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US-Vorwahlen Können Gingrichs Jobpläne aufgehen?

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Gingrich fordert verkürzte Ausbildungszeiten

Newt Gingrich beim Wahlkampf in Florida Quelle: dpa

Gingrich fordert die Studiums- und Ausbildungszeiten zu verkürzen – und Jugendliche früher in die Arbeitswelt zu entlassen. „Ich habe ein Angebot an alle Eltern: Wählt uns und eure Kinder werden früher von zu Hause ausziehen, weil sie es können, weil sie eine Arbeit bekommen“, so Gingrich weiter.

Wie nachhaltig die Arbeit ist und wie lange junge US-Amerikaner in der globalisierten Welt mithalten können, wenn sie weniger Wissen mitbringen, verrät der Erz-Konservative nicht.
Erfolgversprechender ist da Gingrichs Ansatz, die Bürokratie-Hürden abzubauen. Hier hat der Präsidentschaftsbewerber recht: Sie hemmen Unternehmensgründungen und Investitionsbereitschaft, schmälern Gewinne und kosten Jobs.
Der Republikaner könnte Regulierungsbehörden bündeln, bei den anonymisierten Bewerbungen ansetzen und dort, wo die Gewerkschaften für Protektionismus und gegen Wettbewerb sind, den Dialog suchen.

Kampf gegen die Gewerkschaften

Doch Gingrich attackiert, statt zu moderieren. Er geißelt die Gewerkschaften als „Job-Verhinderer“ und heizt so die Stimmung unnötig an. Dabei verkennt er, dass die Zeit für ihn läuft. Mehrere konservative Gouverneure gehen gegen die Finanzierungsmodelle der Gewerkschaften vor.

In Arbeit
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Bisher können die Arbeitsnehmervertreter verpflichtende Gebühren von allen Angestellten eines Betriebs einfordern, den sie organisieren – egal ob der einzelne Arbeiter Mitglied einer Gewerkschaft ist oder nicht. Mehrere US-Staaten im Nordwesten wollen gegen dieses Modell vorgehen und gesetzlich regeln, dass Gewerkschaften nur noch Mitgliedsbeiträge und freiwillige Leistungen einstreichen. Das wäre ein herber Rückschlag für die Arbeitnehmervertreter.

Fazit: Der US-Arbeitsmarkt ist in vielen Bereichen dringend reformbedürftig. Doch statt Steuererleichterungen für Privilegierte zu proklamieren, sollte Gingrich in die Infrastruktur und in Bildung investieren. So entstehen zwar erst langfristig Jobs, diese dürften dann aber nachhaltig sein, auf Dauer das Staatsdefizit reduzieren – und irgendwann einmal Platz für Steuersenkungen schaffen.

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