Syrien Russland und USA wollen Angriffe besser koordinieren

Greifen russische Kampfjets in Syrien auch moderate Rebellen der Opposition an? In einer Videokonferenz suchen Experten aus Russland und den USA nach Klarheit und Sicherheitsmaßnahmen.

Russische Soldaten Quelle: dpa

Nach Vorwürfen über russische Luftangriffe auf syrische Rebellen wollen Russland und die USA ihre Militäreinsätze im Bürgerkriegsland Syrien besser koordinieren. Das teilte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag nach einer Videokonferenz mit US-Experten mit. Das US-Pentagon bestätigte, dass beide Seiten die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen betont hätten, um Zwischenfälle und Missverständnisse im syrischen Luftraum zu verhindern.

Nach Angaben des Pentagons haben russische Kampfjets mit den USA verbündete Rebellen in der Al-Tanf-Garnison angegriffen. Russland habe seine Luftangriffe sogar noch fortgesetzt, nachdem die USA versucht hätten, die russischen Streitkräfte über die entsprechenden Kanäle zu informieren, heißt es in einer Erklärung vom Samstag. Dies habe zu „Sicherheitsbedenken“ bei den US-Streitkräften und ihren Verbündeten geführt.

Der Luftangriff sei rund 300 Kilometer von dem Territorium entfernt erfolgt, das den russischen Streitkräften als Gebiet der moderaten syrischen Kräfte bekannt sei, sagte der russische Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Moskau und Washington sei es noch immer nicht gelungen, genaue Informationen über die Standorte bestimmter Gruppen in Syrien auszutauschen, kritisierte er.

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Russland ist einer der engsten Partner der syrischen Regierung. Seit September unterstützen russische Kampfjets das syrische Militär im Bürgerkrieg. Der Westen kritisiert die Intervention.

Auf Anweisung von Kremlchef Wladimir Putin reiste der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu überraschend nach Syrien und beriet dort mit Machthaber Baschar al-Assad über die militärische Zusammenarbeit. Zudem besuchte er die russischen Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Hamaimim in der Provinz Latakia. Dort ließ er sich über den Stand des Militäreinsatzes in Syrien informieren und die Startposition von S-400-Luftabwehrraketen zeigen, wie die Agentur Interfax meldete.

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