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US-Vorwahl Gingrich ohne Chance

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Konservatismus pur

Obamas Konkurrenten
Die Kandidaten der Republikaner
Herman Cain Quelle: dapd
Michele Bachman Quelle: REUTERS
Jon Huntsman Quelle: dapd
Newt Gingrich Quelle: REUTERS
Rick Perry Quelle: dapd
Rick Santorum Quelle: dpa

Für die Republikaner wäre das aber fatal. Gingrich steht für Konservatismus pur: Er attackierte die „Occuppy-Wall-Street“-Demonstranten („Nehmt erst einmal ein Bad, und sucht euch dann einen anständigen Job“) und ist in der Außenpolitik ein Hardliner. Er misstraut China, dem Iran und den Palästinensern, die „ein erfundenes Volk“ seien. Von einer Reduzierung der Truppenstärke, oder gar einer Rückholung aller US-Truppen, wie es sein liberaler Mitbewerber Ron Paul fordert, hält Gingrich nichts.

Zuletzt überraschte er mit dem Vorschlag, die Gesetze zur Kinderarbeit zu lockern. „Ein neuer Hausmeister verdient doppelt so viel wie ein junger Lehrer wegen der Gewerkschaften. Mein Modell sähe einen erwachsenen Hausmeister und einen Assistenten vor. Dann nimmt man den Rest des Geldes und beschäftigt jede Menge Kinder in Teilzeit.“ Massenkompatibel ist Gingrichs mit diesen Ansichten nicht. Und genau das muss ein Bewerber sein, um ins Weiße Haus einziehen zu können.

US-Präsident Barack Obama Quelle: REUTERS

Die US-Wahlen am ersten Dienstag im November werden – wie in Deutschland auch – von den Wechselwählern entschieden. Die „Independents“ haben sich bei der 2008er-Wahl für Obama entschieden und ihn zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gemacht. 2010 bei den Kongresswahlen wandten sie sich von den Demokraten ab; die Republikaner gewannen deutlich die Mehrheit im Capitol. Umfragen zeigten zuletzt, dass die Wechselwähler aktuell wieder hinter Barack Obama stehen. Die Mehrheit würde für den Amtsinhaber votieren, wenn die Wahlen schon jetzt wären. Für Newt Gingrich sprachen sich nur ein Viertel der „Independents“ aus.

Ausland



Der 68-Jährige steckt in einem Dilemma. Rückt er in die Mitte, stärkt er zwar seine Position bei den Wechselwählern. Doch gleichzeitig braucht er im Vorwahlkampf dringend die Stimmen der erz-konservativen Rechten, um Romney zu überflügeln. In diesem Szenario gibt es auf Seiten der Republikanern keine Gewinner. Der wahre Sieger der Vorwahlen in South Carolina ist einer, der gar nicht zur Wahl stand: US-Präsident Barack Obama.

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