US-Wahl Manager deutscher Konzerne spenden mehr an Romney als an Obama

Exklusiv

Deutsche Konzerne haben ihre Spenden für den US-Wahlkampf kräftig aufgestockt. Davon profitiert vor allem Herausforderer Mitt Romney.

Die besten Zitate von Mitt Romney
„Das 21. Jahrhundert kann und muss ein amerikanisches Jahrhundert bleiben. (...) Ich schäme mich nicht für die Macht Amerikas.“ (US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney am 24. Juli vor der US-Veteranenvereinigung VFW) Quelle: REUTERS
„Unser geliebtes Land ist in Gefahr. Darum kandidiere ich als Präsident.“ (am 21. Juni vor der Latino-Vereinigung NALEO) Quelle: dapd
„Meiner Ansicht nach ist die Ehe eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau.“ (Am 9. Mai zu Obamas Plädoyer für die Homo-Ehe) Quelle: dpa
„In diesem Land glauben wir, dass jedes Kind etwas beitragen kann. Egal, in welche Verhältnisse es geboren wurde (...) Zu viele Träume werden nie wahr, weil unser Bildungssystem scheitert.“ (am 23. Mai vor der US-Handelskammer) Quelle: REUTERS
„Ich will alle Amerikaner repräsentieren, von jeder Rasse, Religion oder sexuellen Orientierung, von den Ärmsten bis zu den Reichsten und jedem dazwischen.“ (am 11. Juli vor Vertretern der schwarz-amerikanischen Bürgerrechtsorganisation NAACP) Quelle: dapd
„Zusammen werden wir am 6. November gewinnen.“ (am 24. April nach seinem Vorwahl-Sieg in New Hampshire) Quelle: dapd
„Es gibt keine größere Kraft zum Wohle der Nation als ein tätiges christliches Bewusstsein.“ (am 13. Mai in einer Grundsatzrede über traditionelle Werte) Quelle: REUTERS

Es sind nur noch wenige Tage bis zur US-Präsidentschaftswahl am 6. November. Da zeigt sich, dass die meist leitenden Mitarbeiter deutscher Konzerne vor Ort in den letzten Wochen noch einmal kräftig für den Wahlkampf gespendet haben. Neuen Daten zufolge, die das Washingtoner Center for Responsive Politics im Auftrag der WirtschaftsWoche ausgewertet hat, spendeten allein US-Manager der Deutschen Bank seit Juli 58.000 Dollar. Davon gingen 49.000 Dollar an den republikanischen Kandidaten Mitt Romney, nur 9000 an den amtierenden Präsidenten Barack Obama. Deutlich draufgelegt haben auch die Siemens-Manager. Aus dem Technologiekonzern kamen seit Juli 37.000 zusätzliche Dollar, fast doppelt so viel wie in den Monaten zuvor. Allerdings bevorzugt man bei Siemens Obama. Allein 26.000 Dollar flossen seit Juli dem Lager des Präsidenten zu.

Das spenden deutsche Konzerne den Wahlkandidaten

Unterm Strich kassierte aber Herausforderer Romney seit Beginn der Wahlsaison 2011/12 von der deutschen Wirtschaft mit 228.750 Dollar fast doppelt so viel wie Amtsinhaber Obama. Der nahm nur rund 138.000 Dollar ein. In den USA ist es Unternehmen zwar untersagt, den Kandidaten direkt Geld zu spenden.

Das spenden deutsche Konzerne für Repräsentantenhaus- und Senatswahlen

Aber die Firmen dürfen sogenannte Politische Aktionskomitees (PACs) gründen, die vor allem bei Führungskräften und Anteilseignern Geld für den Wahlkampf sammeln. Zudem spenden in den USA viele Manager direkt. Dem Center for Responsive Politics zufolge decken sich die politischen Interessen der ausländischen Unternehmen sehr häufig mit denen ihrer Führungskräfte.

Weil die Amerikaner in vielen Bundesstaaten zeitgleich zur Wahl des Präsidenten auch über Senatoren und Abgeordnete des Repräsentantenhauses abstimmen, engagieren sich US-Manager deutscher Firmen auch hier. Größter Spender ist der Chemieriese Bayer. Aus dessen Zirkeln kam fast eine halbe Million Dollar. Nahezu zwei Drittel dieses Geldes floss an die konservativen republikanischen Kandidaten. Insgesamt ziehen die meisten deutschen Unternehmen bei den Wahlen zum Senat und zum Repräsentantenhaus republikanische Anwärter vor.

Nach jüngsten Umfragen gerät der fast sicher geglaubte Sieg Obamas zunehmend in Gefahr. Auch üppige Wahlkampfspenden für Romneys Lager dürften dabei eine wichtige Rolle spielen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%