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Terrorismus Der „Islamische Staat“ bedroht die Weltwirtschaft

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Aufrüstung

Aufrüstung: Ein Kilometer Grenze kostet Saudi-Arabien 800.000 Euro. Auch die Türkei wird investieren.

Militärische Kosten für Deutschland halten sich in Grenzen. Berlin liefert Waffen im Wert von rund 70 Millionen Euro an kurdische Peschmerga – Kosten für Transport und Schulung kommen hinzu. Die Bundeswehr könnte den Kurden auch ein Ausbildungszentrum bauen, schlug Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor. Zudem sind 270 deutsche Soldaten in der Türkei im Einsatz, um mit Patriot-Raketenabwehrsystemen die Grenze zu schützen. Offiziell ist das ein Bündnis-Einsatz, keiner gegen Terror, wie ein Sprecher betont. Die Kosten der Operation ließen sich noch nicht beziffern.

Das sind die gefährlichsten Grenzen der Welt
Israel - Palästina Quelle: dapd
Deutsch-deutsche Grenze Quelle: dpa/dpaweb
Indien - Pakistan Quelle: dapd
USA- Mexiko Quelle: AP
Spanien -Marokko Quelle: AP
Sudan – Südsudan Quelle: REUTERS
Äthiopien – Eritrea Quelle: AP

Derweil steigt der politische Druck, dass sich die Deutschen auch am Luftkrieg beteiligen. Das wäre für die Politik das Höchste, was dem pazifistischen deutschen Michel zu vermitteln wäre. Hinter den Kulissen ist zudem eine Diskussion über die Strategie der Bundeswehr im Gange: Was kann, will oder soll die Bundeswehr in der sicherheitspolitischen Allianz des Westens tun? Geht es künftig wieder um Landesverteidigung, oder soll die Armee auch anderswo kämpfen können? Braucht sie Transportkapazitäten, moderne Aufklärungssysteme oder beides?

In jedem Fall wird der Wehretat steigen, sagt Roderich Kiesewetter. Der Oberst a. D. und CDU-Bundestagsabgeordnete rechnet ab 2016 mit einem schrittweisen Anstieg des Verteidigungshaushalts von 33 auf bis zu 40 Milliarden Euro. Das sei notwendig, auch um Investitionsprojekte abschließen zu können. Zudem herrsche in der Armee Personalbedarf, der mit einer Marketing-Offensive behoben werden müsse. „Auf keinen Fall sollten wir die Wehrpflicht wieder einführen“, sagt Kiesewetter. Er schlägt vor, Männern und Frauen nach der Schule einen Freiwilligendienst bei Armee, Feuerwehr oder im sozialen Bereich anzubieten – und ihnen diese Zeit auf die Lebensarbeitszeit zu reduzieren.

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Horrende Kosten trägt der Steuerzahler, auch manch ein Unternehmen. Dennoch gibt es Profiteure des Terrors, etwa den Münchner Rüstungshersteller Cassidian. Die Tochter der europäischen Airbus-Group bastelt Drohnen und Lenkflugkörper und liefert Systeme zur Grenzsicherung, etwa an Saudi-Arabien: Die 1.500 Kilometer lange Nordgrenze des Landes hat einen Auftragswert von 1,2 Milliarden Euro. Ein Kilometer Grenze kostet demnach 800.000 Euro. Wobei die Saudis das Luxus-Paket bestellt haben, das über Stacheldraht und Kamera hinaus auch den Datenabgleich per Satellit einschließt.

Auch die Türkei verlangt nach einer sicheren Grenze, später wohl auch der Irak und Syrien. Für deutsche Rüstungshersteller öffnet sich trotz anhaltendem Beschuss zu Hause ein immer größerer Markt in Nahost, von wo der Terror die Welt bedroht. So zynisch kann eben Wirtschaft sein.

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