuerpause in Syrien ab dem 1. März vorgeschlagen. Doch habe Washington gefordert, dass die Kämpfe in dem Bürgerkriegsland sofort eingestellt werden müssten, teilten sie mit. Denn die USA vermuteten, dass Russland und die mit ihm verbündete syrische Regierung in den drei Wochen bis zu der vorgeschlagenen Waffenruhe versuchen würden, moderate Rebellengruppen zu zerschlagen.

Seit Ende September unterstützt Russland die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit Luftangriffen. Moskau bezeichnet die Intervention als Teil einer Anti-Terror-Kampagne gegen Gruppen wie dem IS. Doch dem Westen zufolge treffen die russischen Angriffe vor allem moderate Gruppen, die gegen Assad und die Terrormiliz kämpfen.

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Zuletzt gingen die syrischen Regierungstruppen mithilfe russischer Luftangriffe zur Offensive auf die nordsyrische Stadt Aleppo über, um dort Rebellengebiete anzugreifen. Zehntausende Anwohner wurden durch die Attacken an die Grenze zur Türkei getrieben. Aus Protest gegen die Offensive zog sich die syrische Oppositionsgruppen zudem von den Genfer Friedensgesprächen zurück. Die Verhandlungen sollen am 25. Februar fortgesetzt werden.

US-Regierungsvertreter forderten Russland neben einem sofortigen Waffenstillstand zu einem vollständigen humanitären Zugang für die belagerten zivilen Gebiete in Syrien auf.

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Brett McGurk, der Sondergesandte von US-Präsident Barack Obama im Kampf gegen den IS, warf Russland vor, mit seinen Luftangriffen dem IS zu helfen. Die von Moskau unterstützte Offensive im Norden Syriens treffe Rebellen, die gegen den IS kämpften und die sich nun der syrischen Armee gegenüber sähen. Russland stärke die syrische Regierung, verschärfe die humanitäre Krise und schüre Extremismus, sagte McGurk. Er nannte die Entwicklung total inakzeptabel.

US-Außenminister John Kerry traf am Mittwoch in Deutschland ein. Er wollte noch am selben Abend mit dem UN-Syrien-Sondergesandten Staffan de Mistura und dem saudischen Chefdiplomaten Adel al-Dschubeir über die Lage in Syrien beraten.

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