US-Delegation in Kuba Die Verhandlungen in Havanna beginnen

Die ranghöchste US-Delegation seit Jahrzehnten spricht mit der kommunistischen Regierung Kubas. Angesichts der großen Worte des Präsidenten bemühen sich nun beide Seiten, die Erwartungen tiefer zu hängen.

Mitglieder der US-Delegation in Kuba. Quelle: AP

Erstmals seit Jahrzehnten hat eine ranghohe US-Delegation in Kuba Verhandlungen mit der kommunistischen Regierung aufgenommen. In seiner Rede zur Lage der Nation hatte Präsident Barack Obama wenige Stunden zuvor die jahrzehntelange US-Politik der Sanktionen, Konfrontation und Isolation des Karibikstaats als überholt bezeichnet und den republikanisch beherrschten Kongress aufgefordert, das Handelsembargo aufzuheben.

Obama sagte, die Bemühungen um eine Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen hätten das „Potenzial, das Erbe des Misstrauens in unserer Hemisphäre zu beenden“. In Havanna waren beide Seiten bemüht, die Erwartungen wieder etwas tiefer zu hängen. Erst einmal stehe auf der Tagesordnung, was das State Department als eine „sichere, legale und ordentliche Migration“ bezeichnet hat, hieß es aus US-Kreisen.

Die Geschichte der Kuba-Krise

Ein ranghoher kubanischer Diplomat sagte, die USA sollten sich keine Hoffnungen auf eine Abkehr vom Kommunismus in Kuba machen. Zudem bedeute die angestrebte Aufnahme diplomatischer Beziehungen noch keine Normalisierung des amerikanisch-kubanischen Verhältnisses; letzteres nehme viel mehr Zeit in Anspruch und gehe tiefer.

Die US-Delegation wird von der Ministerialdirektorin im State Department für Angelegenheiten der Westlichen Hemisphäre, Roberta Jackson, geleitet. Sie ist die ranghöchste US-Regierungsvertreterin seit 35 Jahren, die Havanna offiziell besucht. Die diplomatischen Beziehungen wurden 1961 nach der Machtergreifung Fidel Castros abgebrochen. Inzwischen ist der Bruder des Revolutionärs, Raúl Castro, Staatschef.

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Obama sagte, der politische Umgang der USA mit Kuba habe „sein Ablaufdatum lange überschritten“. Eine Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen hätten das Potenzial, Misstrauen hinter sich zu lassen und die Freundschaft zu dem kubanischen Volk auszubauen. Obama hieß auch den jahrelang auf Kuba inhaftierten US-Bürger Alan Gross zurück in seiner Heimat willkommen.

Er war im Dezember gemeinsam mit einem Geheimagenten freigelassen worden und war während Obamas Rede im Kongress als Gast zugegen. Gross' Freilassung öffnete den Weg hin zu neuen Beziehungen.

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