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Überhitzung der US-Wirtschaft US-Inflation steigt überraschend stark auf höchsten Stand seit 2008

Joe Bidens Investitionspläne stehen wegen Inflationssorgen in der Kritik. Quelle: REUTERS

Die Inflation in den USA hat die höchste Rate seit 2008 erreicht. Insbesondere die Energiepreise erhöhten sich stark. Die Zahlen stellen auch die massiven Investitionsprogramme von US-Präsident Joe Biden in Frage.

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Die Inflation in den USA hat im April überraschend stark zugelegt. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Lebenshaltungskosten um 4,2 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das ist die höchste Rate seit September 2008. Im März hatte die Rate mit 2,6 Prozent noch wesentlich niedriger gelegen. Analysten hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß. Im Schnitt wurde eine Rate von 3,6 Prozent erwartet.

Nicht nur auf Jahressicht, auch gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise mit 0,8 Prozent kräftig. Dieser Anstieg fiel viermal so stark aus wie von Analysten erwartet. Besonders deutlich kletterten im Monatsvergleich die Preise für gebrauchte Autos und Lastkraftwagen.

Im Jahresvergleich erhöhten sich die Preise für Energie besonders stark. Dies ist auch eine Folge ihres schweren Einbruchs während der ersten Corona-Welle vor etwa einem Jahr. Die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel betrug 3,0 Prozent.

Obwohl die Zielinflation der US-Notenbank Fed von zwei Prozent klar übertroffen wird, hat die Fed bereits signalisiert, auf den Preisanstieg nicht zu reagieren. Sie betrachtet die Entwicklung als übergangsweises Phänomen. Diese Sichtweise wird angesichts stark steigender Rohstoffpreise und zahlreicher Probleme in den internationalen Lieferketten zunehmend kritisch hinterfragt.

Finanzministerin Janet Yellen hatte vergangene Woche höhere Zinsen ins Spiel gebracht, um ein Überhitzen der US-Wirtschaft im Zuge der massiven Investitionsprogramme von Präsident Joe Biden zu verhindern. „Es könnte sein, dass die Zinsen etwas ansteigen müssen, um sicher zu stellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt“, sagte Yellen in aufgezeichneten Bemerkungen zu einer Online-Veranstaltung des Magazins „The Atlantic“.

Dabei sprach sie von „sehr moderaten Erhöhungen“ der Zinsen. Die US-Wirtschaft benötige jedoch die Investitionen, um wettbewerbsfähig und produktiv zu sein. „Ich denke, unsere Wirtschaft wird durch sie schneller wachsen,“ ergänzte sie. Kritiker hatten immer wieder vor einer rasant steigenden Inflation wegen der Billionenhilfen Bidens gewarnt.

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Inflationssorgen in den USA hatten zuletzt Aktien-Anleger in die Flucht getrieben. Am frühen Mittwochnachmittag wurden die Aktienkurse durch den starken Anstieg der Verbraucherpreise belastet. Der Dax rutschte kurzzeitig ins Minus. Zuletzt trat der deutsche Leitindex mit 15 120 Punkten quasi auf der Stelle. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,2 Prozent nach. An der New Yorker Börse stehen die Zeichen ebenfalls auf Kursverluste. Mit der steigenden Inflation verbinden Anleger schon länger die Angst vor wieder anziehenden Zinsen. Diese könnten die Finanzierungskonditionen von Unternehmen verschlechtern und Anleihen als Alternative zu Aktien attraktiver machen.

Mehr zum Thema: Die US-Finanzministerin Janet Yellen hat mit ihren Äußerungen zu steigenden Zinsen einen Nerv getroffen. Investoren fürchten eine Trendwende. Einige Anleihen und Fonds bieten aber auch jetzt noch Rendite bei vertretbarem Risiko.

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