US-Geheimdienste Hinweise auf russische Einmischung in Zwischenwahl

Im kommenden Herbst steht in den USA die Zwischenwahl zum Kongress an. Nun haben US-Geheimdienste Hinweise, die auf eine russische Einmischung hindeuten.

USA: Hinweise auf russische Einmischung bei Zwischenwahl Quelle: dpa

WashingtonDrei Direktoren von US-Geheimdiensten haben nach eigenen Angaben Hinweise auf eine russische Einmischung in die Zwischenwahl zum Kongress im kommenden Herbst. Sie beschrieben das Vorgehen als Teil eines zunehmenden Cyberangriffs auf amerikanische und europäische Demokratien. „Wir haben russische Aktivität gesehen und Absichten, auf den nächsten Wahlzyklus Einfluss zu nehmen“, sagte CIA-Direktor Mike Pompeo am Dienstag (Ortszeit) vor dem Geheimdienstausschuss des Senats.

Auch der Direktor der nationalen Nachrichtendienste, Dan Coats, und der Leiter der Nationalen Sicherheitsbehörde NSA, Mike Rogers, erklärten, die russische Einmischung dauere an. „Das wird sich nicht ändern oder aufhören“, sagte Rogers. Einzelheiten zu den Aktivitäten nannten sie nicht. Sie sagten lediglich, es habe mit einem Informationskrieg zu tun.

„Das ist allumfassend“, sagte Coats. „Die Russen haben eine Strategie, die weit über das hinausgeht, was in den USA passiert.“ Zwar habe Russland bereits in der Vergangenheit diese Strategie verfolgt, doch habe Moskau die Anstrengungen 2016 deutlich gesteigert und dazu auf raffinierte Art soziale Medien genutzt. „Sie tun das nicht nur in den USA, sondern in ganz Europa und vielleicht auch anderswo“, sagte Coats.

US-Geheimdienste sind zu dem Schluss gekommen, dass Moskau sich in die Präsidentenwahl 2016 einmischte. Dies führte zu den aktuellen Ermittlungen der Bundespolizei FBI zu möglichen Verbindungen des Wahlkampfteams des späteren Präsidenten Donald Trump nach Russland. Moskau weist die Vorwürfe zurück, Trump hat die Ermittlungen als Hexenjagd bezeichnet.

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