US-Vorwahlen Trump und Clinton klare Favoriten am „Super Tuesday“

Jetzt geht es bei den US-Vorwahlen wirklich zur Sache. Mit dem „Super Tuesday“ beginnt ein Abstimmungsmarathon im März. Die Kernfrage lautet: Schaffen es Trump und Clinton, uneinholbar davonzuziehen?

Ein Wahlhelfer in den USA Quelle: REUTERS

„Super Tuesday“ in den USA: Mit Abstimmungen in zwölf Bundesstaaten ist der Vorwahlkampf zur Präsidentschaft in eine wichtige neue Phase getreten. Bei den Republikanern zog Multimilliardär Donald Trump als haushoher Favorit in die Rennen, bei den Demokraten lag Ex-Außenministerin Hillary Clinton klar vorn. Die ersten Wahllokale öffneten bereits um fünf Uhr morgens.

Diese Kandidaten wollen 2016 ins Weiße Haus
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Bei den Vorwahlen am Dienstag ging es um die Verteilung eines großen Teils der Delegiertenstimmen, die ein Bewerber braucht, um Spitzenkandidat seiner Partei zu werden. Für die Rivalen von Trump und Clinton kam es darauf an, den Vorsprung der Spitzenreiter so klein wie möglich zu halten, um sie nicht uneinholbar davonziehen zu lassen.

Die offizielle Kandidatenkür findet jeweils im Sommer auf Parteitagen statt. Die Präsidentenwahl ist am 8. November.

Mit ersten Ergebnissen war nach deutscher Zeit ab etwa 01.00 Uhr am Mittwochmorgen (Dienstag 19 Uhr Ortszeit) auf der Grundlage von Nachwahlbefragungen zu rechnen. Wer in den USA auf die Wahlergebnisse warten wollte, musste sich wegen unterschiedlicher Zeitzonen und Wahlverfahren auf eine lange Nacht einstellen.

Trump, Immobilienmogul und Populist aus New York, lag nach Umfragen in fast allen der zwölf Staaten mit republikanischen Vorwahlen am „Super Tuesday“ vorn. Er konnte seinen Vorsprung in den meisten Wählergruppen sogar noch ausbauen, wie eine jüngste Erhebung des Senders CNN zeigte.

Der erzkonservative Senator Ted Cruz ging als Spitzenreiter ins Rennen in seinem Heimatstaat Texas. Aber wegen der anteiligen Vergabe der Delegierten musste Trump nicht befürchten, dass ihm ein etwaiger guter zweiter Platz schaden würde.

Senator Marco Rubio aus Florida hoffte auf achtbare Ergebnisse, um im weiteren Rennen überhaupt noch Aussicht auf Erfolg zu haben. Die republikanische Parteispitze, die weder Trump noch Cruz will und sich wegen der großen Erfolge des Milliardärs zunehmend in Panik befindet, sieht in Rubio einen Kompromisskandidaten. Tatsächlich hätte der Senator nach einer jüngsten CNN-Umfrage in einem Zweikampf mit Hillary Clinton bessere Chancen als Trump.

Die ehemalige First Lady hatte in den meisten der elf am Dienstag wählenden Staaten weitaus bessere Aussichten als ihr Kontrahent Bernie Sanders. Der 74 Jahre alte Senator und selbsterklärte demokratische Sozialist konnte nur sicher einen - deutlichen - Sieg in seinem kleinen Heimatstaat Vermont erwarten. Daneben wurden ihm auch Chancen in Oklahoma, Minnesota und Massachusetts eingeräumt.

Letzte Umfragen vom Montag deuteten aber auf einen möglichen Schicksalstag für Sanders hin: Demnach galt es für ihn, mindestens fünf Staaten für sich zu entscheiden, um noch weiter Aussichten auf die Nominierung zu haben.

Trump „jämmerlich unvorbereitet“ für Präsidentschaft
„Hillary Clinton will Amerikas Angela Merkel werden, und ihr wisst, was für eine Katastrophe diese massive Einwanderung für Deutschland und die Menschen Deutschlands ist“, sagte Trump Mitte August in einer außenpolitischen Rede in Youngstown (Ohio). „Die Kriminalität ist auf ein Niveau gestiegen, das niemand geglaubt hat, je zu sehen.“ Die USA hätten genug Probleme, ohne sich durch die ungezügelte Aufnahme syrischer Flüchtlinge weitere aufzubürden. Quelle: AP
„Jämmerlich unvorbereitet“, um die USA als Präsident führen zu können, ist Donald Trump nach Aussagen von US-Präsident Barack Obama. Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus forderte Obama die Republikaner am Dienstag auf, Trump nicht mehr zu unterstützen. Dabei gehe es um mehr als unterschiedliche Ansichten politischer Natur, sagte Obama. Trotz des wachsenden Unmuts gegenüber Trump hat bisher kein Republikaner ihm seine Unterstützung entzogen. Obama sagte, republikanische Politiker hätten wiederholt feststellen müssen, dass Äußerungen Trumps inakzeptabel seien. „Warum unterstützen Sie ihn dann noch?“, fragte Obama. Quelle: dpa
„Belgien ist eine wunderschöne Stadt und ein herrlicher Ort - großartige Gebäude“, sagte Donald Trump in einer Rede und zeigte, wie es um seine geographischen Kenntnissen bestellt ist. „Ich war mal dort, vor vielen, vielen Jahren. Vor ein paar Monaten habe ich dann ein Statement abgegeben, nach dem Motto, Belgien ist ein elendes Loch. Dafür wurde ich dann schwer kritisiert, man hat gesagt, was für eine böse Sache - und dann hatten sie in Belgien dieses massive Problem.“ Quelle: dpa
US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat die Washington Post von künftigen Wahlkampfauftritten ausgeschlossen: Auf Facebook bezeichnete er das Blatt als "unehrlich und verlogen". Die Washington Post hatte erst kürzlich kritisch über den Milliardär berichtet. In den Augen von Trump sei die Berichterstattung "unglaublich fehlerhaft", deshalb habe er der Zeitung die Akkreditierung für seine Wahlkampfveranstaltungen entzogen. Der umstrittene republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump ist ein Quereinsteiger und hat noch nie ein politisches Amt bekleidet. Im Wahlkampf macht er immer wieder mit skurrilen Aussprüchen auf sich aufmerksam. Quelle: AP
Donald Trump Quelle: REUTERS
Donald Trump Quelle: dpa
Trumps Knaller nach dem Sieg in den Vorwahlen von Nevada: „Wir haben bei den Evangelikalen gewonnen. Wir haben bei den Jungen gewonnen, wir haben bei den Alten gewonnen. Wir haben bei den gut Gebildeten gewonnen, wir haben bei den schlecht Gebildeten gewonnen. Ich liebe die schlecht Gebildeten.“ Quelle: REUTERS

Insgesamt standen am Dienstag Vorwahlen in Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia und im US-Außengebiet Samoa (nur Demokraten) an.

Um nominiert zu werden, muss ein republikanischer Bewerber auf mindestens 1237 Delegierte kommen, ein demokratischer auf 2383. Allein am „Super Tuesday“ ging es bei den Konservativen um etwa 600 Delegierte, bei den Demokraten um rund 1000.

Bereits am kommenden Samstag steht die nächste Vorwahlrunde an. Abgestimmt wird dann in Kansas, Kentucky (nur Republikaner), Louisiana, Maine (nur Republikaner) und Nebraska.

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