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Ultimatum abgelaufen IS will japanische Geiseln töten

Die Terrormiliz Islamischer Staat fordert 200 Millionen Dollar - sonst sind die Japaner Kenji Goto und Haruna Yukawa tot. Willigt die japanische Regierung in letzter Minute ein?

Japan ringt nach Ende von IS-Ultimatum um Freilassung von Geiseln Quelle: AP

Japan hat sich bis zuletzt fieberhaft um die Rettung seiner beiden von der IS-Terrormiliz entführten Landsleute bemüht. Wie die Regierung in Tokio vorankam, blieb jedoch unklar. Der IS hatte ein Ultimatum bis Freitag gestellt und von der Regierung 200 Millionen Dollar (rund 176 Millionen Euro) Lösegeld verlangt. IS-Sympathisanten veröffentlichten im Internet einen „Countdown“ und drohten erneut mit der Tötung der beiden Japaner.

Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte: „Die Situation bleibt ernst, aber wir tun, was wir können, um die Freilassung der beiden japanischen Geiseln zu erreichen.“ Japan nutze alle verfügbaren Kanäle, einschließlich Stammesführern, um Kontakt zu den Geiselnehmern aufzunehmen. Allerdings sei dies noch nicht gelungen. Ministerpräsident Shinzo Abe berief seinen Nationalen Sicherheitsrat zu einem Krisentreffen ein.

Die Führer des IS

Zudem wurde der stellvertretende Außenminister Yasuhide Nakayama nach Amman entsandt. Auch er sagte aber, er habe keine neuen Informationen. „Wir wollen bis zum Ende daran arbeiten, mit unserer ganzen Kraft, um ihre Freilassung zu erreichen“, sagte er. Abe hatte zuletzt versucht, Japan international mehr Gewicht zu verleihen, doch hat Tokio keine engen diplomatischen Verbindungen in den Nahen Osten.

Die Mutter des 47 Jahre alten Journalisten Kenji Goto flehte die Führung in Tokio an, ihren Sohn aus den Fängen des Miliz zu befreien. „Die Zeit läuft ab. Bitte, japanische Regierung, retten Sie das Leben meines Sohnes“, sagte Junko Ishido in Tokio.

Chronik der IS-Krise

Goto sei kein Feind des IS. Er sei vielmehr nach Syrien geflogen, um dabei zu helfen, den 42-jährigen Haruna Yukawa zu retten, sagte Ishido. Erst zwei Wochen vor seiner Abreise habe seine Frau im Oktober ein Kind zur Welt gebracht.

Abe bleiben in dem Fall nur wenige Optionen. Dazu zählt, offen auf die Lösegeldforderung der Extremisten einzugehen oder einen Verbündeten wie die USA zu bitten, einen riskanten Rettungsversuch in Syrien zu unternehmen. Schließlich kommt das japanische Militär nur zu Zwecken der Selbstverteidigung im eigenen Land zum Einsatz.

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Der nationale Sender NHK berichtete, er habe eine Nachricht vom IS bekommen. Demnach sollte eine Erklärung bald veröffentlicht werden. Details wurden keine bekannt. Zwei Japaner, die nach eigenen Angaben Kontakt zu einem Anführer der Terrormiliz haben, boten am Donnerstag an, zu vermitteln. Es war unklar, was die japanische Regierung von ihrem Hilfsangebot hielt.

In der größten Moschee in Tokio schlossen die Gläubigen die beiden Geiseln am Freitag in ihre Gebete ein. „Alle Muslime in Japan, wir wollen, dass die japanischen Geiseln so schnell wie möglich gerettet werden“, sagte Sandar Basara, ein Arbeiter aus der Türkei.

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