USA Abtreibungen: Demokraten wollen Untersuchung gegen Apple und Google

Der Oberste Gerichtshof in den USA urteilte gegen das Recht auf Abtreibung. Nun werfen Kongressmitglieder den Unternehmen vor, durch den Verkauf von Ortungsdaten Frauen zu gefährden.

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Experten vermuten, dass die Privatsphäre von Frauen gefährdet sein könnte, wenn persönliche Daten zur Überwachung von Schwangerschaften genutzt würden. Quelle: AP

Vier demokratische US-Kongressmitglieder haben mit Blick auf Abtreibungen eine Untersuchung gegen die Unternehmen Apple und Google wegen der Verwendung von Handynutzerdaten beantragt. In einem Schreiben an die US-Handelsaufsicht FTC gaben die Senatoren Ron Wyden, Elizabeth Warren und Cory Booker, sowie die Abgeordnete Sara Jacobs an, die Privatsphäre von Frauen, die sich um eine Abtreibung bemühten, sei durch das Sammeln von Daten zu ihrem Aufenthaltsort besonders gefährdet.

Das Schreiben wurde kurz vor der Bekanntgabe des Urteils des Obersten Gerichtshofs abgeschickt, mit dem am Freitag das Recht auf Abtreibungen beendet wurde. In ihrem Antrag auf eine Untersuchung erwähnten die Demokraten das bevorstehende Urteil und dass sie erwarteten, das der Gerichtshof gegen das Recht entscheide.

Die Demokraten warfen Apple und Google vor, Millionen von Handynutzern zu hintergehen, indem deren persönliche Daten gesammelt und verkauft würden. Daten zum Aufenthaltsort von Personen, die Abtreibungsanbieter aufsuchten, würden bereits verkauft, gaben sie an. Die Staatsanwaltschaft in US-Staaten, wo Abtreibungen gegen das Gesetz verstießen, könnten demnächst Gerichtsanordnungen einholen, um an solche Informationen zu kommen, warnten die Demokraten.

Ein Sprecher der Handelsaufsicht bestätigte den Eingang des Antrags. Apple und Google reagierten zunächst nicht auf eine Kommentaranfrage.

Experten vermuten, dass die Privatsphäre von Frauen wegen der Aufhebung des Abtreibungsrechts gefährdet sein könnte, wenn persönliche Daten zur Überwachung von Schwangerschaften genutzt würden. Abtreibungsgegner könnten Daten aus Internetsuchen, Zyklus-Apps, Fitness-Trackern und von Beratungshotlines nutzen, um eine Schwangere zu überwachen.

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