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US-Präsident Regierungsarzt attestiert Trump "exzellente Gesundheit"

Ist Trump für das Präsidentenamt geeignet? Der Arzt des Weißen Hauses sagt, Trumps Gesundheit und geistige Fähigkeiten seien mehr als zufriedenstellend. Er verrät Blutdruck, Cholesterinwert und Gewicht.

US-Präsident Donald Trump ist nach Einschätzung seines Amtsarztes körperlich und geistig fit. Die jüngste Untersuchung habe ergeben, dass Trump sich insgesamt einer exzellenten Gesundheit erfreue, erklärte der offizielle Mediziner im Weißen Haus, Ronny Jackson, am Dienstag vor Journalisten. Trump komme zugute, dass er sein ganzes Leben auf Tabak und Alkohol verzichtet habe. Bei einem Test zu seinen mentalen Fähigkeiten habe er gut abgeschnitten. "Der Präsident ist geistig sehr klar." Er sei seinen Aufgaben gewachsen. Er habe „absolut keine Sorgen“ wegen der kognitiven Fähigkeiten des 71-Jährigen, habe die Untersuchung aber auf Trumps Bitte hin durchgeführt, sagte Jackson.

Jackson hatte Trump am Freitag untersucht und ihm schon unmittelbar danach eine ausgezeichnete Gesundheit bescheinigt. Das US-Präsidialamt hatte klargemacht, dass die Geisteskraft Trumps nicht untersucht wird. Dem Mediziner zufolge bestand Trump selbst aber auf den Test.

Der 1,90 Meter große Trump habe 108 Kilogramm gewogen und damit gut ein Kilogramm mehr als im September 2016. Das ergibt einen Body-Mass-Index (BMI) von 29,9 - womit Trump nur haarscharf an der Grenze zur Fettleibigkeit vorbeischrammt. Diese wird bei einem BMI von 30 veranschlagt.

Der Arzt erklärte, er habe Trump zu einer Diät und Sport geraten. Der Präsident solle damit zwischen zehn bis 15 Pfund (etwa 4,5 und 6,8 Kilo) abnehmen. Trumps Blutdruck habe 122/74 betragen und sein Gesamtcholesterinwert habe 223. Damit war er höher als von Medizinern empfohlen.

Trump war bei seinem Amtsantritt 70 Jahre alt und damit älter als alle seine Vorgänger bei deren Amtseinführungen. Das Interesse an Trumps Gesundheit ist seit der Veröffentlichung des Enthüllungsbuchs „Fire and Fury“ besonders hoch. In dem Buch wird Trump als kindlich und sprunghaft beschrieben.

Trump wird darin vorgeworfen, mental nicht fit genug für die Präsidentschaft zu sein. Trump bezeichnete sich dagegen auf Twitter als „sehr stabiles Genie“. Jackson ist seit 2006 als Arzt im Weißen Haus tätig, er überprüfte auch den Gesundheitszustand von Trumps Vorgänger Barack Obama.

Steve Bannon verweigert Fragen von Geheimdienstausschuss

Derweil hat der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon sich bei einer Befragung durch einen US-Parlamentsausschuss geweigert, Antworten zu seiner Arbeit im Weißen Haus zu geben. Bannon habe zudem keine Fragen zu seinen Tätigkeiten während der Übergangszeit der Präsidentschaft von Donald Trump beantworten wollen, sagte der Sprecher des Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses Devin Nunes, Jack Langer, der Nachrichtenagentur AP.

Nunes habe Bannon deshalb eine Anordnung von Strafmaßnahmen ausgestellt, falls dieser die gestellten Fragen nicht beantworte. Es war zunächst nicht klar, ob Bannon sich an dem Tag noch äußerte. Das Treffen fand hinter verschlossenen Türen statt.

Der Top-Demokrat des Gremiums, Adam Schiff, warf der Trump-Regierung vor, Bannon eine Redesperre verpasst zu haben. „Das war ein effektvoller Maulkorb des Weißen Hauses“, sagte Schiff. Es sei das erste Mal gewesen, dass Republikaner in dem Ausschuss eine Strafandrohung ausgeben mussten, weil sich ein Zeuge geweigert habe, Fragen zu beantworten. Der Geheimdienstausschuss plane, Bannon ein zweites Mal zu hören, so Schiff.

Ein Sprecher Bannons reagierte nicht auf mehrere Anfragen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, wies die Vorwürfe Schiffs zurück. Niemand habe Bannon dazu ermutigt, nicht transparent zu sein, so Sanders bei einer Pressekonferenz.

Bei einer Befragung Bannons wollte der Ausschuss außerdem mehr über die Überlegungen des Präsidenten bei der Entlassung des FBI-Direktors James Comey herausfinden. Dies berichtete eine Person, die mit der Befragung mit der Sache vertraut war.

Bannon sollte auch zu anderen Handlungen Trumps befragt werden, die das Interesse der parlamentarischen Ermittler geweckt haben, die Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfhelfern und russischen Agenten untersuchen, sagte die Gewährsperson.

Diese Kernfragen betreffen direkt die Ermittlungen des Sonderermittlers Robert Mueller, der beauftragt ist, herauszufinden, ob es zwischen Trumps Wahlkampfhelfern und Russland Geheimabsprachen gab und ob der Präsident die Justiz behinderte, indem er Comey entließ oder andere Handlungen unternahm, um Ermittler zu hindern.

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