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Thailand Aufstand der Wohlhabenden

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Zuspitzung könnte Lieferengpässe bedeuten

Proteste in Thailand weiten sich aus

Es sind wirtschaftspolitische Initiativen wie zum Beispiel ein milliardenschweres Subventionsprogramm für Reisbauern, die in der Hauptstadt die Emotionen hochkochen lassen. Yinglucks Versprechen, den Landwirten Reis deutlich oberhalb des Marktpreises abzukaufen, verhalf ihr 2011 zum Wahlsieg. Doch obwohl das Programm die Einkommenssituation in den ländlichen Regionen zweifelsohne verbessert, ist es auch hochgradig ineffizient. Millionen Tonnen an Reis rotten nun in staatlichen Silos vor sich hin, erhebliche Teile der Staatsgelder versickerten in undurchsichtigen Kanälen.

Protestführer Suthep Thaugsuban sieht die Reis-Subventionen als typisch für das “Thaksin-Regime”, das er vollständig eliminieren möchte. Premierministerin Yingluck konterte gestern: “Es gibt kein Thaksin-Regime. Es gibt nur Demokratie.” Ein Misstrauensvotum im Parlament konnte sie am Donnerstag dank einer komfortablen Mehrheit der eigenen Partei überstehen. Die Situation bleibt jedoch festgefahren, beide Seiten stehen mit dem Rücken zur Wand: Die Opposition muss ihren Anhängern zeigen, dass ihre Proteste nicht wirkungslos verpuffen. Die Regierung muss trotz besetzter Ministerien versuchen, handlungsfähig zu bleiben. Wie es weitergeht, ist völlig offen.

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Internationale Unternehmen verfolgen die Entwicklung mit großer Sorge: Denn Thailand ist nicht unwichtig für die globalen Lieferketten. Das hat zuletzt das Hochwasser in Thailand im Jahr 2011 gezeigt: Bei Festplatten kam es zu Lieferengpässen, Toyota hatte mit erheblichen Produktionsausfällen zu kämpfen.

Obwohl es durch die Demonstrationen zwar derzeit zu großen Verkehrsproblemen in Bangkok kommt, ist die Wirtschaft bisher aber kaum betroffen. “Es gibt keine Beeinträchtigung unserer lokalen Produktion sowie der Lieferkette”, sagt Günter Raichle, Thailand-Geschäftsführer des Münchener Brillenherstellers Rodenstock, der eine Fabrik am Stadtrand betreibt. “Auch unsere Mitarbeiter kommen wie immer pünktlich zur Arbeit.”

Dennoch gibt es die Sorge vor einer Zuspitzung der Lage: “Wir hoffen, dass Regierung und Opposition sehr bald an den Verhandlungstisch zurückkehren, um negative Auswirkungen auf Industrie und Tourismus abzuwenden.”

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