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„Terrorvorwürfe“ Türkei: Weitere Verhandlung im Prozess gegen Mesale Tolu beginnt

Der ebenfalls angeklagte Ehemann der Journalistin Tolu ist bei der Verhandlung vor Ort gewesen – und wird nun nicht nach Deutschland zurückkehren können.

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Im Sommer hatte Tolu nach Monaten der U-Haft und Ausreisesperre aus der Türkei ausreisen dürfen. Quelle: dpa

Istanbul In Istanbul hat eine weitere Verhandlung im Prozess gegen die deutsche Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu begonnen. Tolu war nicht anwesend. Die ursprünglich geplante Anhörung eines „geheimen Zeugen“ sollte verschoben werden. Im Sommer hatte Tolu nach Monaten der U-Haft und Ausreisesperre ausreisen dürfen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Tolu, ihrem Ehemann Suat Corlu und einer Gruppe weiterer Angeklagter Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei MLKP vor. Die gilt in der Türkei als Terrororganisation. Dafür könnte das Gericht eine Strafe von bis zu 20 Jahren verhängen. Tolus Ehemann Corlu war im Saal. Er wird nach der Verhandlung nicht nach Deutschland zurückkehren können.

Zwar war im vergangenen Jahr auch seine Ausreisesperre aufgehoben worden, allerdings entzogen ihm die Behörden am späten Mittwochabend bei der Einreise aus Deutschland den Pass, wie Mesale Tolu twitterte. „Die türkische Grenzpolizei hat eben bei der Einreise in die Türkei den Pass meines Ehemannes @suatcorlu beschlagnahmt“, schrieb sie. „Ist es ein Verbrechen, dem Verfahren beiwohnen zu wollen?“ Corlu besitzt nur die türkische Staatsbürgerschaft.

Zur Prozessbeobachtung saßen unter anderem ein Vertreter aus dem Generalkonsulat in Istanbul sowie die Grünen-Abgeordnete Margit Stumpp im Saal. Die Festnahme von mehreren deutschen Staatsbürger hatte 2017 zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara geführt. Die prominentesten Inhaftierten waren neben Tolu der „Welt“-Reporter Deniz Yücel und der Menschenrechtler Peter Steudtner. Sie alle durften inzwischen ausreisen. Die Prozesse gehen aber weiter.

Mehr: Die Hohe Wahlkommission hat in der Türkei eine schriftliche Begründung zur umstrittenen Annullierung der Bürgermeisterwahl in Istanbul vorgelegt. Die Wahl wird am 23. Juni wiederholt.

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