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US-Gerichtsurteil Bundesgericht gibt Apotheken Mitschuld an Opioid-Krise in den USA

Die Geschworenen kamen zu der Überzeugung, dass die Apotheken rücksichtslos große Mengen an Schmerztabletten verteilt hätten. CVS, Walgreen und Walmart kündigen Berufung an.

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Zwei US-Landkreise beschuldigten die von CVS, Walgreen und Walmart betriebenen Apotheken, die Pillenflut nicht gestoppt zu haben, die Hunderte Überdosierung verursacht habe. Quelle: AP

Ein amerikanisches Bundesgericht hat drei Apotheken-Ketten eine Mitschuld an der Opioid-Krise und deren Folgen im US-Staat Ohio gegeben. Die Apotheken hätten rücksichtslos große Mengen an Schmerztabletten verteilt, erklärten die Geschworenen am Dienstag. Das Urteil könnte richtungsweisend für Städte und Gemeinden in den USA sein, die Apotheken für ihre Rolle in der Opioid-Krise zur Verantwortung ziehen wollen.

Zwei Landkreise beschuldigten die von CVS, Walgreen und Walmart betriebenen Apotheken, die Pillenflut nicht gestoppt zu haben, die Hunderte Überdosierung verursacht und jeden der beiden Landkreise etwa eine Milliarde Dollar gekostet habe, erklärte ihr Anwalt. Die Landkreise Lake und Trumbull konnten die Geschworenen davon überzeugen, dass die Apotheken durch die Art und Weise, wie sie Schmerzmittel in ihren Gemeinden abgaben, der Öffentlichkeit Schaden zufügten.

Wie viel Schadenersatz die Apotheken zahlen müssen, wird im Frühjahr von einem Bundesrichter entschieden. Sprecher von CVS, Walgreen und Walmart erklärten indes, die Unternehmen seien mit dem Urteil nicht einverstanden. und würden Rechtsmittel einlegen.

Ein Anwalt der Landkreise, Mark Lanier, erklärte, das Gesetz verpflichte Apotheken beim Handel mit Medikamenten zur Sorgfalt. „Dieser Fall sollte ein Weckruf dafür sein, dass ein Unterlassen nicht akzeptiert wird.“

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    Die Anwälte der drei Apothekenketten gaben vor Gericht an, sie hätten Maßnahmen ergriffen, um den Pillenfluss einzudämmen, wenn ihre Apotheker Bedenken hatten, und die Behörden über verdächtige Bestellungen von Ärzten informiert. Außerdem seien es die Ärzte gewesen, die kontrolliert hätten, wie viele Pillen für legitime medizinische Bedürfnisse verschrieben worden seien. Zwei andere Ketten - Rite Aid und Giant Eagle - legten Rechtsstreitigkeiten mit den beiden Landkreisen in Ohio außergerichtlich bei.

    Allein in Trumbull County wurden zwischen 2012 und 2016 rund 80 Millionen verschreibungspflichtige Schmerzmittel ausgegeben - das waren 400 pro Einwohner. In Lake County wurden in diesem Zeitraum etwa 61 Millionen Tabletten ausgegeben. In den Vereinigten Staaten kostete die Opioid-Krise in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine halbe Million Amerikaner das Leben.

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