UN-Klimagipfel China will ein bisschen das Klima retten

China hat einen Kompromissvorschlag für ein neues Klima-Abkommen gemacht. Der Haken: Zunächst sollen die anderen Länder vorlegen. Obwohl das Land der größte CO2-Emittent ist, redet sich das Riesenreich klein.

China ist der weltweit größte CO2-Emitent. Das Land baute seinen Vorsprung im vergangenen Jahr weiter aus. Quelle: dpa

Peking bringt Bewegung in die festgefahrenen Klima-Verhandlungen: Das Land erklärt sich auf dem UN-Gipfel in Durban grundsätzlich bereit, ein verbindliches Klima-Abkommen zur Reduktion der Treibhausgase zu unterzeichnen. Allerdings erst ab 2020. Bis dahin sollen die Industrieländer vorlegen und ihre Hausaufgaben erfüllen. Das betonte der chinesische Unterhändler Xie Zenhua auf der Konferenz in Südafrika.

Bislang hatte China jede Verpflichtung zur CO2-Reduktion ausgeschlossen. Zu groß war die Angst, man könne das eigene Wirtschaftswachstum gefährden. An der Sichtweise, nicht man selbst, sondern die Europäer und Nordamerikaner seien Schuld am Klimawandel hat sich allerdings nichts geändert. Im Gegenteil: China fordert, dass die Industrieländer ihre bislang vereinbarten Klimaschutzziele erreichen. 2015 sollen diese überprüft werden.

Die zehn größten Klimasünder
Iran Quelle: REUTERS
Auf Platz neun liegt Saudi-Arabien. Im Jahr 2010 lag der Ausstoß an CO2 bei 563 Millionen Tonnen. Ein Plus von 19 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Quelle: dpa
Kanada Quelle: dapd
Im Vergleich zu 1990 hat Südkorea seinen Ausstoß an dem Treibhausgas um 179 Prozent erhöht. 2010 lag der komplette Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bei 716 Millionen Tonnen. Damit liegt das Land auf Platz sieben. Quelle: dpa
Um immerhin 20 Prozent hat Deutschland seinen CO2-Ausstoß seit 1990 gesenkt. Trotzdem lag er im Jahr 2010 noch bei 828 Millionen Tonnen. Quelle: dapd
Japan hat sowohl den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß seit 1990 gesteigert, als auch den Ausstoß im Vergleich zum Vorjahr. Mit 1308 Millionen Tonne liegt das Land auf Platz fünf der größten Klimasünder. Quelle: REUTERS
Platz vier für Russland. Mit 1700 Millionen Tonnen hat das Land seinen CO2-Ausstoß zwar um 28 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt - im Vergleich zu 2009 ist es aber eine Plus in Höhe von 166 Millionen Tonnen. Quelle: dpa-tmn
Indien Quelle: dpa
USA Quelle: REUTERS
China Quelle: dpa

Außerdem solle ein Klimafonds eingerichtet werden, der den Ländern der Dritten Welt finanziell hilft, auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Woher das Geld hauptsächlich kommen soll, steht für China außer Frage: von den Industrienationen. 

China selbst zählt sich trotz seiner beeindruckenden Wachstumsraten nicht zu diesen Industrienationen. Sein Land stecke noch mitten in der Urbanisierung und Industrialisierung, erklärte der chinesische Verhandlungsleiter Xie Zenhua unmittelbar vor dem Klimagipfel. Chinas Schlussfolgerung: Um den Anschluss an die westlichen Größen zu schaffen, müsse das Land weiter wachsen – und Treibhausgase in die Luft pumpen dürfen. Um in Durban nicht angreifbar zu werden, redet sich China klein.

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