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Ukraine-Krise Bei Merkel regiert das Prinzip Hoffnung

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Die Krim-Annexion ist für Moskau ein teurer Spaß

Petro Poroschenkos Berlin-Besuch fällt just auf den Jahrestag der Krim-Annexion. Die ukrainische Halbinsel hatten russische Truppen im März vor einem Jahr besetzt, wie Kremlchef Wladimir Putin selbst bestätigte. Am 16. März stimmten die 2,4 Millionen Krim-Bewohner in einem fragwürdigen Referendum ohne internationale Beobachter für den Anschluss an Russland. Poroschenkos Beteuerungen, die Krim werde eines Tages wieder Teil der Ukraine sein, sind eher rhetorisch. Faktisch ist die Halbinsel jetzt ein Teil Russlands – mit allen Folgen.

Für Moskau wird die Annexion zum teuren Spaß: Auf knapp eine halbe Milliarde Rubel pro Tag (rund sieben Millionen Euro) schätzt die Wirtschaftszeitung RBK Daily die Kosten für die Krim. Von knapp 1,8 Milliarden Euro, die für die Halbinsel und den Militärstützpunkt Sewastopol im Jahr 2014 aus den föderalen Budgets abgeflossen sind, fließen zwei Drittel in Sozialausgaben. Es folgen mit großem Abstand die Aufwendungen für Energie und andere Versorgungsleistungen – teils muss die Krim per Luftbrücke mit Frischwasser versorgt werden, da die Lieferwege aus der Ukraine mit dem Einmarsch russischer Truppen in das Land gekappt wurden.

Besonders teure Investitionen sind ins Budget noch gar nicht eingestellt. Dazu zählt vor allem eine 19 Kilometer lange Brücke über die Straße von Kertsch, welche die territorial nur mit der Ukraine verbundene Halbinsel ans russische Festland andocken soll. Das 3,5 Milliarden Euro teure Bauprojekt wird die Rechnung für die Krim-Annexion noch einmal deutlich opulenter machen – zumal Bauarbeiten in Russland wegen der hohen Korruption gern das Doppelte bis Dreifache kosten.

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Aber sei’s drum: Für die Krim scheut Russland keine Kosten, auch wenn die russische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um vier, fünf Prozent einbrechen dürfte. Die Annexion der Halbinsel hat eine patriotische Funktion für die russische Bevölkerung, die in Zeiten schwächeren Wachstums hinter Wladimir Putin zusammenrückt als dem großen Restaurator russischer Großmacht.

In einer Dokumentation, die das staatlich gesteuerte Fernsehen am Vorabend des Jahrestags der Krim-Annexion ausstrahlte, luden Reporter die wirtschaftlich schwach entwickelte Halbinsel mit reichlich Pathos auf. Putin ließ sich gar zum Satz verleiten, er hätte zum „Schutz der Krim“ sogar Atomwaffen eingesetzt – wohlweislich ignorierend, dass niemand die Krim jemals bedroht hat. Vermutlich kommt eines Tages der Moment, da der russischen Führung die Kosten für den neuen Imperialismus um die Ohren fliegen.

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