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Tarifstreit Streiks legen weiter französische Züge und Flüge lahm

Eisenbahner und Studenten stellen sich gegen die Reformpläne Macrons. Trotz neuer Streiks im Zug- und Flugverkehr bleibt der jedoch standhaft.

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Paris In Frankreich sind zahlreiche für (den heutigen) Mittwoch geplante Zug- und Flugverbindungen wegen Streiks abgesagt worden. Die nationale Eisenbahngesellschaft SNCF teilte mit, im Fernverkehr fahre nur jeder dritte Zug. Die Fluggesellschaft Air France strich etwa 30 Prozent der Flüge. Auch Studenten protestierten gegen geplante Reformen.

Eisenbahnbeschäftigte setzten ihre tageweisen Ausstände fort. Sie protestierten gegen Präsident Emmanuel Macrons Pläne, Privilegien für Eisenbahnmitarbeiter abzubauen und ihnen nicht mehr eine lebenslange Anstellung zu garantieren. Die Zugverbindungen nach Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien waren beeinträchtigt, wohingegen die Thalys-Verbindungen nach Belgien nicht betroffen waren. Es legten etwas weniger Eisenbahner die Arbeit nieder als beim letzten Streiktag.

Macron hielt trotz der Streiks an seinen Plänen fest. Die Reform sei notwendig, sagte er im Gespräch mit Eisenbahnbeschäftigten. Die französische Nationalversammlung stimmte am Dienstagabend einem Gesetzentwurf zu, das den französischen Eisenbahnverkehr für Wettbewerb öffnen soll. Der Entwurf soll als nächstes im Senat debattiert werden.

Bei Air France beteiligten sich Bord- und Bodenpersonal am neunten Streiktag seit Februar. Sie forderten eine Lohnerhöhung um sechs Prozent.

Studenten organisierten an mehreren Hochschulen in Frankreich Proteste gegen Änderungen bei den Zulassungsregeln. Sie befürchteten, dass dadurch der Zugang zu den Universitäten begrenzt würde. Die Ministerin für Hochschulbildung, Frédérique Vidal, sagte, vier der 70 Universitäten des Landes würden von Studenten blockiert und an neun weiteren Orten gebe es ebenfalls Proteste. In Paris besetzten Studenten die renommierte politikwissenschaftliche Hochschule Sciences Po, an der auch Macron studiert hat.

In den vergangenen Wochen haben bereits Regierungspläne für zusätzliche Steuerbelastungen für Rentner, Stellenstreichungen bei Krankenhäusern und eine Reform der Justiz Proteste hervorgerufen.

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