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US-Vorwahlen Ist Romney wirklich der Beste?

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Wer ist dieser Romney eigentlich?

Die peinlichen Patzer der Obama-Gegner
Ann Romney interviewt ihren Mann Mitt Romney Quelle: REUTERS
Mitt Romney Quelle: REUTERS
Aber auch der Republikaner Newt Gingrich, der nun zurecht feixt, hat scheinbar den falschen PR-Berater. Bei einem Wahlkampfauftritt in Florida erklärte er, dass er im Falle eines Wahlsieges eine Mond-Kolonie gründen wolle. Bis 2020 solle eine permanente Basis auf dem Mond entstehen - "und sie wird amerikanisch sein", so Gingrich. Er wolle eine stabile kommerzielle Raumfahrtindustrie nach dem Vorbild des Luftfahrtbooms der 1930er Jahre entwickeln, sowie die Erforschung des Mars angehen. Gingrichs "Vision" reiht sich ein in eine Reihe von skurrilen Äußerungen und Patzern der Präsidentschafts-Bewerber. Zuletzt sorgte Gingrich mit einem Vorschlag zur Kinderarbeit für Verwunderung. Quelle: REUTERS
Newt Gingrich schlug vor, die Gesetze zur Kinderarbeit zu lockern Quelle: REUTERS
Newt Gingrich beleidigte Demonstranten der Occupy-Wall-Street-Bewegung Quelle: dapd
Ron Paul Quelle: REUTERS
Vier Republikaner kämpfen noch um die Nominierung, Michele Bachmann, die einstige Favoritin der erzkonservative Tea Party, gehört nicht mehr dazu. Sie warf das Handtuch, nachdem sie bei der ersten Vorwahl in Iowa kaum Wählerstimmen gewinnen konnten. Möglicherweise auch, weil sie sich zuvor einige peinliche Patzer erlaubt hatte. So nutzte sie die Attacke eines Mobs auf die britische Botschaft in Teheran Ende November für eine verbale Attacke auf den Iran, berichtet die "Huffington Post". Bachmanns Fazit: Die US-Botschaft gehöre schnellstens geschlossen. "Wäre ich Präsidentin der USA, hätten wir keine US-Botschaft im Iran", so Bachmann. Was die 55-Jährige offenbar nicht wusste: Seit 1980 hat Washington die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. Seit April 1980 gibt es auch keine US-Vertretung in dem Land mehr. Quelle: dapd

Leute zu kündigen, damit hätte er kein Problem, sagte Romney beispielsweise während einer Fernsehdebatte. Dann vergriff sich der 64-jährige Republikaner jüngst im Ton, als er über sozial Schwache sprach. Um die Armen sei er nicht besorgt, die hätten ja Essensmarken und Sozialhilfe. „Ich habe mich versprochen“, wand sich der Multimillionär später. Er habe nur deutlich machen wollen, dass er hauptsächlich die Mittelschicht unterstützen wolle.

Vorbehalt in eigenen Reihen

„Viele in der Wirtschaft fragen sich immer noch: Wer ist dieser Romney eigentlich? Opportunist? Politiker? Knallharter Kapitalist oder vielleicht doch ein Mann des Glaubens?“, sagt Ritholtz. Skeptisch ist Amerikas Finanz- und Wirtschaftselite, ob dieser hölzerne, wenig charismatische Konservative nicht nur die nötige Begeisterung entfachen kann, sondern ob er auch den politischen Tiefgang besitzt, der nötig ist, um Amerikas konservative Wählerschichten in die Wahlkabinen zu bewegen. Der Ausgang der jüngsten Vorwahlen in Missouri, Minnesota und Colorado, bei denen nicht Romney sondern der ultrakonservative Rick Santorum das Rennen machte, belegt die Vorbehalte in den eigenen Reihen.

Mitt Romney ist der Spendenkönig

Kapitalismus-Bashing

Doch es sind nicht nur die Kandidaten selbst, auch die bei den Vorwahlen unumgängliche Prozedur, dass sich die Hoffnungsträger der Republikaner gegenseitig niedermachen, treibt viele Konservative zur Verzweiflung. „Je länger der Kampf zwischen den Republikanern so persönlich weitergeht, desto mehr spielt das doch Obama in die Hände“, sagt Ritholtz.

Vor allem passt ihm das Kapitalismus-Bashing nicht, das Romney und Gingrich im Vorwahlkampf gleichermaßen an den Tag legten, und auch nicht die Diskussion um Steuersenkungen. Die ganze Partei sei unter dem Einfluss der Tea-Party zu weit nach rechts abgedriftet. Die Lobbyisten der Wall Street hätten viel zu viel Einfluss auf die Politik in Washington. „Die Steuern in den USA sind doch seit 60 Jahren nicht so niedrig wie heute. Die ganze Diskussion ist absurd.“ Denn plötzlich kapierten die Amerikaner, wie groß die Schlupflöcher im Steuersystem wirklich sind. Warum zahlt ein Multimillionär wie Romney nicht den höchsten Steuersatz von 35 Prozent, sondern nur 15 Prozent? „So einer hat es schwer, akzeptiert zu werden“, sagt Ritholtz.

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