US-Notenbank Bei der Fed soll Schluss sein mit billigem Geld

Gleich drei Präsidenten der US-Notenbank Fed plädieren dafür, das milliardenschwere Anleihenkaufprogramm zu beenden. Prompt schloss der US-Aktienmarkt mit Verlusten, zumal die jüngsten Konjunkturdaten auch noch enttäuschten.

Nach der Ankündigung der Notenbank, die Anleihenkäufe zu beenden, stürzten die Börsenkurse ab. Quelle: REUTERS

Es klang fast so, als hätten sie sich abgesprochen – nach dem Motto, gemeinsam sind wir stark und werden unserem Chef schon das fürchten lernen. Jeffrey Lacker, Präsident der Federal Reserve in Richmond, als harte Gegner der Politik des billigen Geldes bekannt, sowie seine Kollegen Richard Fisher von der FED in Dallas sowie Charles Plosser, President der FED Philadelphia sprachen sich gestern dafür aus, das 40 Milliarden-Dollar schwere Hypothekenkanleihen-Kaufprogramm der FED zu beenden. Es sei nicht gut für die FED so viele Hypothekenanleihen zu halten, sagte Plosser. Lacker sagte auf einer Veranstaltung seiner Notenbank in Baltimore, die Fed sollte sich aus dem Hypothekenkauf-Geschäft zurückziehen.

Noch deutlicher wurde John Williams, Präsident der FED von San Franscisco. Er kündigte an, die FED könnte schon in diesem Sommer ihr Stimulus-Programm von monatlich insgesamt 85 Milliarden Dollar zurückfahren. Schließlich zeige die US-Wirtschaft ja Zeichen einer stetigen Erholung.

US-Haushaltsstreit: Darauf haben sich die Parteien geeinigt
Amerikaner mit einem Jahreseinkommen von mehr als 400.000 Dollar (302.000 Euro) und Paare mit mehr als 450.000 Dollar Einkommen müssen künftig mehr Steuern zahlen. Der Spitzensatz steigt von 35 auf 39,6 Prozent. Auf Kapitalerträge und Dividenden müssen Großverdiener künftig 20 statt 15 Prozent abführen. US-Präsident Barack Obama wollte eigentlich Haushaltseinkommen von mehr als 250.000 Dollar höher besteuern, die Republikaner wollten gar keine Anhebungen. Quelle: dapd
Für alle anderen Einkommensgruppen werden die vor einem Jahrzehnt befristet gesenkten Steuersätze dauerhaft festgeschrieben. Dies war das erklärte Ziel beider Parteien, beide wollen Steuererhöhungen für die Mittelschicht vermeiden. Quelle: REUTERS
Allerdings fällt die vor zwei Jahren eingeführte temporäre Senkung der Sozialabgaben um zwei Prozentpunkte weg. Damit fehlen einer Durchschnittsfamilie rund 1000 Dollar pro Jahr. Quelle: rtr
Großverdiener wie oben definiert müssen auf eine Erbschaft von über 5 Millionen Dollar künftig 40 Prozent Steuern zahlen. Bislang lag der Satz bei 35 Prozent. Obama wollte, dass Erbschaften mit einem Wert von über 3,5 Millionen Dollar mit 45 Prozent besteuert werden. Quelle: dpa
Die zum Jahreswechsel gesetzlich vorgesehenen automatischen Haushaltskürzungen nach dem Rasenmäherprinzip, die niemand wirklich wollte, werden um zwei Monate verschoben. Als Ausgleich muss aber für diese Zeit zielgerichtet gespart werden. Höhere Steuereinnahmen dürfen dabei aufgerechnet werden, um die Kürzungen kleiner zu halten. Quelle: dpa
Alle Bundesbeamte und Kongressangehörigen müssen wie schon in den vergangenen Jahren auf Gehaltserhöhungen verzichten. Obama hatte diese Einkommenssperre gerade erst aufgehoben. Quelle: rtr
Arbeitslose erhalten weiterhin für einen verlängerten Zeitraum staatliche Zahlungen. Damit werden zwei Millionen Amerikaner ohne Job davor bewahrt, mit dem Neujahrstag die Unterstützung zu verlieren. Quelle: dpa

Die Ankündigungen der vier einflussreichen FED-Präsidenten kamen allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ziemlich enttäuschend waren die heutigen Arbeitsmarktdaten. Unerwartet viele Amerikaner stellten einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe. Die Zahl stieg in der vergangenen Woche auf 360.000 – der höchste Wert seit sechs Monaten. Auch der Immobilienmarkt, schwächelt. Die Zahl der neuen Wohnbaubeginne brach im April trotz der niedrigen Zinsen ein.

Prompt purzelten die Kurse an der Wall Street. Der Dow Jones Industrial-Index schloss 0,28 Prozent tiefer bei 15 233,22 Punkten und der marktbreite S&P-500-Index verlor 0,50 Prozent auf 1650,47 Punkte. Beide Indizes hatten am Vortag einmal mehr historische Höchststände gefeiert.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Wall Street wird also weiter darauf hoffen, dass FED-Chef Ben Bernanke nicht so schnell seine lockere Geldpolitik beenden wird. Die Null-Zins-Politik der FED, der EZB und der japanischen Notenbank sorgen seit Monaten für eine große Liquidität an den Märkten, die mangels anderer renditeträchtigen Alternativen vor allem in die Akienmärkte fließt und die Papiere in die Höhe treibt.

Bleibt abzuwarten, ob die „Revolte“ bei den FED-Präsidenten verpufft. Fed-Chef Ben Bernanke will bei dem Ankaufprogramm bleiben bis die Arbeitslosenrate in den USA unter 6,5 Prozent fällt oder die Inflation höher als 2,5 Prozent ist.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%