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US-Sanktionen Ölkonzern Total zieht sich aus Iran zurück

Französischer Ölkonzern Total zieht sich aus Iran zurück Quelle: REUTERS

Der französische Ölriese Total zieht sich aus dem Iran zurück. Schuld sind die US-Sanktionen. Der Iran rückt im Ölgeschäft deshalb nun enger mit China zusammen.

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Der französische Ölriese Total zieht sich nach Angaben der politischen Führung in Teheran aus dem Iran zurück. Zuvor hatte der Konzern wegen der neuen US-Sanktionen gegen den Iran eine fünf Milliarden Dollar schwere und auf 20 Jahre angelegte Vereinbarung zur Erschließung des riesigen South-Pars-Erdgasfeldes aufgekündigt. Der iranische Ölminister Bidschan Sanganeh sagte nach Angaben der Parlamentswebseite Icana.ir am Montag, seine Regierung habe versucht, seit der Entscheidung eine Alternative für Total zu finden. Details nannte er nicht. Total äußerte sich zunächst nicht dazu.

Der Iran hatte in diesem Monat angekündigt, dass der staatliche chinesische Ölkonzern CNPC einen Mehrheitsanteil von 80 Prozent an dem Projekt übernehme. CNPC hatte bei Vertragsabschluss im Juli 2017 rund 30 Prozent der Anteile besessen. Die neuen US-Sanktionen waren in diesem Monat in Kraft getreten, nachdem Präsident Donald Trump sein Land im Mai aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen hatte. Der französische Ölriese Total zieht sich nach Angaben der politischen Führung in Teheran aus dem Iran zurück. Zuvor hatte der Konzern wegen der neuen US-Sanktionen gegen den Iran eine fünf Milliarden Dollar schwere und auf 20 Jahre angelegte Vereinbarung zur Erschließung des riesigen South-Pars-Erdgasfeldes aufgekündigt. Der iranische Ölminister Bidschan Sanganeh sagte nach Angaben der Parlamentswebseite Icana.ir am Montag, seine Regierung habe versucht, seit der Entscheidung eine Alternative für Total zu finden. Details nannte er nicht. Total äußerte sich zunächst nicht dazu.

Wegen der US-Sanktionen rücken indes Iran und China im Öl-Geschäft noch enger zusammen. China lässt Öl-Importe inzwischen fast ausschließlich über iranische Tanker abwickeln, wie Schifffahrts-Daten von Thomson Reuters zeigen. Im Juli gehörten alle 17 gecharterten Tanker der iranischen Staatsreederei NITC. Mehrere Vertreter chinesischer Import-Gesellschaften sagten zudem, dass die Versicherung von Fracht und Tankern jetzt ausschließlich vom Iran garantiert werde. "Das ist vor kurzem vereinbart und umgesetzt worden", sagte der Vertreter einer chinesischen Handelsgesellschaft. Das internationale Versicherungsgeschäft ist weitgehend in den Händen von US-Konzernen oder solchen mit Sitz in Europa. Diese ziehen sich wegen des US-Drucks aus dem Iran zurück.

Die USA hatten das Atom-Abkommen mit dem Iran gekündigt und Sanktionen in verschiedenen Bereichen in Kraft gesetzt, um den Iran zu einem umfassenderen und restriktiveren Atom-Abkommen zu zwingen. Zugleich hat US-Präsident Donald Trump deutlich gemacht, dass jedem, der mit dem Iran Geschäfte mache, Geschäftstätigkeit in den USA verwehrt werde. Wegen der weit größeren Bedeutung des amerikanischen Marktes ziehen sich daher zahlreiche Unternehmen aus dem Iran zurück.

Das Öl-Geschäft soll ab November in die Sanktionen aufgenommen werden. Es ist für den Iran die wichtigste Einnahmequelle und China ist der größte Kunde. Die Käufe belaufen sich monatlich auf geschätzt 1,5 Milliarden Dollar.

Das System auf iranische Schiffe und auf iranische Versicherungen zu setzen, hatten China und Iran bereits zwischen 2012 und 2016 erprobt. In der Zeit vor dem Atom-Abkommen sollten so die umfassenden westlichen Sanktionen umgangen werden.

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