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US-Präsident in Berlin Obama muss Europa für sich gewinnen

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Gefahr für Obama

Was Obamas Sieg für deutsche Unternehmen heißt
deutsche bank Quelle: dpa
Deutsche TelekomFür 39 Milliarden US-Dollar wollte Telekom-Chef René Obermann seine angeschlagene US-Tochter T-Mobile an den Branchenriesen AT&T verkaufen. Doch der Mega-Deal scheiterte am Veto der Wettbewerbsaufsicht. Damit fiel auch eine Grundsatzentscheidung. Die zuständigen US-Behörden, an deren Spitze Barack Obama einige Weggefährten gesetzt hat, wollen keine Konsolidierung unten den Big Four, den vier großen Mobilfunkbetreibern Verizon, AT&T, Sprint und T-Mobile. Mit Obamas Wiederwahl ändert sich daran in den nächsten vier Jahren nichts. Obermann muss also weiter dafür kämpfen, dass die Aufsichtsbehörden der kürzlich angekündigten Fusion mit der Nummer Fünf MetroPCS ihren Segen geben. Die Entscheidung wird im nächsten Jahr fallen. Quelle: dapd
AutomobilindustrieDie deutschen Autobauer wuchern in den USA mit zwei starken Verkaufsargumenten: Dem guten Ruf von „German engineering“ und dem vergleichsweise geringen Verbrauch ihrer Autos. Bei dem Verbrauchsargument konnten sich VW, Daimler und BMW bislang auf Obamas tätige Mithilfe verlassen: Strengere Verbrauchsgrenzen gehörten zu den wenigen großen Projekten, die Obama vor seiner Wahl zum Präsidenten versprach und die er letztlich auch realisierte. Genüsslich störte der Präsident im August den Parteitag der Republikaner mit seiner Ankündigung, dass er den Verbrauch von Neuwagen in den USA bis 2025 halbieren wird – per Gesetz.  Zwischen 2017 und 2025 muss der Verbrauch der Fahrzeugflotte eines Herstellers schrittweise von 8,2 auf 4,3 Liter Benzin pro hundert Kilometer sinken. Die effizienteren Antriebe könnten Autos um rund 2500 Euro verteuern, rechnete die US-Umweltbehörde EPA aus, allerdings würden die Kunden durchschnittlich 8000 Euro an der Tankstelle sparen. BMW arbeitete, wie auch 12 andere Hersteller aus den USA und Asien, bei dem Gesetzesvorhaben mit der Obama-Administration zusammen. Daimler und Volkswagen dagegen waren nicht mit im Boot. Allerdings nicht, wie man vermuten könnte, weil sie gegen die verschärften Auflagen waren. Sie kritisierten, dass der Vorstoß Obamas nicht weit genug gehe. Die Wiederwahl Obamas gibt den deutschen Herstellern nun die Sicherheit, dass sie weiterhin gute Geschäfte mit ihren spritsparenden Modellen in den USA machen können. Romney, der strikt gegen die Verschärfung war, hätte das Gesetz womöglich kassiert. Der Absatz deutscher Diesel-Modelle wird weiter zulegen und in einigen Jahren werden starke Hybrid- und Elektromodelle hinzukommen. Vor allem VW wittert noch eine weitere Chance: Erdgas-Autos. Lange hat der Konzern diesen schadstoffarmen und günstigen Antrieb unterschätzt. Durch die Erdgas-Schwemme, die in den USA wegen neuer Fördermethoden erwartet wird, könnte Erdgas nun in den USA ein großes Thema werden. Das passt zu der neuen Modellstrategie von VW, nach der bei Kleinwagen teilweise schon heute Erdgas- satt Dieselvarianten angeboten werden. Quelle: REUTERS
Luftfahrt und RüstungObama und Romney schenken sich ist in puncto Rüstung nicht all zu viel. Beide favorisieren die heimische Industrie. Romney hätte jedoch nicht am Militärbudget gespart, sondern es eher noch aufgestockt. Mit knapperem Budget steigt die Chance für die deutsche bzw. europäische Rüstungsbranche als eventuell günstigerer Anbieter auch einmal zum Zug zu kommen. Obama zeigt sich zudem gegenüber den europäischen Verbündeten offener als Romney. Das könnte Unternehmen wie Airbus, die versuchten vermehrt in den USA Fuß zu fassen, zu Gute kommen.  Quelle: AP
Wind und SolarAufatmen bei vielen Unternehmen aus der grünen Energie-Branche. Mit Obama bleibt ein Freund von Solar- und Windkraft an der Macht. Ein Mann der einen Kurs favorisiert, der alle verfügbaren Energiequellen ausnutzt und den Schutz der Umwelt zu einem seiner Topthemen erklärt. Ganz im Gegensatz zu Mitt Romney. Vor allem um Wind- und Sonnenenergie werde nach Romneys Urteil zu viel "Ballyhoo" gemacht. „Grün“, so argumentiert Romney, sei kapitalintensiv und verdränge Arbeitsplätze, während Gas, Kohle und Atomenergie viel größeres Potenzial hätten. In wie weit deutsche Windkraftkonzerne wie Siemens, Nordex und Enercon oder Solarunternehmen wie Solarworld davon profitieren, ist offen. Denn Obama sagt auch:  „Wir müssen Weltmarktführer in erneuerbaren Energien werden. Ich werde nicht die Wind-, Solar- oder die Batterieindustrie Deutschland oder China überlassen.“ Quelle: dpa
InfrastrukturSiemens dürfte sich freuen. Der Technologiekonzern hat mit 43.000 US-Dollar etwa drei Mal so viel an Obama gespendet wie an Romney und hofft nun auf eine Wende in der Verkehrs- und Energiepolitik. In Charlotte, North Carolina, betreibt Siemens eine Fabrik für Windkraftturbinen, die Obama Anfang des Jahres persönlich besuchte. Außerdem produziert Siemens in einem Werk in Sacramanto, Kalifornien, Straßenbahnen - bereits jede dritte Straßenbahn in den USA stammt von Siemens. Auch beim Ausbau von Hochgeschwindigkeitsstrecken könnte Siemens profitieren. In Kalifornien, Nevada, Florida und Georgia gibt es Überlegungen, Städte per Schnellzug zu verbinden. Siemens fertigt Hochgeschwindigkeitszüge wie den ICE und Schienen-Infrastruktur wie Stellwerke und Signaltechnik. Quelle: REUTERS
Die Pharmaindustrie profitiert von Obamas Wahl. Seit seiner Gesundheitsreform 2010  sind weitere 32 Millionen Amerikaner krankenversichert – zusätzliche  Kunden für die Medikamenten-Branche. Herausforderer Romney hatte dagegen versprochen, die Reform rückgängig zu machen.     Quelle: dpa

Obama wird in Deutschland kräftig für die Freihandelszone werben. Sein Besuch erfolgt fast auf den Tag genau zum 50. Jubiläum der berühmten "Ich bin ein Berliner"-Rede von John F. Kennedy - und keine zehn Tage nach seinem ersten Treffen mit dem neuen chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Wer will, kann in den Obama-Merkel-Bildern der kommenden Woche ein amerikanisches Signal an den alten Verbündeten Europa sehen: "Hey, keine Sorge, wir brauchen euch noch."

Das ist politische Symbolik, aber vielleicht mindert es ja ein wenig den deutschen Eindruck, Amerika kehre unter Obama Europa den Rücken.

Für Deutschlands Ausscheren im Libyenkrieg hatte Obama offenbar weit mehr Verständnis als viele seiner Mitarbeiter im Weißen Haus - schließlich zögerte er selbst lange, bis er sich dem Vorstoß des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy anschloss.

Annäherung bei Militäreinsätzen

Überhaupt nähern sich Washington und Berlin in ihrer Aversion gegen Militäreinsätze zunehmend an. Auch jetzt noch, nachdem sich Berichte über Chemiewaffeneinsätze häufen, versucht der Präsident, Amerika aus dem syrischen Gemetzel herauszuhalten. Laut der Obama-Doktrin werden Amerikas Kriege beendet und keine neuen begonnen. Die Deutschen, sagt der ehemalige Europaberater Shapiro, seien dabei durchaus eine Stütze. Ohne ihre Mithilfe wären die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zahnlos, schließlich sei die Bundesrepublik Teherans größter Handelspartner. Und in Afghanistan helfe die Bundeswehr bis zum Schluss. So viel Solidarität, sagt Shapiro, wünsche man sich auch von einigen anderen Verbündeten.

Nicht dass es zwischen Obama und Merkel keine gravierenden Meinungsverschiedenheiten gäbe. Allerdings liegen sie weniger in der Sicherheitspolitik. Offene Konflikte und offenes Unverständnis herrschen vielmehr in der Währungs- und Migrationspolitik. Trotz vieler Versuche konnte Obama Merkel nicht davon überzeugen, doch endlich das deutsche Spardiktat zu lockern. Vor allem der vergangene Sommer stellte die Beziehungen auf eine harte Probe. Der Euro brach ein und bremste die US-Exporte, Amerikas Wirtschaft wuchs weit langsamer als erhofft. "Ein weiterer Schock aus Europa wird sich weit negativer auf Amerika auswirken als auf Deutschland", warnten US-Wirtschaftsexperten.

Das sind die mächtigsten Menschen der Welt
Platz zehnAlljährlich kürt das amerikanische Forbes-Magazin die mächtigsten Menschen der Welt. 100 Personen listet das Magazin auf, die dank ihres Vermögens, ihrer unternehmerischen Verantwortung oder ihres politischen Amtes Einfluss auf das Weltgeschehen haben. Den zehnten Platz belegen im Jahr 2015 zwei Menschen: Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page teilen sich den Platz. Sie sind erst im letzten Jahr neu in die Top Ten der mächtigsten Menschen der Welt aufgestiegen. Quelle: AP
Indian Prime Minister Narendra Modi Quelle: REUTERS
Platz achtZum zweiten Mal unter den Top Ten der mächtigsten Menschen ist der britische Premier David Cameron. Im vergangenen Jahr belegte er noch den zehnten Platz, weil es ihm gelungen war, Schottland doch noch im Vereinten Königreich zu halten. Seiner Wiederwahl im Mai verdanke er den Aufstieg auf Platz acht. Quelle: AP
Platz siebenSie bestimmt nicht nur die Geldpolitik der USA, auch Aktienindizes wie der Dax reagieren auf ihr Wort: Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Fed, ist die zweitmächtigste Frau der Welt. Quelle: REUTERS
Bill Gates Quelle: dapd
Platz fünfChinas Parteichef Xi Jinping ist nicht nur Chinas starker Mann. Im Ranking schafft er es auf Platz fünf der mächtigsten Menschen der Welt. Im Vorjahr belegte er allerdings noch den dritten Rang. Quelle: dpa
Platz vierWie in den zwei vorangegangenen Jahren landet der amtierende Papst Franziskus auf Platz vier. Im Jahr 2012 belegte das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI., Platz fünf. Quelle: dpa

Kurs der Kanzlerin galt als Gefahr für Obama

Im Weißen Haus war man alarmiert, die Euro-Krise und die harte Haltung der Kanzlerin galten als Gefahr für Obamas Wiederwahl.

In einem Telefongespräch versuchte der Präsident die Kanzlerin davon zu überzeugen, sie müsse mehr Geld für die Rettung Europas lockermachen. Die Weltwirtschaft, drängte er, werde nur gesunden, wenn die Verbraucher genug Geld in der Tasche hätten, um den Konsum anzukurbeln. Wer jetzt weiter auf strikter Haushaltsdisziplin bestehe, verschlimmere die Lage nur. Merkel blieb eisern. Pumpe Deutschland jetzt weitere Euro in den Süden, antwortete sie, würden die Regierungen dort nie lernen, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Die deutschen Steuerzahler würden das nicht mittragen.

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