Treffen von Obama und Castro USA und Kuba sollen sich weiter annähern

Die Präsidenten von Kuba und der USA reichen sich die Hand und reden. Bei vielen Bewohnern der Karibikinsel beflügelt das historische Treffen noch einmal die Hoffnung auf ein schnelles Ende der Eiszeit.

Historischer Handschlag: Barack Obama und Raúl Castro wollen dafür sorgen, dass sich die USA und Kuba weiter annähern. Quelle: AP

In Kuba schien die Zeit stillzustehen, als Präsident Raúl Castro seinem US-Kollegen Barack Obama die Hand reichte. Mitten auf der Straße blieben Bewohner Havannas stehen und starrten gebannt auf die Bildschirme, die das historische Treffen zeigten. Nun soll es aber nicht nur beim diplomatischen Handschlag bleiben, wünschen sich viele Kubaner. Sie hoffen, dass das Tauwetter zwischen Washington und Havanna weiter anhält und sich so ihre Lebensumstände verbessern.

Am Rande des Amerika-Gipfels in Panama-Stadt hatten sich Obama und Castro in einem kleinen Konferenzraum zurückgezogen. Kurz vor dem Treffen fand Kubas Staatschef im Kreis seiner lateinamerikanischen Kollegen ungewöhnlich warme Worte für den Gast aus Washington. Trotz der langjährigen US-Bestrebungen nach einem Regierungswechsel in Kuba sehe er Obama wegen seiner bescheidenen Anfänge als „einen ehrlichen Mann“, dem man vertrauen könne, sagte Castro. Nach ihrer Begegnung erklärte Obama, sein Land sei bereit, ein neues Kapitel in den Beziehungen zu Kuba aufzuschlagen - auch wenn es weiter große Differenzen gebe.

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Das kam in Havanna gut an. „Die Tatsache dass sich Raúl Castro und Obama nach all den Jahren der ernsten Spannungen auf zivilisierte Weise zusammengesetzt haben, ist für mich historisch“, sagte Roger Rodriguez. Irene Quintana, eine Haushälterin, sagte, sie habe gerade das Haus geputzt, als ihre Großmutter sie zum Fernseher gerufen habe. „Das erscheint mir großartig, unglaublich“, sagte sie. „Ich bin total begeistert.“

Der geschichtsträchtige Handschlag von Panama-Stadt ist das bedeutendste Symbol, seitdem Obama und Castro Mitte Dezember einen Kurswechsel einläuteten und die Wiederaufnahme von normalen Beziehungen bekanntgaben. Die Ankündigung wurde in Kuba bejubelt, doch inzwischen sind die Hochgefühle etwas abgeflaut. Denn der Annäherungsprozess hakt: Die beiden Länder konnten sich zuletzt nicht auf den ersten Meilenstein der Annäherung einigen - der Wiedereröffnung von Botschaften in Havanna und Washington.

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Genau das hätten viele Kubaner aber gerne so schnell wie möglich. Zudem wünschen sich viele eine Lockerung beim Handel und Tourismus, damit Kubas stagnierende Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Derzeit verdienen Normalbürger in Kuba im Schnitt 20 Dollar im Monat. Entsprechend schwer fällt es vielen, genügend Essen auf den Tisch zu bekommen.

Magaly Delgado will daher erstmal abwarten, ob bei dem Treffen etwas Greifbares herauskommt. „Mir gefällt, dass Raúl sich alle Türen offengehalten hat. Das erscheint mir wichtig“, sagt die pensionierte Büroangestellte. „Wir werden sehen müssen, ob das zu Ergebnissen führt. Auch die Straßenkünstlerin Rosa Marie Argudin gibt sich verhalten optimistisch. „Wir warten seit Jahren auf so etwas. Ich hoffe, dass es nicht nur bei dem Gespräch bleibt.“

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