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US-Vorwahlen Können Gingrichs Jobpläne aufgehen?

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Der Niedergang des Produktionssektors

Die republikanischen Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur Quelle: dapd

Der Amtsinhaber weiß, um die Notwendigkeit, Straßen, Flughäfen, Stromnetze und Internetleitungen zur Verfügung zu stellen bzw. zu sanieren. Seine Regierung wollte den Ausbau der Infrastruktur zum Herzstück der Wirtschaftspolitik machen. Doch die Programme wurden zwischen den zuständigen Ministerien und Fachabteilungen gekürzt, zerredet und umstrukturiert.

Ein zweites zentrales Problem der US-Wirtschaft ist der Niedergang des Produktionssektors. Wie in allen westlichen Industrieländen hat sich der Arbeitsmarkt radikal gewandelt, weg von einfachen Arbeiten, die in den Schwellen- und Entwicklungsländern viel billiger erledigt werden können.

1988 waren noch 39 Prozent aller Arbeitnehmer in der verarbeitenden Industrie tätig, 2004 nur noch neun Prozent, Tendenz weiter rasant fallend. Zwischen 2000 und heute sank die Zahl der Jobs in diesem Bereich um 32 Prozent.

Wenig Ingenieure, noch weniger Ideen

Aus allen früheren Krisen kamen die USA gestärkt heraus, weil kluge Köpfe völlig neue, überraschende Güter und Dienstleistungen auf den Markt warfen und für einen neuen Boom sorgten.Doch seit dem Millennium fehlt es an Ideen, an Entwicklung und an klugen Köpfen.

Die Zahl der Ingenieurs-Studenten etwa war 2009 mit gut 84.600 Studenten geringen als 1989 (rund 85.000 Studenten) – obwohl die Zahl der Studenten drastisch gestiegen ist. Hinzu kommt: Immer weniger der angehenden Ingenieure schaffen ihren Abschluss. Die Zahl der Absolventen sank zwischen 1989 und 2009 um gut elf Prozent.

Zahlen, die Newt Gingrich kennt. Doch statt für ein Ingenieursstudium zu werben, Geld für Universitäten und Forschung bereitzustellen, will er die Ausbildung verkürzen. „Ingenieure brauchen heute in der Regel acht Jahre zum Studieren. Wir haben den Zweiten Weltkrieg in nur drei Jahren und acht Monaten gewonnen“, polterte Gingrich neulich in einer TV-Debatte.

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