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Türkischer Syrieneinsatz „Wir fürchten uns vor niemandem“

Bei ihren militärischen Einsätzen in Syrien möchte die Türkei Konflikte mit anderen Mächten vermeiden. Sollte es jedoch zu Auseinandersetzungen kommen, werde das Militär alles für die Sicherheit des Landes tun.

Türkei: „Wir fürchten uns vor niemandem“ Quelle: dpa

AnkaraDie Türkei will bei ihrer Militäraktion im Norden Syriens Gefechte mit syrischen, russischen und US-Soldaten vermeiden. Sie werde allerdings alles tun, was für ihre Sicherheit notwendig sei, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu laut einem Fernsehbericht am Dienstag. Andernfalls stünde morgen die Zukunft der Türkei auf dem Spiel. „Wir fürchten uns vor niemandem, wir sind entschlossen, ... und wir werden nicht mit Ängsten und Bedrohungen leben“, sagte der Minister.

Zeitgleich zu ihrer Militäroffensive im Nordwesten Syriens hat die Türkei Menschenrechtlern zufolge auch weitere Kurdengebiete in Syrien beschossen. Artilleriefeuer sei am Dienstag am Rande der Stadt Kamischli im Nordosten Syriens eingeschlagen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien zwei Kinder verletzt worden.

Die türkische Zeitung „Hürriyet“ berichtete, die in der Grenzprovinz Mardin stationierten Soldaten hätten damit auf Beschuss von kurdischen Milizen aus Syrien reagiert. Von offizieller Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Die Kämpfe zwischen türkischen Truppen und kurdischen Verbänden um die Enklave Afrin im Nordwesten Syriens gingen indes auch am vierten Tag der Militäroffensive Ankaras weiter. Nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern und kurdischen Kämpfern hielten die Gefechte am Boden am Dienstag an mehreren Fronten an. Trotz schlechter Wetterbedingungen flögen türkische Kampfjets über das Gebiet um Afrin. Ein kurdischer Sprecher berichtete von Artillerie-Beschuss im Norden der Region.

Die USA und Russland haben die Türkei zur Zurückhaltung bei ihrer Offensive gegen die Kurden in der syrischen Region Afrin aufgefordert. Syrien hat den türkischen Angriff verurteilt.

Die syrische Kurdenmiliz YPG und die von ihr dominierten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) werden von den USA unterstützt. Sie sollten eine Pufferzone an der Grenze zur Türkei bilden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betrachtet die YPG als Ableger der international geächteten Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die für Autonomie der Kurden in der Türkei kämpft. Eine von der YPG kontrollierte Zone an der türkischen Südgrenze ist für ihn inakzeptabel. Die Türkei betrachtet die Miliz als Terrororganisation.

Die Türkei drohte auch mit der Vertreibung syrischer Kurden aus der überwiegend von Arabern bewohnten syrischen Stadt Manbidsch. Ein Angriff auf die Stadt könnte zu einer Eskalation des Konflikt mit der YPG führen. „Die Terroristen in Manbidsch feuern als Provokation ständig Schüsse ab“, sagte Cavusoglu nach dem Bericht des TV-Nachrichtensenders Habertürk und fügte hinzu: „Wenn die Vereinigten Staaten sie nicht stoppen, dann werden wir sie stoppen.“

Gegen Kritik an der Militäroperation im eigenen Land geht die Türkei strikt vor. Nach Berichten staatlicher Medien wurden 42 Personen festgenommen, die in sozialen Medien nach offizieller Darstellung „terroristische Propaganda verbreitet“ haben. In der Hauptstadt Ankara wurden für die Zeit der Militäroperation Kundgebungen, Proteste und Konzerte verboten.

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