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Terrormiliz CIA berichtet von bis zu 31.500 Kämpfern – Deutschland verbietet IS

Die CIA hat eine neue Einschätzung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) veröffentlicht. Demnach hat die Gruppe etwa drei Mal mehr Zulauf als bislang angenommen. Unterdessen hat Deutschland IS verboten.

IS: Die militanten Extremisten haben mehr Zulauf als bislang angenommen Quelle: AP

Die Terrormiliz Islamischer Staat kann einer neuen Einschätzung des CIA zufolge auf weitaus mehr Dschihadisten im Irak und in Syrien zurückgreifen als gedacht. Zwischen 20.000 und 31.500 Kämpfer könne die Extremistengruppe aufbieten, sagte der Sprecher des US-Auslandsgeheimdiensts, Ryan Trapani, am Donnerstag. Bisher sei man von 10.000 ausgegangen.

Am Freitagmorgen hat die Bundesregierung IS Aktivitäten in Deutschland verboten. „Die Terrororganisation Islamischer Staat ist eine Bedrohung - auch für die öffentliche Sicherheit in Deutschland“, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. „Dieser Bedrohung treten wir heute entschlossen entgegen.“ Das Verbot umfasse jegliche Beteiligung an dieser Organisation, auch in sozialen Medien oder bei Demonstrationen. Es schließe das Tragen von Kennzeichen oder das Sammeln von Spenden ein. „Das heutige Verbot ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den internationalen Terrorismus“, sagte de Maizière.

Der Islamische Staat kontrolliert weite Teile Iraks und Syriens, wo dessen Kämpfer brutal gegen Andersgläubige und Minderheiten vorgeht und zuletzt mit der Enthauptung zweier US-Journalisten international für Entsetzen sorgten. Im Irak gehen die USA schon seit geraumer Zeit mit Luftangriffen gegen die Extremisten vor, am Mittwoch kündigte Präsident Barack Obama eine Ausweitung der Operation auf Syrien an.

Fakten zum Terror im Irak

Dazu schmiedet Washington eine internationale Koalition gegen die Dschihadisten, der sich bereits 40 Nationen angeschlossen haben. Bei einem Treffen mit US-Außenminister John Kerry in der saudi-arabischen Stadt Dschidda stellten sich zehn arabische Staaten hinter die Pläne Washingtons. Sie hätten eingewilligt, im Kampf gegen IS „ihren Teil zu leisten“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Teilnehmer aus Saudi-Arabien und weiteren Golfstaaten sowie Ägypten, Irak, Jordanien und dem Libanon.

Unter anderem wollen sie den Zustrom an Kämpfern stoppen und die Gruppe finanziell abschneiden. Zudem wollen sich die Staaten gegen die radikale IS-Ideologie positionieren und humanitäre Hilfe bereitstellen. Auch die Möglichkeit militärischer Einsätze wurde ins Spiel gebracht.

Die Türkei nahm zwar an dem Treffen teil, gehörte jedoch nicht zu den Unterzeichnern der Erklärung. Das Nato-Mitglied war um verschärfte Grenzsicherungen gebeten worden, um den Ölschmuggel aus dem Irak und Syrien sowie den Zustrom ausländischer Kämpfe in die Nachbarländer zu unterbinden. Doch nicht zuletzt aus Sorge um 49 vom Islamischen Staat in Mossul festgehaltene türkische Bürger zögert die Regierung in Ankara, eine aktive Rolle in der Anti-IS-Allianz einzunehmen.

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