Thailand Militär will Ex-Regierungsvertreter weiter festhalten

Thailands Militär will Yingluck Shinawatra und weitere Regierungsmitglieder noch bis zu eine Woche lang festhalten. Nach dem Putsch reagieren die USA prompt und setzen die millionenschwere Militärhilfe aus.

Die thailändische Exregierungschefin Yingluck Shinawatra bleibt voraussichtlich noch eine weitere Woche in der Gewalt der Militärjunta. Auf diese Weise könne sie sich „beruhigen und die Zeit zum Nachdenken“ nutzen. Quelle: AP

Thailands Militärjunta will Dutzende Mitglieder der abgesetzten Regierung und Oppositionelle noch bis zu eine Woche lang festhalten. Auf diese Weise sollen die Politiker „Zeit zum Nachdenken bekommen“, wie Armee-Vizesprecher Weerachon Sukondhapatipak am Samstag sagte. Demnach wurden zudem ihre Handys konfisziert.

In der Gewalt der Militärjunta befindet sich den Angaben zufolge auch Exregierungschefin Yingluck Shinawatra, die ebenfalls mindestens eine Woche festgesetzt werden soll. So könne sie sich „beruhigen“, sagte Sukondhapatipak weiter. Wo Yingluck, ihre früheren Kabinettsminister und deren Gegner festgehalten werden, wollte er nicht sagen. Tags zuvor hatte die Militärjunta die gesamte abgesetzte Regierung, deren Vertraute sowie eine Handvoll Oppositioneller einbestellt. Jene, die nicht kamen, wurden mit Ausreiseverboten belegt.

Thailand in Zahlen

Nach monatelangen regierungskritischen Protesten und politischem Stillstand hatte das Militär am Dienstag zunächst das Kriegsrecht verhängt und zwei Tage später ganz die Macht übernommen.

Armeechef Chan-ocha bezeichnete den Schritt als notwendig, um wieder Stabilität herzustellen und wichtige Reformen umzusetzen. Die Verfassung wurde ausgesetzt und die Regierung ebenso aufgelöst wie die Demonstrationen von Anhängern der beiden verfeindeten politischen Lager. Die Aufgaben der Regierung nimmt nun eine Militärjunta wahr.


USA legen Militärhilfe für Thailand auf Eis
Als Konsequenz aus dem Putsch in Thailand haben die USA die erste Strafmaßnahme gegen das südostasiatische Land verhängt. Die Militärhilfe von rund 3,5 Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) werde eingefroren, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, am Freitag mit. Mit dem Geld werden demnach Waffenkäufe und Trainingseinheiten für Offiziere finanziert. Zudem würden weitere sieben Millionen Dollar an direkten Hilfszahlungen an Thailand sowie eine nicht näher benannte Summe aus anderen globalen und regionalen Hilfsprogrammen auf den Prüfstand gestellt, sagte Harf.

Das Außenministerium riet US-Bürgern überdies von nicht notwendigen Reisen nach Thailand ab. Das gelte vor allem für die Hauptstadt Bangkok. Grund seien politische und soziale Unruhen sowie die Einschränkung der Bewegungsfreiheit, darunter eine nächtliche Ausgangssperre.

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Der Generalstabschef der US-Armee, Ray Odierno, drängte den thailändischen Armeechef Prayuth Chan-ocha am Freitagabend in einem Telefonat zur sofortigen Wiedereinsetzung einer demokratischen Regierung, wie Pentagonsprecher John Kirby mitteilte. Das Gespräch sei konstruktiv verlaufen. Weitere Details wurden nicht genannt. Thailand ist der älteste Verbündete der USA in Asien, die beiden Staaten arbeiten eng militärisch zusammen.

Nach monatelangen regierungskritischen Protesten und politischem Stillstand verhängte das thailändische Militär am Dienstag zunächst das Kriegsrecht und übernahm zwei Tage später ganz die Macht. Armeechef Chan-ocha bezeichnete den Schritt als notwendig, um wieder Stabilität herzustellen und wichtige Reformen umzusetzen. Die Verfassung wurde ausgesetzt und die Regierung ebenso aufgelöst wie die Demonstrationen von Anhängern der beiden verfeindeten politischen Lager. Die Aufgaben der Regierung nimmt nun eine Militärjunta wahr.

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