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Umstrittene Präsidentenwahl Bislang niedrige Wahlbeteiligung in Venezuela

In Venezuela versucht Oppositionskandidat Falcon am Wahltag vergeblich, die Wähler zu mobilisieren. Für Präsident Maduro sind das gute Nachrichten.

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Bürger überprüfen auf Listen, wo sie ihre Stimme zur Präsidentenwahl abgeben können. Quelle: dpa

Caracas Die umstrittene Präsidentenwahl in Venezuela hat schleppend begonnen. In den ersten Stunden der Abstimmung zeichnete sich am Sonntag landesweit nach Einschätzung von Beobachtern nur eine geringe Beteiligung ab.

Sollte der Trend anhalten, würde dies Amtsinhaber Nicolas Maduro helfen, der seine Anhänger zur Teilnahme mobilisiert hat, während maßgebliche Teile der Opposition zu einem Wahlboykott aufgerufen haben. Ergebnisse werden am späten Abend (Ortszeit) erwartet.

Maduros verbliebener Hauptrivale, der frühere Gouverneur Henri Falcon, versuchte noch am Sonntagmorgen, seine Anhänger zu mobilisieren. „Der Tag ist gekommen, Geschichte zu schreiben und Venezuela zu retten“, twitterte er. Maduro seinerseits beschuldigte die internationale Staatengemeinschaft bei der Stimmabgabe, eine „aggressive Kampagne“ gegen sein Land zu führen. Für die wirtschaftliche Misere in Venezuela machte er die Opposition verantwortlich.

Einige Oppositionsgruppen planten für den Wahltag Protestveranstaltungen, um für einen Boykott der Wahl zu werben. Die Regierung hat indes ein massives Aufgebot von 300.000 Soldaten und Polizisten abgestellt, um die Wahllokale zu sichern.

Die USA hatten am Freitag den Druck auf Venezuela erhöht. Sie brachten Maduro erstmals öffentlich in Zusammenhang mit Drogenhandel und warfen ihm vor, vom Drogenschmuggel zu profitieren. Die Regierung in Washington verhängte Sanktionen gegen die Nummer zwei in Maduros Sozialistischer Partei, Diosdado Cabello. Die USA hatten Maduro bereits mit Sanktionen wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte belegt und machen ihn verantwortlich für die Krise in Wirtschaft und Politik des ölreichen Landes.

Maduro dürfte bei der Wahl für sechs Jahre als Staatschef bestätigt werden, nachdem den zwei beliebtesten Gegenkandidaten die Teilnahme verboten wurde. Die Europäische Union, die USA und mehrere lateinamerikanische Staaten haben die Abstimmung kritisiert.

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