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US-Wahl Trump ist ein lausiger Geschäftsmann

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Heikle Geschäftspraktiken und Politik der untersten Schublade

Im Jahr 1989 übernahm Donald Trump mit einer Investorengruppe für 380 Millionen Dollar die gestrauchelte Eastern Air Lines. Trump machte aus den 17 Boeings 727 Luxusflieger, die keiner haben wollte.

Passagiere auf der Ein-Stunden-Strecke von New York nach Washington forderten Komfort und wettbewerbsfähige Preise statt überflüssiges Mahagoni-Furnier. Auch die gestiegenen Kerosinpreise brachten die Airline ins Straucheln. Trump verkaufte die Airline bereits 1992 an US Air – und holte sich nicht annähernd den Kaufpreis zurück.

Die Wirtschaftsberater von Donald Trump

Mit der Trump University wollte Donald Trump den Bildungsmarkt aufrollen. 2004 gründete er das Institut, das gegen eine Gebühr von bis zu 35.000 Dollar Kurse im Immobilienmanagement, Vermögensverwaltung und Vermögensbildung anbot. Weil die University nie den offiziellen Status einer Hochschule innehatte, war Trump gezwungen, die Organisation in Trump Entrepreneur Initiative umzubenennen. Außerdem laufen gegen die Schule diverse Klagen wegen angeblich überzogener Werbeversprechen.

Ganz nebenbei versuchte Trump auch kleinere Geschäfte aufzubauen, die vor allem seinen Namen vermarkteten. 2006 gründete er eine Online-Reiseseite unter dem Namen GoTrump.com. Doch mehr als eine Webseite ist daraus nichts geworden. Auch mit dem Trump Vodka hatte er 2006 kein Glück. Das Unternehmen wurde ein Jahr später wegen schwacher Verkaufszahlen eingestellt. Das Trump Steak im Jahr 2007 wurde nur zwei Monate lang feilgeboten, dann nicht weiter verkauft.

Die Marke Donald Trump

In der heißen Phase des Wahlkampfes drohen ihm nun auch heikle Geschäftspraktiken auf die Füße zu fallen. Das „Wall Street Journal“ berichtete vor wenigen Tagen, dass ein Unternehmen von Trump plante, in Kuba Geschäfte zu machen, obwohl ein Embargo Handel mit dem kommunistischen Land strikt verbot. Angeblich seien bereits Gelder geflossen, um die Marktchancen auszuloten. Sollte sich dies bewahrheiten, hätte Trump gegen außenpolitische Grundzüge verstoßen. US-Wähler mögen das vor allem dann nicht, wenn man mit einem kommunistischen Regime anbandelt.

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er diese Vorwürfe gegen sich auf seine Weise abprallen lässt. Auf einer Veranstaltung in Pennsylvania erwähnte er mit keiner Silbe die von der „New York Times“ enthüllten Dokumente zur Steueraffäre. Stattdessen äffte er Hillary Clinton nach, wie sie bei einer Trauerfeier zum Terroranschlag auf New York Mitte September aus Erschöpfung zusammenbrach – Politik der untersten Schublade.

Laut Umfrageergebnissen sieht es derzeit nicht gut aus für Trump. Clinton ging als klare Siegerin der ersten TV-Debatte Ende September hervor. Seitdem hat die Demokratin ihren Vorsprung ausgebaut. Für Trump waren die letzten acht Tage die bitterste Woche seiner Präsidentschaftskandidatur.

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