Terroranschläge Mehrere deutsche Opfer bei Angriffen in Tunesien

Terror in Tunesien: Am Abend ist die Zahl der Toten am Badeort Sousse auf mindestens 37 gestiegen. Unter den Opfern befinden sich auch mehrere deutsche Urlauber.

Der zweite Terroristenanschlag in Tunesien innerhalb von drei Monaten. Quelle: dpa

Nach der Terrorattacke in einem tunesischen Strandhotel ist die Zahl der Todesopfer auf 37 gestiegen. Das berichtete der tunesische Radiosender Mosaique FM am Freitagabend unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Unter den Opfern des Terrorangriffs sind nach Angaben der tunesischen Regierung auch deutsche Urlauber. Das berichteten staatliche Medien am Freitag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Tunis, ohne eine Zahl deutscher Opfer zu nennen. Vom Auswärtigen Amt gab es zunächst keine Bestätigung.

Den tunesischen Angaben zufolge stammen die Todesopfer aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und Tunesien. 36 Verletzte seien auf verschiedene Krankenhäuser im Großraum Sousse verteilt worden.

Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand lagen. In einer Feuergefecht hatten Sicherheitskräfte einen Angreifer getötet und später zahlreiche Sturmgewehre beschlagnahmt, hieß es aus Sicherheitskreisen in Tunesien. Bei dem getötete Terroristen handelt es sich demnach um einen Tunesier. Der zweite Angreifer sei festgenommen worden.

Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete unter Berufung auf das Innenministerium, unter den Opfern seien Deutsche und Briten. Die deutsche Botschaft riet allen Staatsbürger in einer per E-Mail versandten Mitteilung, die Umgebung des von tunesischen Sicherheitskräften abgeriegelten Tatorts zu meiden. Salwa al-Kadri, eine Reiseführerin, die sich nach der Tat in dem Hotel aufhielt, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Telefon, unter den Toten seien mehrere Deutsche. Die meisten Opfer stammten jedoch aus Großbritannien, fügte sie hinzu.

Tunesien brauche Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Der heutige Anschlag kann uns darin nur bestärken“, fügte er hinzu.

Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mehr als 20 Menschen getötet worden. Im April 2002 waren bei dem bis dahin schwersten Terroranschlag in Tunesien auf eine Synagoge in Djerba 21 Menschen ums Leben, darunter 14 deutsche Urlauber.

In Tunesien sind sowohl Anhänger des Terrornetzwerk Al-Kaida sowie der IS-Miliz aktiv. Am Montag ist der erste Jahrestag der Gründung des „Kalifats“ in Syrien und dem Irak durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

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