US-Vorwahlen Romney gewinnt in drei Bundesstaaten

Mit seinem Dreifach-Triumph hat Mitt Romney einen weiteren Schritt in Richtung Präsidentschaftskandidatur gemacht. Am 24. April könnte sich schon entscheiden, ob er gegen Obama antritt.

Millionen von der Wall Street
Die größten Spender von Mitt RomneyNoch liegt Mitt Romney deutlich hinter US-Präsident Barack Obama. Sowohl in der Wählergunst, als auch beim Spendensammeln. Der Amtsinhaber hat bislang Spenden in Höhe von über 86 Millionen US-Dollar eingesammelt. Sein ärgster Herausforderer kommt auf gut 32,2 Millionen US-Dollar. Ein Großteil der Geldgeber des US-Republikaners und ehemaligen Gouverneurs des Bundesstaates Massachusetts, Mitt Romney, stammt von der Wall Street. Größter Sponsor… Quelle: FEC Quelle: dpa
… sind die Angestellten und Mitglieder der Geschäftsführung der New Yorker Investmentbank Goldman Sachs. Von den Beschäftigten des Finanzdienstleisters gingen 354.700 US-Dollar auf das Konto von Romney und dessen Unterstützergruppen ein, listet die „Federal Election Commission“, die Kontrollbehörde für Präsidentenwahlen in den USA auf. Hintergrund: Jede Einzelperson, die mehr als 200 US-Dollar an einen Politiker überweist, muss neben Namen und Wohnort auch ihren Arbeitgeber angeben. Quelle: dapd
Auch den Angestellten der Credit Suisse ist Romney offenbar näher als US-Präsident Barack Obama. Über 250.000 US-Dollar haben Angestellte des US-Ablegers der Schweizer Bank für den US-Vorwahlkampf bereits locker gemacht, 86 Prozent des Geldes floss an die Republikaner. Insgesamt gingen bereits 195.250 US-Dollar an Romney. Grund für den starken Zuspruch der Wall Street: Romney hat einen Master of Business Administration und arbeitete unter anderem für die Unternehmensberatung Bain & Company in Boston. Später war der heute 64-Jährige Gründungspartner der 1984 gegründeten Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital. Quelle: rtr
Ähnlich deutlich ist das Votum bei der Geschäftsführung und der Belegschaft der US-Bank Morgan Stanley. Von den über 400.00 US-Dollar Spendengeldern gingen 82 Prozent an die Republikaner. Der größten Teil des Kuchens ging an Romney bzw. an seine Unterstützergruppen. 185.800 US-Dollar spendeten die Banken, um Werbespots, Wahlkampfauftritte und Berater mitzufinanzieren. Quelle: AP Photo
Einzelpersonen dürfen in den USA nicht mehr als 5000 US-Dollar spenden. Jedenfalls nicht direkt an den Kandidaten. An ihrer Stelle springen die so genannten „PACs“ ein, „Political Action Committees“. Diese Lobbygruppen unterstützen Präsidentschaftskandidaten – am liebsten, in denen sie die politischen Gegner in TV-Spots denunzieren. US-Bürger dürfen grenzenlos an diese „PACs“ spenden. Ein besonders großzügiger Gönner ist Hedgefonds-Ikone John Paulson. Der Gründer und Präsident der Investmentgesellschaft „Paulson & Co.“  wurde berühmt, da er während der US-Immobilienkrise rechtzeitig gegen den Häusermarkt gewettet hatte und damit 2007 rund 3,7 Milliarden Dollar verdiente, mehr als jeder andere Hedge-Fonds Manager in dem Krisenjahr. Paulson hat eine Million US-Dollar an die Romney-nahe Gruppierung „Restore Our Future“ gespendet. Quelle: dpa.
Auch der Selfmade-Milliardär und Besitzer des US-Football-Teams Washington Redskins, Daniel Snyder, soll Mitt Romney laut "Washington Post" großzügig unterstützen. Quelle: rtr.
Die Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Capital hat Niederlassungen in Miami, Atlanta, Boston, New York und San Francisco, sowie in London, Paris und Hamburg – und verwaltet mehr als 8,5 Milliarden US-Dollar. Im US-Vorwahlkampf haben deren Beschäftigte Mitt Romney bisher mit 186.500 US-Dollar unterstützt. Quelle: rtr.

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat Favorit Mitt Romney drei wichtige Etappensiege errungen. Der frühere Gouverneur von Massachusetts gewann am Dienstag die Vorwahlen in den Bundesstaaten Wisconsin und Maryland sowie in der Hauptstadt Washington. Dies ging aus TV-Hochrechnungen hervor. Mit dem Dreifach-Triumph nähert er sich in großen Schritten der Kür zum Herausforderer von Präsident Barack Obama. Er hat nun bereits mehr als die Hälfte der 1144 für eine Nominierung notwendigen Delegiertenstimmen auf sich vereint. Zugleich dürfte der Druck auf seinen schärfsten Rivalen Rick Santorum erheblich zunehmen, sich aus dem Wahlkampf zu verabschieden.

Die Republikaner wollen Ende August bestimmen, wer bei der Präsidentschaftswahl am 6. November gegen den Demokraten Obama antritt. Sicher kann sich Romney aber immer noch nicht sein. Denn der erzkonservative Ex-Senator Santorum hat sich mehr noch als die inzwischen abgeschlagenen Mitbewerber und Polit-Veteranen Newt Gingrich und Ron Paul als zäher Gegenspieler erwiesen. Santorum setzt auf Achtungserfolge, um sich bis Mai im Rennen zu halten. Dann stehen Abstimmungen in Bundesstaaten an, in denen er sich bessere Chancen als Romney ausrechnet. Zur Not will er es sogar auf eine Kampfabstimmung beim Nominierungsparteitag Ende August ankommen lassen, wie er erst kürzlich signalisierte. Spätestens dann muss die Partei den Herausforderer von Obama bestimmen.

Monat der Entscheidung

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Romney hofft jedoch, dass er seinen K.o.-Schlag früher landen kann. Daher wurde vor allem die Abstimmung in Wisconsin mit Spannung verfolgt. Santorum hatte sich dort besonders stark engagiert und in Umfragen bis vergangene Woche geführt. Dann aber wendete sich das Blatt zugunsten Romneys, der als Ex-Unternehmer in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und unsicherer Konjunkturaussichten vor allem mit seiner Wirtschaftskompetenz
Punkten kann. Sollte Santorum trotzdem immer noch nicht aufgeben, wird sich Romneys besser finanzierte und organisierte Wahlkampfmaschinerie massiv auf die nächste Vorwahl-Runde am 24. April konzentrieren. Dann wird in sechs Bundesstaaten abgestimmt, darunter in Santorums Heimatstaat Pennsylvania. Gewinnt Romney auch dort, könnte sich der April tatsächlich als Monat der von vielen Anhängern der Republikaner inzwischen
regelrecht herbeigesehnten Entscheidung entpuppen.

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