US-Präsidentschaftswahlkampf Trump fordert Einreiseverbot für Muslime

Neue Provokation von Präsidentschaftsbewerber Donald Trump: Diesmal hat er es auf die Muslime abgesehen. Die sollen laut seiner Ansicht keinen Fuß mehr in die USA setzen dürfen. Die Konkurrenz ist empört.

Diese Kandidaten wollen 2016 ins Weiße Haus
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Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat als Reaktion auf den Anschlag von San Bernardino ein völliges Einreiseverbot für Muslime in die USA gefordert. Sein Wahlkampfteam veröffentlichte am Montag eine Erklärung, in der Trump das „totale Verbot“ mit dem Ausmaß von Hass begründete, „den große Teile der muslimischen Bevölkerung“ auf Amerikaner hätten. Andere Bewerber seiner Partei und das Weiße Haus kritisierten den Vorstoß.

Trumps Wahlkampfmanager Corey Lewandowski sagte, Ausnahmen sollte es nach Vorstellungen des 69 Jahre alten Milliardärs nicht geben - weder für Muslime, die in die USA einwandern wollten, noch für muslimische Touristen. Ob das Verbot auch für muslimische US-Bürger gelten sollte, die ins Ausland gereist seien, sagte er nicht. Mehr als 5800 Männer und Frauen muslimischen Glaubens dienen beispielsweise im US-Militär oder zählen zu der Reserve.

„Bis wir dazu in der Lage sind, dieses Problem und die gefährliche Bedrohung, die es darstellt, zu ermitteln und zu verstehen, kann unser Land nicht Opfer von entsetzlichen Angriffen von Leuten sein, die nur an den Dschihad glauben und die keinen Sinn für Vernunft oder Respekt für das menschliche Leben haben“, hieß es in der Erklärung. Auf Twitter fügte Trump später hinzu: „Wir müssen sehr wachsam sein!“

Bei den mutmaßlichen Attentätern von San Bernardino, die vergangene Woche in einer kalifornischen Sozialeinrichtung 14 Menschen erschossen, handelt es sich nach Angaben von US-Behörden um ein extremistisch radikalisiertes, muslimisches Ehepaar.

Die politische Konkurrenz wies Trumps erneute provokante Aussagen umgehend zurück. „Donald Trump ist verwirrt“, schrieb der republikanische Präsidentschaftsbewerber Jeb Bush. Seine politischen Vorschläge könne man nicht ernst nehmen. Kandidatin Carly Fiorina sagte: „Trumps Überreaktion ist genauso gefährlich wie Präsident Obamas Unterreaktion.“ John Kasich sprach von „unerhörter Entzweiung“, während Ted Cruz, der stets versucht, Trumps Anhänger nicht zu verärgern, lediglich sagte: „Das ist nicht meine Politik.“

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US-Präsident Barack Obama hatte erst am Sonntag in einer Rede an die Nation über die Tat von San Bernardino gesprochen und sie als „Terrorakt“ bezeichnet. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, warf Trump vor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen.

Heimatschutzminister Jeh Johnson sagte am Montag in der zweitgrößten Moschee seines Landes im US-Staat Virginia, es sei unamerikanisch, Muslime in den USA zu diffamieren und unter Generalverdacht zu stellen. Einen Kommentar zu Trumps Erklärung wollte er nicht abgeben.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders sagte: „Trump und andere wollen, dass wir alle Muslime hassen. Die Vereinigten Staaten sind eine großartige Nation, wenn wir zusammenstehen. Wir sind eine schwache Nation, wenn wir Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zulassen, uns zu teilen.“

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