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Ukraine-Affäre Ex-Mitarbeiter von Trump verteidigt Sicherung der Telefonprotokolle

Der US-Präsident soll Telefonprotokolle auf streng gesicherten Servern aufbewahrt haben. Ein Ex-Mitarbeiter verteidigt nun die Entscheidung.

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Der US-Präsident gerät in der Ukraine-Affäre zunehmend unter Druck. Quelle: AP

Mit Vorladungen und Forderungen zur Freigabe von Dokumenten an das US-Außenministerium treiben die Demokraten die Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump in der Ukraine-Affäre voran. Im Zentrum der Ermittlungen steht auch die Frage, warum das Protokoll eines umstrittenen Telefonats zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selinskyj auf einem streng gesicherten Server aufbewahrt wurde.

Nach Darstellung des CIA-Informanten, der den Fall ins Rollen gebracht hatte, wollte das Weiße Haus damit das für Trump belastende Telefonat verschwinden lassen. Ein ehemaliger Mitarbeiter aus dem Weißen Haus sagte hingegen der Nachrichtenagentur AP, der Zugriff zu allen Telefonaten Trumps mit anderen Staats- und Regierungschefs sei drastisch eingeschränkt worden, nachdem zu Beginn seiner Amtszeit Details aus solchen Gesprächen an die Öffentlichkeit geraten waren.

Trump sei damals so aufgebracht gewesen, dass etwa seine Telefonate mit den Staats- und Regierungschefs aus Mexiko und Australien von irgendjemanden durchgestochen wurden, dass das Weiße Haus versuchte, den Kreis jener, die darüber Bescheid wussten so klein wie möglich zu halten, sagte die Gewährsperson. Zuvor hatte auch CNN darüber berichtet.

Trump hatte in dem Telefonat im Juli Selenskyj nahegelegt, gegen seinen demokratischen Rivalen Joe Biden zu ermitteln, dessen Sohn Hunter für einen ukrainischen Gaskonzern tätig war. Ein Whistleblower, der darüber nach eigenen Angaben aus Regierungskreisen erfahren hatte, informierte daraufhin im August seine Vorgesetzten und warf Trump vor, sein Amt auszunutzen, um mit Hilfe eines anderen Landes einem politischen Gegner zu schaden. Trump weist das zurück.

Am Samstag beschwerte er sich auf Twitter einmal mehr, dass die Demokraten ihn schikanierten. Man stelle sich nur vor, wenn die Republikaner damals gegen seinen Vorgänger Barack Obama so vorgegangen wären, schrieb der Präsident. „Naja, vielleicht nächstes Mal.“

Die Demokraten werfen Trump unter anderem vor, wenige Tage vor dem Gespräch militärische Hilfszahlungen an die Ukraine eingefroren zu haben, um das Geld als Druckmittel zu benutzen. Dass er das Geld zurückhielt, bestätigte Trump, nicht aber, dass er damit Druck auf Selenskyj ausüben wollte.

In der Affäre kam es am Freitag zum ersten Rücktritt. Trumps Ukraine-Gesandter Kurt Volker habe Außenminister Mike Pompeo über seine Entscheidung informiert, seinen Posten aufzugeben, erfuhr die AP aus Regierungskreisen. Er soll einen Kontakt zwischen Trumps persönlichen Anwalt Rudy Giuliani und einem Berater Selenskyjs hergestellt haben.

In dem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten hatte Trump gesagt, Giuliani und Justizminister William Barr würden sich wegen der Biden-Affäre bei ihm melden. Nach Darstellung Trumps soll Biden damals als US-Vizepräsident auf eine Entlassung des ukrainischen Generalstaatsanwalts gedrängt haben, der zuvor gegen den Konzern Burisma ermittelt hatte, bei dem Bidens Sohn Hunter im Verwaltungsrat saß.

Mehr: Biden senior, Biden junior, Trump, Selenski: Das sind die Akteure der Ukraine-Affäre. Lesen Sie hier mehr.

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