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US-Präsident Donald Trump „Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union“

Der US-Präsident wettert in einem Interview gegen die EU. Beim Klimawandel schlägt Trump dagegen etwas andere Töne an. Auch äußerte er sich zu Putin.

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Washington US-Präsident Donald Trump hat der EU erneut feindseliges Verhalten in Handelsfragen vorgeworfen. „Die Europäische Union wurde gebildet, um uns beim Handel auszunutzen“, sagte Trump in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-Sender CBS. „Und das ist, was sie getan haben.“

Er fügte hinzu: „Niemand behandelt uns viel schlechter als die Europäische Union.“ Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatten sich im Juli darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen. Eine konkrete Vereinbarung dazu gibt es bislang aber nicht.

CBS-Reporterin Lesley Stahl sagte in dem Interview: „Das klingt feindselig.“ Trump widersprach und betonte mit Blick auf die EU: „Wissen Sie, was feindselig ist? Wie sie uns behandeln.“ Der Präsident sagte weiter, er möge die Nato. „Aber wissen Sie was? Wir sollten nicht für fast die gesamten Kosten der Nato aufkommen, um Europa zu beschützen. Und zusätzlich nutzen sie uns beim Handel aus. Das werden sie nicht mehr tun. Sie verstehen das.“

Strenger, jedoch weniger kritisch als mit der Europäischen Union, zeigte sich Trump beim Thema Russland und Präsident Putin. Eine Verstrickung des Kremlchefs in Attentate hält der US-Präsident nun für möglich.

Trump sagte dem US-Sender auf die Frage, ob er zustimme, dass der russische Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei: „Wahrscheinlich ist er es, ja. Wahrscheinlich.“ Er fügte hinzu: „Natürlich sollten sie das nicht tun.“ Der US-Präsident betonte in dem Interview, im persönlichen Umgang mit Putin trete er „sehr hart“ auf.

Trump war im Juli für einen Auftritt mit Putin nach einem Gipfeltreffen der beiden Präsidenten in Helsinki in die Kritik geraten. Für Entrüstung in den USA sorgte damals, dass sich Trump bei der Pressekonferenz mit Putin nicht klar hinter die eigenen Sicherheitsbehörden stellte, die Russland Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 vorwerfen.

Trump sagte in dem CBS-Interview, die Russen hätten sich eingemischt. „Aber ich denke, dass China sich auch eingemischt hat.“ Er halte China für das „größere Problem“. Der Präsident fügte hinzu: „Ich sage Russland, aber ich sage auch China.“

Der frühere russische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März in Großbritannien mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und nur knapp dem Tod entkommen. Großbritannien macht russische Agenten für den Giftanschlag verantwortlich.

Die USA, Deutschland, Frankreich und Kanada hatten im vergangenen Monat erklärt, dass sie den britischen Ermittlungsergebnissen voll vertrauten. Diese Ergebnisse beinhalten auch, dass „diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde“. Russland dementiert jede Verantwortung für den Anschlag.

Inzwischen hält Trump auch den Klimawandel für Realität. Doch zweifelt der US-Präsident die Verantwortung der Menschheit daran an. „Ich bestreite Klimawandel nicht“, sagte Trump. „Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen.“ Er wisse zudem nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich sei. „Wissenschaftler haben eine politische Agenda“, sagte Trump.

In der Zeit vor seiner Präsidentschaft hatte Trump wiederholt über Warnungen vor dem Klimawandel gespottet. So hatte er beispielsweise Ende 2013 auf Twitter geschrieben: „Globale Erderwärmung ist ein totaler, und sehr teurer, Scherz!“

Im vergangenen Jahr hatte er als Präsident den Ausstieg der USA aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama mitverhandelten Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. In den vergangenen Tagen hatte der ungewöhnlich heftige Hurrikan „Michael“ schwere Verwüstung in mehreren US-Bundesstaaten angerichtet.

Trump sagte CBS: „Man sagt, dass wir Hurrikane hatten, die viel schlimmer waren, als was wir gerade mit „Michael“ hatten.“ Auf die Frage danach, wen er mit „man“ meine, erwiderte Trump: „Leute sagen.“ Auf seine frühere Haltung zur Erderwärmung angesprochen, antwortete der Präsident: „Ich denke nicht, dass es ein Scherz ist.“ Trump betonte aber, er wolle durch Klimaschutzmaßnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.

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