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US-Wirtschaft Auswirkungen des US-Arbeitsmarktberichts

Der US-Arbeitsmarktbericht für Februar, der am Freitag vorgelegt wurde, war überraschend stark ausgefallen und brachte sowohl negative als auch positive Veränderungen mit sich.

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Die US-Wirtschaft vermeldete im Zuge ihres US-Arbeitsmarktberichts für Februar 175 000 neue Jobs. Quelle: dpa

Den beißend kalten Winter haben die USA noch nicht überstanden. Doch schon jetzt zeigt sich, dass die Wetterkapriolen auch auf den Arbeitsmarkt drückten. Die Erwerbslosenquote bleibt fast unverändert.
Der Jobmarkt der USA hat einen leichten Dämpfer erlitten. Die Erwerbslosenquote stieg im Februar auf 6,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Trotz des harten Winterwetters schuf die US-Wirtschaft aber 175 000 neue Jobs und damit mehr als von Ökonomen erwartet. In den vergangenen zwölf Monaten waren im Schnitt 189 000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. „Der Gesamteindruck ist, dass sich die Dinge verlangsamt haben, aber nicht so drastisch wie die Daten vom Dezember und Januar vermuten ließen“, sagte HSBC-Ökonom Kevin Logan laut einem Bericht der „Washington Post“.

Lage der USA


Die Zahl der rund 10,5 Millionen Arbeitslosen in den USA hat sich seit Dezember nur in kleinen Schritten verändert. Im Januar war sie mit 6,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren gefallen. Ihre einst starke Bedeutung für die Geldpolitik der US-Notenbank hat die Quote seitdem eingebüßt. Lange Zeit hatte die Fed versprochen, ihre faktische Nullzinspolitik fortzuführen, so lange die Quote nicht unter 6,5 Prozent fällt. Dieses Zinsversprechen änderte sie aber Ende des vergangenen Jahres.
Seither heißt es, dass der Leitzins (Fed Funds Rate) vermutlich auch lange nach einem Unterschreiten dieser Schwelle bei null Prozent bleibt. Ein besonderes Gewicht räumt die Fed dem schwachen Preisauftrieb bei, der gegenwärtig deutlich unter ihrem Ziel von zwei Prozent liegt.
Einigen Beobachtern zufolge wurden die neuen Zahlen durch den äußerst harten Winter in den USA verzerrt. Viele Bundesstaaten kämpften zuletzt mit Rekordschneefällen und ungewöhnlichen tiefen Temperaturen. Auch die Fed-Chefin Janet Yellen hatte in einer Kongressanhörung vergangene Woche gesagt, dass die arktische Kälte tatsächlich ein Grund für eine schwächelnde Konjunkturerholung sein könnte. Die genaue Wirkung sei aber noch schwer einzuschätzen.

Edelmetalle nach US-Arbeitsmarktdaten unter Druck, Rohöl steigt

Was Sie über Goldminenaktien wissen müssen
Sicherer Hafen Gold?Gold gilt seit langem als sicherer Hafen in der Krise – als Absicherung gegen die expansive Geldpolitik der Notenbanken. Diesen Status hat das Edelmetall trotz des Kurssturzes im vergangenen Jahr kaum eingebüßt. Aber nicht jeder möchte in physisches Gold investieren. Es gibt aber Alternativen.  Quelle: dpa
Keine LagerkostenWer nicht in Münzen oder Barren investieren möchte, kann auf Goldminenaktien zurückgreifen. Das spart auch die Kosten für die Lagerung, etwa ein Bankschließfach. Trotzdem sind Investments in Minenaktien oft riskant. Auf welche Faktoren Anleger achten müssen. Quelle: dpa
GoldpreisEine wichtige Rolle für den Kurs der Aktien spielt der Goldpreis. Seit der Kurs des Edelmetalls nach seinem Höchststand 2011 deutlich eingebrochen ist und mittlerweile etwas über der 1200-Dollar-Marke seitwärts läuft, kriselt es auch bei den Minenaktien. Denn die Goldminen haben Probleme. Als die Preise noch hoch waren, haben sie ihre Kapazitäten stark ausgebaut, jetzt leiden die Minenbetreiber unter den niedrigen Preisen, die sie für das Gold nur noch bekommen. Quelle: dpa
StandortAuch der Standort der Mine kann für die Entwicklung der Aktie von Bedeutung sein. Denn einige Förderer liegen in instabilen Regionen wie beispielsweise Mali. Quelle: REUTERS
WährungsrisikenIn Südafrika liegen ebenfalls einige der Minen, beispielsweise die tiefste Goldmine der Welt, die Mponeng-Mine. Auch in Südafrika gibt es Risiken. Immer wieder kommt es beispielsweise zu Streiks der dortigen Arbeiter um die vorherrschenden Arbeitsbedingungen. Zudem besteht in Südafrika das Währungsrisiko. Da die Förderkosten in südafrikanischen Rand entstehen, steht und fällt die Rendite mit dem Kurs des Rand. Wertet beispielsweise der Rand gegenüber dem Dollar auf, macht das die Gewinne durch einen Goldpreisanstieg schnell wieder zunichte. Deshalb raten Experten dazu, die Investments nach Währungsräumen zu streuen.   Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Index HUIEine gute Übersicht über alle Goldmineninvestments bieten Goldminenindizes wie der NYSE Arca Gold BUGS Index. Dort sind insgesamt 17 der größten internationalen Goldförderer gelistet. Der Index, auch HUI genannt, wird in Dollar gehandelt. Es handelt sich um einen Kursindex, Dividenden fließen nicht mit ein.   Quelle: REUTERS
Höhere StreuungAnleger müssen nicht in einzelne Minenaktien investieren. Es gibt auch die Möglichkeit, einen Minen-ETF zu kaufen. Die Commerzbank bietet beispielsweise den ComStage Goldminenaktien-ETF. Dieser bezieht sich auf den Goldminenindex NYSE Arca Gold BUGS Index SM. Auf diesen Index stützen sich auch andere ETFs wie der Market Vectors Gold Miners ETF (GDX). Welches die wichtigsten Minengesellschaften sind. Quelle: REUTERS

Edelmetalle haben am Freitagnachmittag deutliche Verluste erlitten. Sie reagierten damit auf den unerwartet starken US-Arbeitsmarktbericht für Februar.
Der Beschäftigungszuwachs außerhalb der Landwirtschaft hatte im Februar bei 175.000 gelegen, während die Arbeitslosenquote sich um 0,1 Prozent auf 6,7 Prozent erhöhte. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten einen Stellenaufbau von 149.000 und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent erwartet. Händler Tommy Capalbo von der Newedge Group in New York wertete die Zahlen als Indiz dafür, dass die US-Notenbank ihre Anleihekäufe planmäßig weiter verringern wird. Edelmetalle hatten in der Vergangenheit von der lockeren Geldpolitik profitiert.


Gold notierte mit 1333,57 Dollar je Unze 1,1 Prozent leichter und kam damit von einem Viermonatshoch zurück. Die Unze Silber verbilligte sich um 3,1 Prozent auf 20,86 Dollar.
Am Vortag hatten die Edelmetalle von Aussagen des EZB- Präsidenten Mario Draghi zur künftigen Inflationsentwicklung profitiert. Der oberste Währungshüter rechnet in den kommenden zweieinhalb Jahren mit einem Anziehen der Inflation im Euroraum.
Rohöl profitierte dagegen von den Arbeitsmarktdaten. Der April-Kontrakt der US-Ölsorte WTI wurde mit 102,40 Dollar je Barrel knapp 0,8 Prozent fester gehandelt. Öl der Nordseesorte Brent war am Terminmarkt mit 108,45 Dollar je Barrel 0,3 stärker. “Die Beschäftigungsdaten spiegeln wirtschaftliche Stärke und wachsende Energienachfrage wider”, sagte Bob Yawger, Director bei Mizuho Securities USA Inc. in New York.

Dax verringert Tagesverluste nach US-Arbeitsmarktbericht

Der Dax hat am Freitag nach dem US-Arbeitsmarktbericht seine Tagesverluste verringert. Die Krim-Krise geriet zugleich etwas in den Hintergrund. Der Leitindex fiel am Nachmittag um 0,21 Prozent auf 9522 Punkte. Der MDax gab um ebenfalls 0,21 Prozent nach auf 16 840 Punkte und der TecDax verlor 0,14 Prozent auf 1290 Punkte. Der EuroStoxx 50 drehte ins Plus und stieg minimal um 0,03 Prozent.
Die US-Daten überzeugen laut Analyst Ralf Umlauf von der Helaba insbesondere vor dem Hintergrund des strengen Winterwetters. Sie signalisierten zudem - trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote auf 6,7 Prozent - dass die US-Notenbank an dem eingeschlagenen Pfad, die milliardenschweren Anleihekäufe zu drosseln, bis auf Weiteres festhalten werde. In den USA wurden im Februar mehr neue Stellen geschaffen als erwartet, die Arbeitslosenquote hingegen stieg überraschend um 0,1 Prozentpunkte.


Favorit im Dax war die Aktie der Darmstädter Merck mit plus 1,30 Prozent. Allerdings hatte sie tags zuvor unter einem schwachen Jahresausblick des Pharma- und Spezialchemiekonzerns gelitten und war mit einem Minus von mehr als vier Prozent größter Tagesverlierer gewesen.
Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer verstärkt sich im Saatgut-Geschäft und übernimmt die argentinische Biagro-Gruppe, einen Hersteller biologischer Saatgutbehandlungsmittel. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Bayer-Aktie verbilligte sich um 0,24 Prozent.
Im MDax gaben die Fraport-Aktien nach vorläufigen Jahreszahlen und dem Ausblick um 0,66 Prozent nach. Vor allem auf der Ergebnisseite gebe es Enttäuschungen, sagten Analysten.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,31 Prozent am Vortag auf 1,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,21 Prozent auf 134,27 Punkte. Der Bund Future sank um 0,12 Prozent auf 144,48 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setze den Referenzkurs auf 1,3894 (Donnerstag: 1,3745) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7197(0,7275) Euro.

Rendite von Bunds und Treasuries nach US-Arbeitsmarktdaten höher

Zehnjährige Bundesanleihen haben nach den US-Arbeitsmarktdaten am Freitagnachmittag schwächer notiert. Ihre Rendite lag zuletzt mit 1,67 Prozent drei Basispunkte über Vortagsniveau. Der Bund-Future fiel um 28 Basispunkte auf 141,90 Prozent. Treasuries rentierten mit 2,81 Prozent sieben Basispunkte höher.

Die Zahl der Neueinstellungen in den USA überraschte positiv. Außerhalb der Landwirtschaft waren im Februar 175.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt worden, nachdem es im Januar nach revidierten Angaben 129.000 gewesen waren, wie das US- Arbeitsministerium um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit mitgeteilt hatte. Die mittlere Erwartung aus einer Bloomberg- Umfrage unter Ökonomen hatte auf 149.000 gelautet. Die Arbeitslosenquote jedoch stieg leicht auf 6,7 Prozent; erwartet war eine unveränderte Quote von 6,6 Prozent.


“Die Zahlen überzeugen insbesondere vor dem Hintergrund des oft zitierten strengen Winterwetters”, kommentierte Ralf Umlauf von der Helaba. Die Zahlen signalisierten ungeachtet des leichten Anstiegs der Arbeitslosenquote, dass die US-Notenbank an dem eingeschlagenen Pfad des „Tapering“ bis auf Weiteres festhalten werde, so der Ökonom.
Anleihen der europäischen Peripherie gaben ihre Kursgewinne vom Vormittag überwiegend ab. Zehnjährige spanische Bonds rentierten zuletzt mit 3,38 Prozent noch einen Basispunkt niedriger als am Vortag, die Rendite entsprechender italienischer Papiere lag mit 3,44 Prozent nahezu auf Vortagsniveau.

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