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US-Vorwahlen Erz-Konservative verbünden sich gegen Romney

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Republikaner schlagen gegenseitig auf sich ein

Die Zweifel an Mitt Romney wachsen: Steht er auf der Seite der Bürger - oder auf der Seite des Finanzkapitals? Romneys parteiinterne Gegner werfen dem ehemaligen CEO des Finanzinvestors Bain Capital vor, eine Heuschrecke gewesen zu sein und Zehntausende Jobs vernichtet zu haben. Quelle: dapd

Schon jetzt schlagen die so genannten Super-PACs („Political Action Committee“) – Lobbygruppen, die mit hohem finanziellen Aufwand den Wahlkampf eines Bewerbers unterstützen – wild um sich. Romney gegen Gingrich, Paul gegen Santorum – aber vor allem: alle gegen Romney. Der Dreifach-Sieger ist zur Zielscheibe der eigenen Partei geworden. Um doch noch an dem Ex-Gouverneur von Massachusetts vorbeizuziehen, hat die  Unterstützergruppe von Newt Gingrich, das PAC „Winning our future“, beispielsweise ein 27-minütiges Anti-Romney-Video aufgezeichnet.

„When Mitt Romney came to town“ heißt der Dokumentarfilm, der zuletzt vor allem in South Carolina verbreitet wurde. Darin wird explizit Romneys Rolle bei Bain Capital beleuchtet, ein Finanzinvestor, der allein unter Mitt Romney über 150 Firmen aufgekauft, saniert und mit hohem Profit weiterverkauft hat. Der Gründer und Ex-CEO Romney wurde zum Multi-Millionär, Zehntausende Arbeiter arbeitslos, heißt es in dem Werbefilm, der vier konkrete Beispiele aufzählt.

Die Wege von Mitt Romney

Romney als Heuschrecke? Für den Präsidentschaftsbewerber könnte es keinen schlimmeren Vorwurf geben. Schließlich stagniert die Arbeitslosigkeit in den USA auf hohem Niveau, sie liegt aktuell bei 8,5 Prozent.  Die Mittelschicht schrumpft, der Ärger um soziale Ungerechtigkeit wächst. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wird aller Voraussicht nach das zentrale Wahlkampfthema in diesem Jahr. Verdichten sich die Heuschrecken-Vorwürfe, dürfte Romney keine Chance auf den Einzug ins Weiße Haus haben.

Viele Anhänger der Republikaner fürchten längst, dass der harte Vorwahlkampf den kommenden Obama-Herausforderer – wer auch immer es wird – bereits so beschädigt, dass der Amtsinhaber leichtes Spiel hat. "Durch die Existenz der Super-PACs ist der Wahlkampf für die Kandidaten unkontrollierbar geworden", sagt Amerika-Kenner Andreas Falke. "Die PACs sind frei laufende Torpedos." Mit verheerenden Folgen für die letzten vier verbleibenden republikanischen Bewerber. Denn je länger der Vorwahlkampf geht, desto größer sind Obamas Chancen. Und es spricht vieles dafür, dass die Republikaner noch lange brauchen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden.

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