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USA äußern Verdacht Syrien soll weiter Chemiewaffen entwickeln

Die USA verdächtigen Syriens Präsident Assad das Chemiewaffenprogramm des Landes weiter auszubauen. Trump schließt neue Militäraktionen nicht aus.

Die syrische Regierung soll neue, tödlichere Chemikalien entwickelt haben. Quelle: dpa

WashingtonSyrien produziert und nutzt nach Erkenntnissen der US-Regierung möglicherweise neue und deutlich ausgereiftere Waffen für Angriffe mit tödlichen Chemikalien. Einige mutmaßliche Angriffe mit solchen Kampfstoffen in jüngster Zeit ließen darauf schließen, dass die Regierung von Präsident Baschar al-Assad weiter an einem Chemiewaffenprogramm arbeite, verlautete am Donnerstag aus US-Regierungskreisen.

Syrien war eigentlich nach einem Abkommen aus dem Jahr 2013 zwischen den USA und Russland dazu gezwungen worden, sein gesamtes Chemiewaffenarsenal auszuhändigen und zerstören zu lassen. Es sei allerdings äußerst wahrscheinlich, dass Assads Regierung nicht alle Bestände deklariert habe, sagten die Gewährsleute der Nachrichtenagentur AP.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass die syrische Regierung nach sieben Jahren Bürgerkrieg neue, tödlichere Chemikalien entwickelt habe. Stattdessen seien die Waffen, mit denen die Chemikalien verbreitet werden, inzwischen offenbar deutlich höher entwickelt. Ziel sei möglicherweise, es der internationalen Gemeinschaft zu erschweren, den Ursprung von Angriffen aufzuspüren.

US-Präsident Donald Trump schließe weitere Militäraktionen nicht aus, um Assad von Angriffen abzuhalten oder ihn zu bestrafen, erklärten die Regierungsvertreter in Washington. Sie ließen aber nicht erkennen, dass eine solche Aktion bevorstehen könnte und betonten, die USA bemühten sich um eine Zusammenarbeit mit Assads Verbündetem Russland, um auf ein Ende der Angriffe zu dringen.

Nach Angaben der US-Regierungsvertreter setzt auch die Terrormiliz Islamischer Staat im syrischen Bürgerkrieg weiter Chemiewaffen wie Senfgas und Chlor ein. Experten von den Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben die syrische Regierung für Angriffe mit Chlorgas 2014 und 2015 sowie mit dem Nervengas Sarin 2017 verantwortlich gemacht. Syrien und Russland haben dies zurückgewiesen. US-Präsident Trump ordneten nach dem mutmaßlichen Angriff im April 2017 einen Raketenangriff auf einen syrischen Stützpunkt an.

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