1. Startseite
  2. Politik
  3. Ausland
  4. US-Wahlen 2024: Nikki Hayley gibt South Carolina nicht auf

US-VorwahlenNikki Haley gibt nicht auf

Bei der Vorwahl in South Carolina droht der Ex-Gouverneurin die nächste Demütigung. Donald Trump ist die Nominierung seiner Partei kaum noch zu nehmen. Trotzdem macht Haley weiter.Julian Heißler 23.02.2024 - 10:52 Uhr

Nikki Haley

Foto: imago images

Am Dienstag wollte Nikki Haley etwas klarstellen. Sie hatte die Presse nach Greenville, South Carolina, geladen, um eine Erklärung abzugeben. Solche Ankündigungen sind oft das letzte Lebenszeichen einer Präsidentschaftskampagne.

Die Chance, sich einmal mehr den Anhängern zu präsentieren, den Unterstützern zu danken und die Partei auf Geschlossenheit einzuschwören. Doch Haley hatte andere Pläne. „Wir küren in diesem Land keine Könige. Wir haben Wahlen“, so die ehemalige UN-Botschafterin. „Deshalb weigere ich mich, aufzugeben. South Carolina wird am Samstag wählen. Aber am Sonntag werde ich immer noch als Präsidentin kandidieren. I'm not going anywhere.“

Haley will also weiterkämpfen. Doch ihre Erfolgsaussichten sind verschwindend gering. In Umfragen liegt sie weit abgeschlagen hinter Donald Trump. Der Ex-Präsident führt selbst in South Carolina, ihrem Heimatstaat, den sie sechs Jahre lang als Gouverneurin regierte, mit rund 30 Prozentpunkten Vorsprung. Landesweit sieht es noch bitterer aus.

US-Wahl 2024

Gerontokratie: Überstehen Trump und Biden eine weitere Amtszeit?

Das mächtigste Amt der Welt geht an einen Greis – egal, ob Biden oder Trump gewinnt. Ein Untersuchungsbericht weckt neue Zweifel an Bidens Tauglichkeit. Sind die betagten Politiker noch in der Lage, ihr Land zu regieren?

Daran konnten auch die jüngst wieder aufkommenden Trump-Skandale nichts ändern. Das ehemalige Staatsoberhaupt war in der vergangenen Woche in einem Zivilprozess wegen Betrugs zu einer Strafzahlung in Höhe von mehr als 350 Millionen Dollar verurteilt worden. Auch verglich sich Trump mit dem jüngst verstorbenen Kremlgegner Alexey Nawalny – und das, nachdem er tagelang zu dessen Tod geschwiegen hatte. Und immer wieder beleidigte er Haley, insinuierte unter anderem, dass ihr Mann sie verlassen habe, da er bei ihren Wahlkampfauftritten nie dabei sei. Der eigentliche Grund für Michael Haleys Abwesenheit: Der Army-Offizier ist derzeit vor dem Horn von Afrika stationiert.

Dass Trump solche verbalen Ausfälle bei seinen Anhängern nicht schaden, ist acht Jahre nach seinem ersten Wahlsieg eingepreist. Der 77-Jährige ist weiterhin die dominierende Figur bei den Republikanern. Und an der Parteibasis scheint es kein Bedürfnis zu geben, daran etwas zu ändern.

Trotzdem kämpft Haley weiter. Schon am kommenden Dienstag findet die Vorwahl in Michigan statt. Eine Woche später dann folgt der Super Tuesday, an dem 16 Staaten und das Territorium American Samoa abstimmen. Nirgendwo kommt die Ex-Gouverneurin in Umfragen auch nur in die Nähe von Trump. Da stellt sich die Frage: Warum tut sie sich das an?

Lesen Sie auch: Alles Wichtige zum Duell um die US-Präsidentschaft

Offiziell sagt Haley, sie habe durchaus noch eine Chance auf die Nominierung, verweist auf ihre hervorragenden Umfragewerte im Wettbewerb mit Präsident Joe Biden. Tatsächlich schneidet sie im direkten Vergleich mit dem Amtsinhaber derzeit deutlich besser ab als Trump. Ihr Argument: Mit mir als Kandidatin gewinnen die Republikaner das Weiße Haus zurück. Mit Trump auf dem Wahlzettel werde die Partei hingegen erneut verlieren. Untergraben wird diese Botschaft gleichwohl von dem Umstand, dass auch der Ex-Präsident in zahlreichen Umfragen vor Biden liegt. An der Basis glaubt man daher schlicht nicht, dass man eine eher moderate Kandidatin wie Haley aufstellen muss, um die Demokraten zu schlagen.

Doch Haley lässt bei diesem Punkt nicht locker. Seitdem sie die einzige Gegenkandidatin ist, die sich noch gegen eine erneute Trump-Nominierung stellt, hat sie ihre Kritik am Ex-Präsidenten massiv verstärkt. Bei ihren Auftritten in South Carolina greift sie seine vergangene Amtsführung an, kritisierte scharf seine jüngsten Äußerungen über die Beistandspflicht der Amerikaner zu NATO-Partnern und griff immer wieder auch die juristischen Probleme des 77-Jährigen auf. Das Problem: Die Primary-Wähler mögen Trump. Und Kritik an ihm sind sie gewohnt.

Trotzdem scheinen Trump die andauernden Angriffe aus den eigenen Reihen zu stören. Seine Kampagne reagiert scharf auf Haleys Attacken, schreckt auch vor latent rassistischen Anklängen gegen die indischstämmige Haley nicht zurück. Zwar dürfte die Ex-UN-Botschafterin Trump im Wettstreit um die Nominierung nicht mehr gefährlich werden, doch mit Blick auf die Wahl im Herbst könnte Haleys Kritik Spuren hinterlassen. Schließlich kommt sie bei genau den Wählern gut an, die zwar zu den Republikanern tendieren, aber mit Trump nicht viel anfangen können.

2020 gewann Biden diese Gruppe. Als heimliche Hilfestellung für den Demokraten will Haley ihre Kandidatur gleichwohl nicht verstanden wissen. Sie habe eine „Handvoll“ Probleme mit Trump, so die Kandidatin in Greenville. Mit Biden habe sie gleichwohl „unzählige“ Probleme.

Lesen Sie auch: Darum ist Joe Biden die Kandidatur nicht mehr zu nehmen

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick