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US-saudische Allianz? Der Ölpreis wird zur Waffe

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US-Ölindustrie ächzt unter niedrigen Preisen

Als Hauptursache der preisdrückenden Überversorgung der Weltwirtschaft mit Öl gilt die Ausweitung der US-Produktion. Quelle: dpa

Hat Putin wegen des sinkenden Ölpreises denn überhaupt etwas an seiner Strategie ändern müssen? „Die Antwort ist nein“, sagt Professorin Angela E. Stent von der Georgetown Universität. Der Ölpreis sei neben Sanktionen und Misswirtschaft ohnehin nur ein Problem von vielen für Moskau.

„Doch die wirtschaftlichen Schäden haben zu keinem Kurswechsel Putins geführt.“ Stattdessen hätten sich in der Krise Teile der Unternehmerelite, wie der Stahl-Tycoon Alexej Mordaschow, patriotisch zum Kreml bekannt.

Als Hauptursache der preisdrückenden Überversorgung der Weltwirtschaft mit Öl gilt die Ausweitung der US-Produktion. Dank der ökologisch umstrittenen und politisch nur bedingt steuerbaren Fördertechnik Fracking pumpen die USA so viel Öl wie seit den 1970er-Jahren nicht mehr.

Für die Saudis, noch größter Ölproduzent, stellt das eine Bedrohung beim Kampf um Marktanteile dar. Dass die Scheichs ihr Ölangebot nicht verknappen und sogar die Preise senkten, trifft laut vielen Analysten in erster Linie die neue US-Konkurrenz.

Welche Staaten über die größten Ölressourcen verfügen

Die US-Ölindustrie ächzt unter den niedrigen Preisen - die Bohranlagen haben sich schon fast halbiert, die Gewinne sinken, Tausende für die US-Wirtschaft wichtige Jobs werden gestrichen. Von einer Zermürbung der Regime in Moskau oder Teheran ist bislang hingegen weniger zu sehen. Putin macht Ölgeschäfte in China und Indien, sein Rückhalt im eigenen Land ist gestiegen. Der Iran steht nach einem Atom-Deal mit dem Westen, der nicht nur in Israel und im US-Kongress Kritik hervorrief, vor gelockerten Sanktionen.

Einzig Venezuela, das mehr als 90 Prozent seiner Exporte mit Ölprodukten bestreitet, gerät immer heftiger in die Bredouille. Ob die geopolitische Bedeutung des Landes allerdings groß genug ist, um eine bewusst gesteuerte Demontage mittels Ölpreis-Dumping zu rechtfertigen, bleibt fraglich. Staatschef Maduro ist zudem für verschärfte Ansichten bekannt: Glaubt man ihm, so sind Putschversuche, Attentatspläne und Konspiration - bei denen das „US-Imperium“ stets die Finger im Spiel hat – in Venezuela Alltag.

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