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US-Vorwahlen Erz-Konservative verbünden sich gegen Romney

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Überschaubarer "Super Tuesday"

Obamas Konkurrenten
Die Kandidaten der Republikaner
Herman Cain Quelle: dapd
Michele Bachman Quelle: REUTERS
Jon Huntsman Quelle: dapd
Newt Gingrich Quelle: REUTERS
Rick Perry Quelle: dapd
Rick Santorum Quelle: dpa

Zwei Änderungen zum 2008er-Wahlkampf sind entscheidend:

  • Zunächst ist es der Terminkalender der Republikaner. Anders als in der jüngeren Vergangenheit fällt der „Super Tuesday“ Anfang März äußerst überschaubar aus. So wird gerade einmal in zehn der 51 Bundesstaaten gewählt; 2008 ging es in 24 Staaten zur Sache – und an die Urne. Hinzu kommt: Die bevölkerungsreichen Bundesstaaten sind beim „Super Tuesday“ nicht dabei. Erst am 24. April etwa finden die Vorwahlen in den Schwergewichten Pennsylvania und New York statt. Kalifornien, das mit 172 fast ein Sechstel der 1144 Wahlmänner stellt, entscheidet sich gar erst am 5. Juni.

  • Zweiter wichtiger Punkt: Anders als bei der vorherigen Republikaner-Kür ist die „Winner-take-all“-Klausel in vielen Staaten passé. 2008 noch galt, dass der Sieger einer Vorwahl alle Delegiertenstimmen aus dem jeweiligen Staat gewinnt. Die Zweit-, Dritt- und Vierplatzierten gingen leer aus. Nun aber bekommen die Top-Platzierten entsprechend ihrer Stimmanteile die entsprechenden Delegiertenstimmen.

Nach den Vorwahlen von Iowa und New Hampshire heißt das konkret, dass Mitt Romney einen knapperen Vorsprung hat, als man gemeinhin glaubt. In den beiden erstgenannten Bundesstaaten wurden 37 Delegierten-Stimmen vergeben. Auf Mitt Romney entfallen mindestens 14 Stimmen, im besten Fall 20. Die genaue Anzahl ist noch nicht bekannt, da die Vorwahl in Iowa nur eine Empfehlung an die Wahlmänner ist und durchaus Spielraum lässt.

Von einer Vorentscheidung weit entfernt

Im Idealfall liegt Romney damit gerade einmal 13 Stimmen vor dem Zweitplatzieren, Rick Santorum. Gestern wurde überraschend bekannt, dass Santorum in Iowa vor Romney lag und mindestens sieben Delegiertenstimmen gewann. Gingrich hat bislang zwei Delegiertenstimmen sich. So oder so: Noch sind 1107 Stimmen zu vergeben. Von einer Vorentscheidung ist Romney weit entfernt.

Anders als in den Vorjahren kann der Gewinner der ersten Vorwahlen nicht darauf hoffen, dass den Konkurrenten das Geld ausgeht. Denn der Herdentrieb, der die Massen und ihr Geld zu dem Favoriten zieht, wird durch die Super-PACs egalisiert. Sie können – anders als die Kandidaten, die nur Spenden von einer Einzelperson bis zu 2500 US-Dollar annehmen dürfen – unbegrenzte Geldgeschenke verwalten. So ist Klasse in Form von Reichtum, wichtiger als Masse.

Ein besonders großzügiger Gönner Mitt Romneys etwa ist Hedgefonds-Ikone John Paulson. Der Gründer und Präsident der Investmentgesellschaft „Paulson & Co.“  wurde berühmt, da er während der US-Immobilienkrise rechtzeitig gegen den Häusermarkt gewettet hatte und damit 2007 rund 3,7 Milliarden Dollar verdiente, mehr als jeder andere Hedge-Fonds Manager in dem Krisenjahr. Paulson hat eine Million US-Dollar an die Romney-nahe Gruppierung „Restore Our Future“ gespendet. Die Lobbygruppe soll bereits mindestens 42 Milliardäre um sich gescharrt haben.

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