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US-Wahlkampf In zwei Stufen zum Sieg

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Animositäten zwischen den Staaten

Die republikanischen Präsidentschaftkandidanten Geschäftsmann Herman Cain, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney und der texanische Gouverneur Rick Perry bei einer Fernsehdebatte. Quelle: dapd

Und obwohl sich Kritiker schon lange darüber mokieren, dass Iowa und New Hampshire mit dem Rest des Landes wenig gemein haben, sei es demographisch, wirtschaftlich oder kulturell, sicherten sie sich bisher ihre Vormachtstellung: Iowa (Wahltag: 3. Januar 2012) bevorzugt die offenen Wahlversammlungen (genannt Caucus), während in New Hampshire (Wahldatum noch offen) an der Urne abgestimmt wird. Nevada (14. Januar) und Florida (31. Januar) versuchen nun, diese Phalanx aufzubrechen und Würze in die Auseinandersetzung zu bringen.

Nevada beispielsweise wurde von der Immobilienkrise besonders hart getroffen, Wirtschaftsthemen haben deshalb einen höheren Stellungswert. Florida wiederum ist dank der Nähe zur Karibik und Südamerika vielseitiger als South Carolina (21. Januar), bisher der erste Primary-Staat im Süden. Diese Animositäten sorgen nicht nur für dicke Schlagzeilen in der Presse; sie legen auch den republikanischen Kandidaten Steine in den Weg.

Obama berücksichtigt lokale Besonderheiten

Ein Kandidat, der im Caucus von Nevada auf Sieg setzt und dafür tief in die Kasse greift, stößt das Parteiestablishment in New Hampshire vor den Kopf. Bestes Beispiel dafür: Der „Union Leader“, einflussreichstes Blatt in New Hampshire, taufte Romney dieser Tage „Nevada Mitt“, weil er den Nordosten auf Kosten des Westens vernachlässige.

Dank eines Kompromisses konnte dieses Gerangel nun beigelegt werden. Die Republikantische Partei von Nevada zeigte sich damit einverstanden, den Caucus auf den 4. Februar zu verschieben. Mit einer raschen Entscheidung im Vorwahlkampf ist dennoch nicht zu rechnen. Je länger sich der republikanische Ausscheidungskampf aber hinzieht, desto mehr dürfte sich die Stimmung im Weißen Haus aufhellen.

Denn Obama kann sich bereits jetzt auf jene exklusive Gruppe von Bundesstaaten konzentrieren, in denen die Wahlen letztlich entschieden werden. Sein Wahlkampfmanager Jim Messina, der in Chicago angesiedelt ist, gab dieser Tage bekannt, dass der Präsident in seinem Wahlkampf stark Rücksicht auf lokale Besonderheiten nehme. „Wir werden in Nevada eine andere Kampagne führen als in Florida“, sagte Messina.

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