UN-Klimabericht Welt marschiert in falsche Richtung

Experten mahnen oft drastische Schritte an, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Einem UN-Report zufolge marschiert die Welt jedoch weiter in die falsche Richtung.

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Die UN warnt die Menschheit vor den Folgen des Klimawandels. Quelle: imago images/Future Image

Die Welt marschiert in Klimafragen aus Sicht der Vereinten Nationen in die falsche Richtung. Das geht aus dem UN-Bericht „United in Science 2022“ hervor, der neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel zusammenführt und am Dienstag in einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Der Bericht speist sich aus Daten, die von unterschiedlichen UN-Behörden und Partnern zusammengestellt wurden.

Der Report gelangt zu der Einschätzung, dass die Temperatur in den nächsten fünf Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 48 Prozent im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 1,5 Grad Celsius zunimmt. Die Wahrscheinlichkeit für Rekordhitze in einem der nächsten fünf Jahre liegt demnach bei 93 Prozent.

Vor dem Hintergrund von Unwetterkatastrophen, die täglich Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar verursachen, sowie einer sich abzeichnenden unumkehrbaren Klimakatastrophe erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Desaster im Zusammenhang mit Wetterereignissen hätten in den vergangenen 50 Jahren um das Fünffache zugenommen.

Durchschnittlich stürben dadurch 115 Menschen täglich. Eine Verschlimmerung sei zu erwarten.

UN-Generalsekretär António Guterres verwies auf die Überschwemmungen in Pakistan, Hitzewellen in Europa, Dürre an Orten wie China, dem Horn von Afrika und den USA. Zudem unterstrich er die Auswirkungen der Nutzung fossiler Brennstoffe.

„Die Sucht der Menschheit nach fossilen Brennstoffen“

„Da ist nichts Natürliches an dem neuen Ausmaß dieser Katastrophen. Sie sind der Preis der Sucht der Menschheit nach fossilen Brennstoffen“, sagte er. Der Bericht zeige, dass die Auswirkungen des Klimawandels ein bislang ungekanntes Ausmaß an Zerstörung hervorbrächten. „Jedes Jahr verdoppeln wir diese Sucht nach fossilen Brennstoffen, auch wenn die Symptome schnell schlimmer werden.“

Verluste und Schäden könnten durch zügiges Handeln zur Verhinderung einer weiteren Erderwärmung und Anpassung an den bereits unausweichlichen Temperaturanstieg eingeschränkt werden, heißt es in dem Bericht.

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