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US-Vorwahlen Erz-Konservative verbünden sich gegen Romney

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Geld rückt in den Fokus

Auf reiche Freunde kann sich auch Newt Gingrich verlassen: Das Gingrich-nahe Super-PAC

Doch auch Romneys Konkurrent Newt Gingrich hat mächtige und reiche Freunde, etwa den Kasino-Mogul Sheldon Adelson. Er gab dem Super-Pac „Winning our future“ Anfang des Jahres einen Scheck über fünf Millionen US-Dollar. „Ich halte Gingrich für den besten Kandidaten, und er wäre der beste Präsident“, erklärte der Milliardär aus Las Vegas.

"Es wird viel Geld eingesammelt, keine Frage. Ich glaube aber, dass die finanziellen Mittel den Ausgang der Wahl nicht beeinflussen", sagt Andreas Falke. Er mutmaßt, dass sich die Bewerber ums Präsidenten-Amt ähnlich hohe Summen an Land ziehen werden. Schließlich seien auch pro-demokratische Kräfte, wie etwa Gewerkschaften mit üppigem Geld ausgestattet.

FAQ US-Vorwahlen

Geld spielt in diesem Wahlkampf also keine Rolle? Doch. Aber anders als es Mitt Romney lieb sein kann. Seine Gegner haben Romneys Vermögensverhältnisse genau durchleuchtet – um anschließend kritische Fragen zu stellen. Schnell zeigte sich: Der Muli-Millionär, der in öffentlichen Reden über das amerikanische Steuersystem schimpft, profitiert von ebenjenem ziemlich gut.

Obwohl Romneys Vermögen auf bis zu 250 Millionen US-Dollar geschätzt wird, zahlt der Ex-Gouverneur von Massachusetts wie er am Dienstag selbst gestand, einen geringeren Steuersatz als ein Großteil seiner Landsleute. Romney gab an, nur einen Einkommenssteuertarif von 15 Prozent zu zahlen, weil seine Einkünfte überwiegend aus Investmentgeschäften stammen. Das liegt deutlich unter dem Steuersatz von 35 Prozent, den US-Topverdienern eigentlich zahlen müssen.

In dem tief gespaltenen Land, in dem die Mittelschicht schrumpft und der Ärger über soziale Ungerechtigkeit wächst, sind diese Nachrichten eine Steilvorlage für Romneys Gegner, inklusive Amtsinhaber Barack Obama. Über den Pressesprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, ließ Obama erklären, dass er an seiner Überzeugung festhalte, dass Millionäre und Milliardäre keinen niedrigeren Steuersatz haben sollten als Mittelklasse-Amerikaner. Obama wolle sich der Sache annehmen. Carney ergänzte: „Jeder sollte seinen fairen Anteil zahlen. Auch Millionäre, die einen Steuersatz in Höhe von 15-Prozent haben, während Leute mit 50.000, 75.000 oder 100.000 Dollar viel mehr aufbringen müssen.“

Mitt Romney lächelt die Kritik bislang tapfer weg. Doch er weiß: Für ihn wird der Wahlmarathon nun noch härter, die Verschwörer können auf eine Wende hoffen.

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