US-Vorwahlen Mitt Romney sichert sich die Kandidatur

Obamas Gegner Mitt Romney ist die Kandidatur um das Präsidentenamt nicht mehr zu nehmen. In Texas hat er einen klaren Sieg errungen. Romneys einziger verbliebener Gegenkandidat Ron Paul hatte den Wahlkampf schon aufgegeben.

Mitt Romney Quelle: REUTERS

Er ist Multimillionär, Mormone und kein Fan von US-Präsident Barack Obama. So lässt sich der Republikaner Mitt Romney beschreiben, der im November das Weiße Haus von den Demokraten zurückerobern will. Nach dem Rückzug seines bis zuletzt härtesten Rivalen, Rick Santorum, konnte sich Romney bereits vor Wochen auf den Wahlkampf gegen Obama einstellen.

Mit einem Sieg bei der Vorwahl in Texas hat sich der US-Republikaner Mitt Romney die Nominierung als Präsidentschaftskandidat gesichert. Einem vorläufigen Ergebnis zufolge konnte er bei der Abstimmung in dem Südstaat am Dienstag mindestens 88 der 152 Delegierten für sich gewinnen. Eine deutliche Mehrheit auf dem Nominierungsparteitag im August steht damit fest. Im November wird Romney voraussichtlich dann gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama antreten.

Die Nominierung galt bereits vor der Wahl in Texas als sicher, da der einzige verbliebene Gegenkandidat Ron Paul den Wahlkampf schon weitgehend eingestellt hatte. Nach einer Zählung am Dienstagabend kommt Romney auf mindestens 1174 Delegiertenstimmen - und damit auf 30 mehr als für eine Mehrheit notwendig. 64 der Stimmen in Texas waren zunächst noch offen.

Hier wird die US-Wahl entschieden
Nur sieben Staaten sind noch offenMitt Romney fordert Amtsinhaber Barack Obama am 6. November bei den US-Wahlen aller Voraussicht nach heraus. Ende August wählen die Republikaner offiziell ihren Kandidaten – doch schon jetzt läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Bis zu zwei Milliarden US-Dollar wollen die beiden Lager für Wahlwerbung ausgeben. Dabei steht in vielen Bundesstaaten das Ergebnis so gut wie fest. Glaubt man Umfragen und den Erfahrungen aus den Vorjahren kann Obama mindestens 20 Staaten garantiert für sich holen, darunter die bevölkerungsreichen und stimmgewichtigen Länder Kalifornien, New York, Pennsylvania und Illinois. Der Amtsinhaber käme dadurch allein schon auf 247 der 270 benötigten Wahlmänner. Romney kann mindestens 23 Staaten holen (vor allem im Süden und im Mittleren Westen), kommt aber – sollten keine weiteren Staaten hinzukommen – nur auf 206 Stimmen. Nur in sieben Staaten – dort geht es um 85 Wahlmänner – ist das Rennen noch offen. In diesen Bundesstaaten werden die US-Wahlen entschieden. Quelle: dapd
NevadaDer Staat im Westen der USA ist landwirtschaftlich geprägt. Neben der Viehwirtschaft trägt auch der Bergbau entscheidend zum Bruttoinlandsprodukt bei. Nevada wäre aufgrund seiner Struktur klassisches republikanisches Gebiet – wäre da nicht Las Vegas. Die größte Stadt des 2,7-Millionen-Staates ist liberal und Hoheitsgebiet der Demokraten. Insgesamt ist Nevada ein klassischer „swing state“: Mal gewinnen hier die Demokraten (wie bei der letzten Wahl 2008), mal die Republikaner (wie 2004 unter George W. Bush). In diesem Jahr erhoffen sich die Republikaner einen zusätzlichen Bonus durch die Glaubensrichtung Mitt Romneys. Er ist – wie knapp 120.000 Bewohner Nevadas – Mormone. Nur im Nachbarstaat Utah leben mehr Anhänger der Kirche Jesu Christi der Letzten Tage als in Nevada. In dem siebtgrößten Bundesstaat geht es 2012 um sechs Wahlmänner. Quelle: REUTERS
ColoradoBis 2008 konnten die Demokraten seit dem Ende des zweiten Weltkriegs nur drei Mal die Mehrheit in Colorado holen (1948 unter Harry S. Trumann, 1964 unter Lyndon B. Johnson und 1992 unter Bill Clinton). Dennoch gilt der Rocky-Mountains-Staat inzwischen als „swing state“. Grund ist vor allem die Urbanisierung der Hauptstadt Denver. Im Großraum der Universitätsstadt lebt knapp die Hälfte des 5-Millionen-Staates. Sie wählen zumeist demokratisch. So auch 2008, als Barack Obama – im Bild beim Nominierungsparteitag in Denver – als vierter Demokrat seit 1945 den Staat für seine Partei gewinnen konnte. 2012 geht es um neun Wahlmänner, Obama liegt in den Umfragen mit bis zu 13 Prozentpunkten vorne. Quelle: REUTERS
IowaDie größte Stadt Iowas, Des Moines, hat gerade einmal gut 200.000 Einwohner, die Wirtschaft setzt auf den Verkauf von Maschinen, Elektronik, Schweine, Mais und Kartoffeln. Iowa wird in den USA wenig beachtet – es sei denn, es ist Wahlkampf. Traditionell ist Iowa der Staat, in dem die ersten Vorwahlen der Parteien abgehalten werden. Und die haben eine besondere Bedeutung, denn seit 1972 hat fast kein Kandidat mehr die Nominierung seiner Partei gewonnen, wenn er nicht zuvor im Agrarstaat gewonnen hat. Anders 2012. Mitt Romney unterlag denkbar knapp seinem Herausforderer Rick Santorum. Dennoch musste der gläubige Christ im April passen und dem ungeliebten Romney den Vortritt überlassen. Auch bei der Hauptwahl richten sich die Augen auf Iowa. Schließlich ist der Bundesstaat traditionell ein „swing state“, in dem die Vorhersagen von Wahlausgängen schwierig sind. Barack Obama sollte sich auf seinen 10-Punkte-Vorsprung in Umfragen deshalb nicht ausruhen. Quelle: REUTERS
Ohio18 Wahlmänner stehen in Ohio auf dem Spiel. Gewinnt Obama hier, braucht er – neben den erwarteten Siegen – nur noch einen der kleinen „swing states“ holen (etwa Iowa), um eine zweite Amtszeit im Weißen Haus antreten zu können. Ohio ist ein klassischer Arbeiterstaat, die Industrie stellt einen großen Teil der Jobs. Viele Jobs sind konjunkturabhängig, schwächelt die Wirtschaft, ist Ohio meist besonders betroffen. Der Bundesstaat ist traditionell ein „swing state“. Demokratische Hochburgen befinden sich im Nordosten Ohios, etwa um die Städte Cleveland und Youngstown. Im Südwesten votieren viele Bürger hingegen für die Republikanische Partei. Zuletzt spielte Ohio bei den Präsidentschaftswahlen 2004 das Zünglein an der Waage, als Präsident George W. Bush mit nur 50,8 Prozent der Stimmen alle Wahlmännerstimmen Ohios auf sich vereinigen konnte und so sein Amt gegen seinen demokratischen Herausforderer John Kerry verteidigte. Obama liegt in den Umfragen rund fünf Prozentpunkte vor seinem Herausforderer. Doch stockt der wirtschaftliche Aufschwung, dürfte der Vorsprung des Präsidenten schnell schmelzen. Quelle: REUTERS
New HampshireDer Mini-Staat an der Nordost-Küste der USA ist der konservativste Staat der Region. Während alle anderen Staaten an der Nordost-Küste traditionell demokratisch wählen, wechseln die Mehrheitsverhältnisse in New Hampshire oft. Obama wird es – trotz deutlicher Führung in den Umfragen – schwer haben, die vier Wahlmänner hier zu gewinnen. Denn die Bürger sind nicht nur launisch, sondern auch sehr liberal. Sie leben das Staatsmotto, das lautet: „Live free or die“ – „Lebe frei oder stirb“. Zu viel Macht des Staates lehnen sie ab. Steuererhöhungen ebenso. In New Hampshire, das vom Bergbau, der Elektro- und Papierindustrie lebt, gibt es keine allgemeinen Mehrwert- oder Einkommensteuern. Quelle: dapd
VirginiaAus keinem Bundesstaat der USA stammen mehr US-Präsidenten als aus Virginia. Acht ehemalige Staatsmänner sind in Virginia, dem 8-Millionen-Einwohner-Staat an der Ostküste, geboren. Mit dieser Zahl kann nur Ohio mithalten, das ebenfalls Heimat von acht US-Präsidenten ist. Bis heute spielt Virginia bei den US-Wahlen eine wichtige Rolle. Zwar galt der Bundesstaat seit dem Amerikanischen Bürgerkrieg lange Zeit als anti-republikanisch, doch von 1952 bis heute haben die Bürger des „Old Dominion“-States nur noch 1964 mit Lyndon B. Johnson und erst wieder 2008 mit Barack Obama für einen demokratischen Präsidentschaftsbewerber gestimmt.   Virginia entsendet 2012 13 Wahlmänner ins „Electoral College“, das den Präsidenten und den Vizepräsidenten wählt. Quelle: REUTERS

„Ich fühle mich geehrt, dass Amerikaner im ganzen Land meiner Kandidatur ihre Unterstützung gegeben haben“, erklärte der frühere Gouverneur von Massachusetts am Abend in einer Mitteilung. Es erfülle ihn mit Ehrfurcht, ausreichend Delegierte gewonnen zu haben, um für die Republikaner als Präsidentschaftskandidat antreten zu dürfen. Den Abend verbrachte Romney in Las Vegas, wo er eine Spendengala mit dem Immobilienunternehmer Donald Trump besuchte.

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