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Ukraine Neue Sanktionen gegen Russland

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Hubschrauber beschossen, Pilot verwundet

Die USA können Wirtschaftssanktionen zwar auch im Alleingang verhängen, wollen aber lieber den Schulterschluss mit der EU. Die hat in der Ukraine-Krise bisher lediglich Einreiseverbote und Kontosperren verhängt. Mit Wirtschaftssanktionen droht die Gemeinschaft für den Fall, dass sich ein Einmarsch Russlands im Osten der Ukraine abzeichnet. Die Europäer sind ökonomisch weit enger mit Russland verflochten als die USA und zudem bei den Energielieferungen von dem großen Nachbarn im Osten abhängig. Russland hat mit einer Aussperrung ausländischer Firmen gedroht, die sich wegen Sanktionen aus dem Land zurückziehen.

Auch ohne neue Sanktionsrunde hinterlässt die Krise schon Spuren in der Wirtschaft im Westen wie im Russland. Der weltgrößte Kreditkartenkonzern Visa erklärte, bereits die bestehenden US-Sanktionen gegen Russland drückten die grenzüberschreitenden Umsätze. Visa hat in Russland 100 Millionen Kreditkarten ausgegeben. Im März stellte der Konzern ebenso wie sein Konkurrent MasterCard das Geschäft mit zwei russischen Banken ein, die US-Sanktionen unterliegen. Die schwedische Großbank SEB sorgt sich wegen des Ukraine-Konflikts um ihre Geschäfte in den baltischen Staaten.

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Auch die Kapitalflucht aus Russland hat sich seit Beginn der Krise drastisch verschärft. Die Rating-Agentur S&P stufte daher die Kreditwürdigkeit des Landes herunter. Die Bewertung für die Kreditfähigkeit Russlands in Auslandswährungen liegt nun nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Laut Weltbank flossen allein im ersten Quartal des Jahres knapp 64 Milliarden Dollar aus Russland ab, so viel wie im gesamten vergangenen Jahr.

In der Ukraine reißt die Gewalt unterdessen nicht ab. Ein Pilot der ukrainischen Armee wurde in Kramatorsk bei Slawjansk verwundet, als sein Hubschrauber am Boden beschossen wurde. Nahe der Hafenstadt Odessa wurden bei der Detonation einer Bombe an einem ukrainischen Kontrollposten sieben Menschen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Bewohner Odessas haben mehrere dieser Posten um die Stadt eingerichtet, um das Einsickern pro-russischer Separatisten aus dem benachbarten Transnistrien zu verhindern. In der Region, die sich Anfang der 90er Jahre von der Republik Moldau losgesagt hat, sind russische Soldaten stationiert.

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