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USA Die Herkulesaufgaben von Barack Obama

Obama bleibt der Chef im Weißen Haus. Er steht vor einer Herkulesaufgabe: Er muss eine tief gespaltene Nation einen und die weltgrößte Volkswirtschaft vor einer Rezession bewahren. Eine Reise durch ein Land der Gegensätze.

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Lächeln für den großen Sieg - Matt Romney und Barack Obama Quelle: dpa

Barack Obama darf weitermachen. Das Votum der Bürger fiel überraschend deutlich aus. Mindestens 303 Wahlmänner-Stimmen konnte der Amtsinhaber auf sich vereinen. Er siegte in fast allen "Swing States" und darf seine vier Jahre lang Arbeit fortsetzen. Einen leichten Job hat er nicht vor sich. Obama muss in seiner zweiten Amtszeit die Eiszeit zwischen Demokraten und Republikanern beenden und überfällige Reformen durchsetzen. Er muss den Staatshaushalt sanieren, ohne das Land in die nächste Rezession zu stürzen.

Drei Ortstermine in Amerika (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Denn Fakt ist: Auch wenn die US-Wirtschaft im dritten Quartal überraschend deutlich um – auf das Jahr hochgerechnete – zwei Prozent gewachsen ist, kämpft die größte Volkswirtschaft der Welt mit massiven Problemen. Millionen Amerikaner sind auf Essensmarken angewiesen, die Kluft zwischen Arm und Reich geht immer stärker auseinander, das Gesundheitssystem ist ineffizient und teuer. Es fehlen Jobs, es mangelt an qualifizierten Fachkräften. Doch es gibt auch Zeichen der Hoffnung: Vielerorts kehrt die Industrie zu alter Stärke zurück, neu entdeckte Gas- und Ölreserven beflügeln die Wirtschaft, sogar der Immobilienmarkt erholt sich langsam. WirtschaftsWoche-Korrespondentin Angela Hennersdorf ist durch ein Land der Gegensätze gereist.

New York

Obamas umkämpfte Gesundheitsreform hat wenig geändert: Das US-Gesundheitssystem ist ineffizient und für viele Menschen unerschwinglich

Die Zahnarztpraxis von Dr. Robert Rosenkranz liegt im Souterrain eines Wohnhauses im bürgerlichen Viertel Park Slope in Brooklyn. Der Eingangsbereich ist gleichzeitig Wartezimmer und Empfang, mehr als fünf Stühle für die hoffenden Patienten gibt es nicht. Ein Fernseher an der Wand plärrt vor sich hin. Die Wände sind gelb gestrichen, die fünf Behandlungsräume sind fensterlos. Statt Türen gibt es Vorhänge.

Hier liegen Romney und Obama Kopf an Kopf

Das Ambiente ist arg bescheiden, doch zählt Rosenkranz zu den Top-Zahnärzten in Amerika, ausgezeichnet von der Verbraucherorganisation Consumer Research Council of America in Washington. Auch beim New Yorker Kunden-Portal „Talk of the Town“ bekommt der Zahnarzt Bestnoten von Patienten. Die Praxis ist mit den neuesten Geräten ausgestattet, Rosenkranz arbeitet eng mit Spezialisten zusammen, die bei Bedarf zu ihm kommen.

Das Problem ist nur: Nicht jeder vom Zahnschmerz gepeinigte New Yorker kann sich die Dienste von Dr. Rosenkranz leisten. Eine Zahnreinigung kostet bei ihm rund 300 Dollar, für eine Wurzelbehandlung beim Spezialisten sind mindestens 1.000 Dollar fällig. Bei einem Durchschnittsverdienst von 45.500 Dollar im Jahr ist das für viele New Yorker unerschwinglich. Die Arbeitslosenquote in der City liegt mit 9,5 Prozent über dem nationalen Durchschnitt von derzeit knapp unter acht Prozent.

Natürlich gibt es auch günstigere Zahnarztdienste in der Stadt als die von Rosenkranz. In ärmeren Vierteln, in der Bronx und in Queens, tingeln einfache mobile Zahnarztpraxen in Lastwagen von Schule zu Schule, um Löcher zu stopfen und Zähne zu ziehen. Doch das ändert nichts an einem zentralen sozialpolitischen Problem der USA: Das Land hat hervorragende Ärzte und Spitzenkliniken – nur können sich deren Dienste Millionen Amerikaner nicht leisten, weil sie keine Krankenversicherung haben.

46 Millionen Unversicherte

Patient tot - Das traditionsreiche Hospital St. Vincent's musste aus wirtschaftlichen Gründen schließen - auch weil viele Notfallpatienten ihre Rechnung nicht bezahlen konnten. Quelle: Getty Images

Das Paradoxe daran: Obwohl rund 46 Millionen Amerikaner unversichert sind, gibt kaum ein Land der Welt so viel Geld für die Gesundheitsversorgung aus wie Amerika. Jährlich belaufen sich die Gesamtausgaben auf rund 2,6 Billionen Dollar. Die Pro-Kopf-Ausgaben in den USA sind damit fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Derzeit machen die Kosten im Gesundheitswesen fast 18 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus – Tendenz steigend. In Deutschland sind es 11,6 Prozent.

Das System sei ineffizient, zu teuer und zu bürokratisch, rügt Mark Smith, Chef der regierungsunabhängigen Organisation HealthCare Foundation. Auch ein Bericht des wissenschaftlichen Institute of Medicine in Washington zieht eine verheerende Bilanz. Danach verschwenden Ärzte und Kliniken jährlich rund 210 Milliarden Dollar für unnötige Behandlungen, 190 Milliarden Dollar an überflüssigen Ausgaben gehen auf das Konto des Verwaltungsapparats, 75 Milliarden Dollar gehen durch Betrug verloren.

Das amerikanische Gesundheitssystem ist eine Mischung aus privater und öffentlicher Vorsorge. Es gibt mehr als 1.000 private Krankenversicherungen; dort sind viele Arbeitnehmer über ihren Betrieb versichert. Wer aber seinen Job verliert, hat auch keine Krankenversicherung mehr.

Die Pannen bei den Wahlen
Es klingt wie in einem schlechten Film: Im Bundesstaat Pennsylvania leuchtete auf einem Wahlautomat konstant der Name Mitt Romneys auf. Auch dann, als der Wähler auf Obama gedrückt hatte. Ein Behördensprecher versicherte später, die "kleine Macke" sei behoben und der Apparat wieder in Dienst gestellt worden. Quelle: dapd
Wählen, auch wenn die Wahllokale schon geschlossen sind: In Miami-Dade County in Florida standen noch über vier Stunden nach der offiziellen Schließung der Wahllokale Bürger zur Stimmabgabe an, selbst als Präsident Barack Obama längst als Sieger feststand. Auch aus Virginia, South Carolina, Tennessee und anderen Staaten wurden lange Wartezeiten gemeldet. Doch Politiker und Prominente riefen den Bürgern Mut zu: Sie nutzten soziale Netzwerke dazu, die Wahlwilligen bei der Stange zu halten. "Bleibt in der Schlange", appellierte etwa die demokratische Politikerin Tammy Baldwin aus Wisconsin an ihre Wähler. "Wenn ihr bei Schließung eures Wahllokals angestanden habt, habt ihr immer noch das Recht auf Stimmabgabe", twitterte Filmregisseur Spike Lee. In den meisten Staaten dürfen Wartende auch nach der Schließung der Wahllokale noch wählen. Quelle: dapd
Ein weiteres Problem gab es in Pennsylvania nach Angaben der Behörden bei der Zulassung von Wählern. Ein Gesetz, das einen Lichtbildausweis zur Pflicht machte, um wählen zu können, wurde erst kurz vor der Wahl von einem Richter aufgehoben. In mehreren Wahllokalen sollen Helfer aber trotzdem Lichtbildausweise verlangt haben. Es war nicht klar, wie viele Wähler deshalb abgewiesen wurden. Auch in anderen Bundesstaaten wurde von ähnlichen Vorfällen berichtet. Eine Wahlrechtsgruppe bekam deswegen im Laufe des Tages bis zu 71.000 Anrufe, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Pennsylvania ist einer von neun US-Bundesstaaten, die Gesetze zur Identifizierung der Wähler verabschiedet hatten. In 17 Staaten müssen die Wähler irgendeine Art von Lichtbildausweis vorlegen. In den Vereinigten Staaten gibt es keinen Personalausweis (wie im Bild) im eigentlichen Sinne. Als Identifikation wird entweder der Führerschein oder die Sozialversicherungsnummer angegeben. Quelle: dpa
In Pinellas County im Bundesstaat Florida erhielten laut Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg mehr als 12.000 Wähler einen automatisierten Anruf vom zentralen Wahlbüro. Die Benachrichtigten hätten bis um sieben Uhr abends Zeit, noch wählen zu gehen. Und zwar bis Mittwoch, dabei dürfen die Wähler im Normalfall nur am Dienstag ihre Stimmen abgeben. Das Wahlbüro tätigte nochmal einen Anruf - und teilte den Wählern die richtigen Informationen mit. Auch in Washington ereilte ein automatisierter Anruf der demokratischen Partei einige Bürger, mit der Information, auch am Mittwoch wählen zu gehen. Die Partei korrigierte daraufhin die Informationen. Quelle: dpa
In New Jersey scheiterte die American Civil Liberties Union dabei, für Opfer des Hurrikan Sandys eine Verlängerung für die Stimmenabgabe zu erlangen. Ein Richter stoppte die Forderung der Organisation, wonach obdachlose Wähler bis zum 9. November Zeit gehabt hätten, um ihre Stimme gültig abzugeben. Quelle: Reuters
Der von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa ( OSZE) als Wahlbeobachter zur US-Wahl entsandte Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke äußerte sich gegenüber der Zeitung "Die Welt" kritisch über die Wahlabläufe. Klimke, der sich in den Staaten Virginia, Maryland und Washington D.C. ein Bild von den Wahlabläufen machte, beklagte, dass die OSZE-Vertreter in ihrer Arbeit eingeschränkt wurden. "Wir durften nicht so agieren wie bei Wahlbeobachtungen in anderen Ländern". Normalerweise bekomme er eine Liste von Wahllokalen und entscheide selbst, in welches er gehe. "Das ist hier nicht möglich", sagte der CDU-Politiker. Den Wahlbeobachtern seien die Wahllokale vorgegeben worden, die man besuchen dürfe. "Eine breite Überprüfung war damit gar nicht möglich", sagte Klimke. Die OSZE hat nach Angaben Klimkes 80 Wahlbeobachter zur US-Wahl entsandt. Quelle: REUTERS

Die zweite Säule sind die staatlichen Krankenversicherungen Medicare und Medicaid. Rentner ab 65 Jahren wechseln nach der Pensionierung in die staatliche Versicherung Medicare. Sozial Schwache sind auf die Basisversorgung Medicaid angewiesen. Die Zahl der Versicherten in beiden Gruppen steigt stetig. Die Reserven der staatlichen Krankenversicherung für Rentner sind nach Schätzungen der US-Regierung 2024 komplett erschöpft, wenn nicht die Beiträge angehoben oder Leistungen zusammengestrichen werden.

Verschuldete Krankenhäuser durch unversicherte Patienten

Milliardenkosten verursachen auch die unversicherten Amerikaner. Denn im Notfall müssen die Ambulanzen der Krankenhäuser auch unversicherte Patienten behandeln. Können die ihre Rechnungen nicht begleichen, bleiben die Kliniken auf den Kosten sitzen. Die Folgen sind vielfach verheerend: Im New Yorker Stadtteil Manhattan musste vor zwei Jahren das traditionsreiche Krankenhaus St. Vincent’s schließen. Der Andrang der unbezahlten Notfälle war so groß, dass das Krankenhaus am Ende mit einem zweistelligen Millionenbetrag verschuldet war.

Die peinlichen Fehltritte von Mitt Romney
Bei der dritten und letzten TV-Debatte zwischen US-Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney ging es um außenpolitische Themen - ein Feld, auf dem Obama nur schwer zu attackieren ist. Romney versuchte es trotzdem, und kritisierte, dass die Marine gegenwärtig weniger Schiffe habe als 1916. Obama konterte: "Ich denke, Gouverneur Romney hat vielleicht nicht genug Zeit damit verbracht nachzuschauen, wie unser Militär funktioniert", so der US-Präsident. Spottend klärte der Präsident den früheren Gouverneur über den militärischen Fortschritt auf. "Wir haben diese Dinger, Flugzeugträger genannt, da können Flugzeuge drauf landen", sagte er. Und im Übrigen verfüge die US-Armee mittlerweile auch über weniger Pferde und Bajonette. Bei Twitter überzogen die User den Republikaner mit Spott. "Romneys militärischer Plan von 1917 passt zu seinen Energie-Plänen von 1917", schrieb Demokrat Es Markey aus Massachusetts. "Wir haben noch sein Bajonett, falls die Regierung es zurückhaben will", twitterte Rich Gallup, dessen Ur-Großvater im Ersten Weltkrieg für die USA gekämpft habe. Es ist nicht das erste Mal, dass Romney in ein Fettnäpfchen traf. Zuletzt sorgte er für Empörung... Quelle: dapd
Republican presidential nominee and former Massachusetts Governor Mitt Romney Quelle: REUTERS
Mitt Romney Quelle: dapd
Mitt Romney Quelle: dapd
Romney und Miliband Quelle: dapd
Romney Quelle: REUTERS
'Car Guy' Mitt Romney Quelle: REUTERS

Etliche Politiker haben versucht, das System zu reformieren und zu sanieren – ohne Erfolg. Die umstrittene Reform von Präsident Obama, die er gegen massiven Widerstand der Opposition durchsetzte, versucht nun, den Versicherungsschutz auszudehnen, um so die Kosten besser zu verteilen. Doch die Hälfte der Amerikaner lehnt eine solche Zwangsversicherung ab. Präsidentschaftskandidat Romney will Obamas Reform wieder rückgängig machen, sollte er die Wahl gewinnen. Wie er das marode System sanieren will, verrät er nicht.

Am Grundsystem ändert Obamas Rezept ohnehin nichts, und auch die Finanzierung steht noch in den Sternen. Im Kern sieht die Reform vor, dass Versicherungsunternehmen Kunden mit Vorerkrankungen nicht mehr ablehnen dürfen und junge Leute bis 26 Jahre über die Eltern versichert bleiben. Zweitens muss jeder Amerikaner ab 2014 eine Grundversicherung abschließen – wer sich keine leisten kann, bekommt einen staatlichen Zuschuss.

Bei Zahnarzt Rosenkranz in Brooklyn könnte das die Geschäfte weiter ankurbeln. Bis dahin setzt er auf Selbsthilfe, um finanzschwachen Kunden das Bohren erträglicher zu machen – Unversicherten vermittelt er einen zinslosen Kredit über eine Bank. Ansonsten gilt das, was auf dem großen Schild am Empfang steht: „Bitte bezahlen Sie am Tag Ihrer Behandlung. Wir nehmen alle Kreditkarten.“

Comeback der Industrie

Über diese Themen streiten Obama und Romney
Firmengebäude von GM Quelle: dpa
AußenpolitikDie Außenpolitik von Obama ist von Multilateralismus geprägt - er setzt auf Diplomatie und bei Konflikten auf internationale Zusammenarbeit. Das vor seiner Amtszeit eingeleitete Ende des Krieges im Irak hat er forciert, zudem setzt er sich für einen zügigen, verantwortungsvollen Abzug aus Afghanistan ein. Er fährt eine harte Linie gegen feindlich gesinnte Staaten wie den Iran, ohne auf Kriegseinsätze zu dringen. Im Kampf gegen Terroristen geht er dagegen mit beispielloser Härte vor. Romney kritisiert den Präsidenten für seine „zu weiche“ Außenpolitik. Obama „entschuldige“ sich zu häufig für die USA und habe international ohne Not die Führungsrolle abgegeben. Er selbst verfolge für Amerika eine Strategie der Stärke - Truppenabzüge dürften nicht überstürzt werden. Einen baldigen Militärschlag gegen den Iran lehnt er ausdrücklich nicht ab. Kritisch äußerte er sich über eine Entspannungspolitik zu Ländern wie Russland oder Kuba. Quelle: rtr
SozialesObama steht für die größte Gesundheitsreform in der Geschichte der USA, die Millionen bislang unversicherten Amerikanern einen Schutz bieten soll. Das Gesetzeswerk wird derzeit vom Verfassungsgericht geprüft und könnte bereits im Juni widerrufen werden. Außerdem ist er gegen den Abbau von Hilfen etwa für Arbeitslose oder Rentner, lehnt aber Einsparungen bei den Sozialkosten nicht grundsätzlich ab. Die von den Republikanern scharf abgelehnte Gesundheitsreform ist für Romney eine delikate Angelegenheit: Obama hat sie laut Experten in großen Teilen von einem Gesetz übernommen, das Romney als Gouverneur von Massachusetts eingeführt hatte. Nun aber will er das Werk als Präsident sofort abschaffen. Auch andere Sozialprogramme müssen seiner Ansicht nach wesentlich gekürzt werden. Quelle: rtr
Schuldenuhr der USA Quelle: dpa
Wahlbüro in den USA Quelle: dpa
Zur Person: Barack Obamageb. 1961 auf Hawaii 1985 1988 Sozialarbeiter in Chicago 1991 Jura-Examen in Harvard 1992 Verheiratet mit Michelle Obama ab 1992 Bürgerrechtsanwalt und Uni-Dozent 1996 Wahl in den Senat in Illinois 2004 Wahl in den US-Senat für Illinois seit 2009 US-Präsident Quelle: dpa-tmn
Zur Person: Mitt Romneygeb. 1947 in Detroit 1967 mormonischer Missionar in Frankreich 1969 Verheiratet mit Ann Romney 1975 Abschlüsse in Wirtschaft und Jura in Harvard ab 1975 Unternehmensberater 1984 Gründung einer eigenen Investmentfirma 2002 Vorsitzender Olympia-Organisationskomitee in Salt Lake City 2003-2007 Gouverneur von Massachusetts 2008 Erfolglose erste Bewerbung um Präsidentschaftskandidatur Quelle: rtr

Charleston, South Carolina

Für einen nachhaltigen Aufschwung braucht Amerika ein Comeback der Industrie, die sich derzeit mit Investitionen zurückhält. Vor allem Green Tech soll nun neue Jobs schaffen.

Am Hafen von Charleston steht John Kelly mit einem bunten Blatt Papier in der Hand inmitten einer riesigen Baustelle. „Sehen Sie, hier, die Windturbinen können direkt an den Hafen geliefert und in unsere neue Halle geschafft werden“, schwärmt der Mann und tippt mit dem Zeigefinger auf der Computeranimation auf dem Papier herum. Noch ist von der neuen Halle nicht viel zu sehen, doch bis Mai 2013 soll auf dem Hafenareal, einem alten Warenlager der Marine, das größte und modernste Testzentrum für Windkraftturbinen der Welt entstehen. Kelly ist Direktor für ökonomische Entwicklung am Clemson University Restoration Institute in Charleston, wo das Projekt angesiedelt ist. Die US-Regierung pumpt 45 Millionen Dollar in das Testzentrum, weitere 53 Millionen Dollar schießt der Bundesstaat South Carolina zu. Rund 800 direkte und indirekte Jobs soll das Projekt schaffen, wenn hier bald Konzerne wie GE und Siemens neue Turbinen testen.

Ausgerechnet der tief republikanische Süden Amerikas profitiert damit von Präsident Obamas grüner Innovationsoffensive. Nicht nur die Förderung konventioneller Ressourcen wie Gas und Öl hat Obama in den vergangenen vier Jahren vorangetrieben, sondern auch Investitionen in alternative Energien. Bis 2020, so das Ziel, soll die Windenergie rund 20 Prozent der Energieerzeugung in den USA ausmachen – und nachhaltige Arbeitsplätze schaffen.

Die größten Pleitekandidaten der USA

Hohe Arbeitslosenquote

Notwendig sind diese Jobs dringend. Auch vier Jahre nach der Finanzkrise sind immer noch Millionen von Amerikanern ohne Arbeit, vor allem die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist für US-Verhältnisse extrem hoch. Im September ist die Arbeitslosenquote zwar erstmals nach vier Jahren landesweit unter die acht Prozent gerutscht, doch in vom Strukturwandel betroffenen Staaten wie South Carolina liegt sie über dem nationalen Durchschnitt.

Das Problem: Statt Stellen zu schaffen, neue Fabriken zu bauen oder Maschinen zu kaufen, geben viele US-Industriekonzerne derzeit lieber Milliardensummen für den Rückkauf eigener Aktien aus. Seit 2009 liegt der Anteil der Investitionen am Bruttoinlandsprodukt in den USA unter dem historischen Durchschnitt.

Für Nikki Haley ist das Windprojekt darum umso wichtiger. Die republikanische Gouverneurin von South Carolina lässt keine Chance ungenutzt, die Industrie in ihrem strukturschwachen Bundesstaat anzukurbeln. Ihre einfache Strategie: „Wir haben gute Arbeiter, niedrige Löhne – und vor allem keine Gewerkschaften, die unseren Unternehmen das Leben schwer machen.“

South Carolina war lange von der Landwirtschaft geprägt, dann kam die Textilindustrie – und verschwand wieder. Bis Ende der Neunzigerjahre war die Küstenstadt Charleston ein wichtiger Standort der US-Marine; als ihn die Navy dichtmachte, gingen an die 7.000 Arbeitsplätze verloren. Daher war es ein echter Coup, den Gouverneurin Haley 2011 schaffte. Der US-Flugzeughersteller Boeing entschied sich, sein neues Langstreckenflugzeug Dreamliner in dem Südstaat zu bauen. Über 3.000 neue Jobs hat das Unternehmen hier geschaffen, freilich angelockt von hohen Fördergeldern. Rund 45 Millionen Dollar spendierte der Bundesstaat für ein Aus- und Weiterbildungsprogramm, damit der Konzern die richtigen Arbeiter zum Bau seiner Flugzeuge findet – denn die fehlten. Angesichts der schlechten Arbeitsmarktlage bewarben sich Tausende auf die Stellen, kaum einer von ihnen hatte jemals zuvor mit Flugzeugen zu tun. „Da meldeten sich selbst Schiffsmechaniker und Marinesoldaten“, sagt Jim Maxon. Über zwei Jahre hinweg hat der Projektleiter mit Boeing-Ingenieuren am Trident Technical College in North-Charleston Hunderte ausgebildet, bevor sie in den Boeing-Job wechselten.

Drohende Zwangsversteigerungen

Von Bibo bis Swing State - Was Sie zur US-Wahl wissen müssen
.Ann Romney: 63, Ehefrau, Mutter von fünf Söhnen, Großmutter von 16 Enkelkindern. Vorliebe für Hosenanzüge und Hemdkleider. Beim zweiten Fernsehduell lieferte sie sich mit Gegenspielerin Michelle Obama (48) ein knalliges Duell: Wem das pinke Dress wohl besser steht? Quelle: REUTERS
Bibo (Big Bird): Gelber Riesenvogel aus der „Sesamstraße“. Vom Aussterben bedroht, weil Romney im ersten TV-Duell ankündigte, dem Heimatsender der Sesame Street ( PBS) die Mittel kürzen zu wollen. Ein gefundenes Fressen für Obamas Wahlhelfer. Quelle: dpa
Clint Eastwood: Hollywood-Legende und Werbeträger für die Republikaner. Er sorgte jedoch auf deren Parteitag für große Verwirrung, indem er minutenlang mit einem leeren Stuhl diskutierte. Sein imaginärer Gesprächspartner: US-Präsident Barack Obama. Quelle: REUTERS
Debbie Nelson puts out signs for U.S. Presidential hopeful and Republican Mitt Romney outside the Community Center & Veterans of Foreign Wars post in Apopka Quelle: Reuters
Election Day (Wahltag): Kein Sonntag wie hierzulande, sondern in den USA alle vier Jahre der Dienstag nach dem ersten Montag im November – und das seit mehr als 160 Jahren schon. Dieses Mal fällt der Election Day auf den 6. November. Quelle: dpa
President Barack Obama walking to St. John's Episcopal Church in Washington from the White House with his daughters Sasha, left, and Malia Quelle: dapd
Delegates from Texas wearing cowboy hats gather on the floor of the Republican National Convention in the Tampa Bay Times Forum in Tampa, Quelle: dapd

Miami, Florida

Der krisengeschüttelte US-Immobilienmarkt zeigt wieder erste Lebenszeichen. Doch noch immer droht vielen Menschen die Zwangsversteigerung ihrer Häuser.

Steil ragen die Luxushochhäuser in Downtown Miami in den Himmel, und eines der höchsten Gebäude hier ist mit 60 Stockwerken der Opera Tower am North Bayshore Drive. „Der Verkauf der Eigentumswohnungen läuft hervorragend“, frohlockt der Immobilienmakler Mark Zilbert. Die Wohnungen im Opera Tower kosten zwar bis zu 620.000 Dollar, doch betuchte Kunden stehen derzeit Schlange – wie am gesamten südlichen Küstenstreifen Floridas. Und es sind vorwiegend Südamerikaner, die hier zugreifen. Die hohe Inflation von zehn Prozent in Argentinien etwa treibt dortige Anleger dazu, ihr Geld in ausländische Immobilien zu investieren. Manche unterzeichneten Kaufverträge in Miami, ohne sich die Wohnung angesehen zu haben, berichtet Zilbert. Bei jedem neuen Bauprojekt in der Stadt gingen derzeit etwa 50 Prozent der Eigentumswohnungen an Käufer aus Argentinien.

Doch auch die Amerikaner erfreuen sich wieder am Immobilienbesitz. Die Lage auf dem Häusermarkt verbessert sich fast landesweit. Im September stiegen die Verkäufe von Einfamilienhäusern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27 Prozent, nur im Mittleren Westen ist der Trend noch negativ. Auch die Häuserpreise ziehen wieder an. Der Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus stieg im September um rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Übersicht zum Case-Shiller-Hauspreisindex der USA (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Amerikas Immobilienblase

Von einem neuen Boom ist der Markt aber noch weit entfernt. „Die Aktivitäten im Immobilienmarkt laufen besser, liegen aber historisch immer noch auf sehr niedrigem Niveau“, sagt der JP-Morgan-Ökonom Daniel Silver. Zwischen den Jahren 1990 und 2006 lag die Zahl der Hausverkäufe pro Jahr im Schnitt bei 845 000. Im Juli 2005 hatte die Branche ihren besten Monat: Da verkauften die Immobilienhändler 1,4 Millionen neue Häuser. Nach dem Platzen der Immobilienblase 2007 erreichte die Branche 2011 ihren Tiefstand, seit der Krise sind die Preise für Eigenheime um mehr als ein Drittel abgestürzt. Von 2009 bis 2011 hat sich der Wert amerikanischer Häuser und Wohnungen um rund 590 Milliarden Dollar reduziert.

Die Skurrilitäten der US-Präsidenten
Die 44 Präsidenten, die die USA bislang sahen, bilden ein buntes Bild: Emsige und Faulpelze, Asketen und Schwelger, Langeweiler und Trunkenbolde. Quelle: AP
Einer der großen Präsidenten der amerikanischen Geschichte war William Howard Taft (1909 bis 1913) sicher nicht. Aber der schwerste. Mit gut 150 Kilo schaffte er etwas, was keinem anderem Präsidenten gelang: Er steckte in der Badewanne des Weißen Hauses fest. Die Mitarbeiter mussten ihn mit Butter einschmieren und befreien. Quelle: dpa
Zu den Stilleren gehört zweifelsohne Calvin Coolidge (auf dem Bild mittig mit Ball und Hut). Er galt als guter Redner - aber miserabler Smalltalker. Bei einem Essen saß die Schriftstellerin Dorothy Parker neben „Silent Cal“ und sagte, sie habe gewettet, mehr als zwei Worte aus ihm herauszubekommen. Coolidge guckte sie an, sagte nur „Wette verloren“ - und schwieg den Rest des Abends. Parker rächte sich 1933. Als sie vom Tod Coolidges erfuhr, sagte sie trocken: „Woran habt Ihr gemerkt, dass er tot ist?“ Quelle: dapd
Wenige Wochen später wurde Franklin D. Roosevelt Präsident der USA (hier auf einer Bank mit Winston Churchill (links) und Josef Stalin (rechts). Er war reich, brauchte aber die Reichen als Wahlkampfspender. Als einer im Gegenzug Botschafter in London werden wollte, sagte Roosevelt, er solle die Hosen runterlassen. Der verblüffte Millionär tat es, weil er den Posten unbedingt wollte. Roosevelt sagte, er habe nur die Beine prüfen wollen, schließlich müsse der Botschafter vor dem König Kniebundhosen tragen „und Du bist der krummbeinigste Mann, den ich je sah, Joe“. Der Mann bekam den Job, aber es war eine gezielte Demütigung gegen einen Emporkömmling, den Roosevelt hasste: Joseph Kennedy, Vater des späteren Präsidenten John F. Kennedy. Quelle: dpa
Roosevelt war auch der Präsident mit der längsten Amtszeit: Vier Wahlperioden, auch wenn er zu Beginn der vierten starb. Die kürzeste hatte William Henry Harrison (auf dem Bild als Wachsfigur rechts). Er war 1841 mit 68 Jahren der älteste Präsident, den die USA in ihren ersten 200 Jahren hatten. Erst Ronald Reagan war 1981 ein Jahr älter. Um seine Robustheit zu beweisen, hielt Harrison seine gut zweistündige Rede zur Amtseinführung ohne Hut und Mantel. Eine schlechte Idee: Der geschwächte Senior holte sich später eine Lungenentzündung und starb - nach gerade einmal 30 Tagen im Amt. Quelle: WirtschaftsWoche
Bei James Buchanan (1857-1861) weiß man hingegen, was zu seinem Tod zumindest beitrug: Buchanan nutzte seine sonntäglichen Ausritte, um sich volllaufen zu lassen. Auch sein Vorgänger trank. Dieser Franklin Pierce (1853-1857) hatte jedoch auch Schicksalsschläge hinnehmen müssen: Alle seine drei Söhne starben noch als Kinder. „Es gibt nichts mehr zu tun, als betrunken zu werden“, sagte er resignierend. Für spätere Präsidenten war Alkohol im Weißen Haus hingegen tabu, selbst bei Staatsempfängen. Eine der eifrigsten Verfechterinnen war Präsidentengatin Lucy Webb Hayes - in die Geschichtsbücher eingegangen als „Lemonade Lucy“. Quelle: dpa/dpaweb
Einem Nachfolger wurde neun Jahre später hingegen Wärme zum Verhängnis. Zachary Taylor nahm am 4. Juli 1850 in brütender Hitze die Parade zum Nationalfeiertag ab. Nach der stundenlangen Zeremonie kippte der Ex-General Eiswasser in sich hinein und aß unreifes Obst. Seine Verdauung rebellierte und fünf Tage später war Taylor tot. Bis heute halten sich Gerüchte, der Präsident sei mit Gift gemeuchelt worden. Eine Exhumierung 1991 brachte aber keine Hinweise. Quelle: REUTERS

Florida traf die Häuser- und Wirtschaftskrise besonders hart. Immer noch liegt die Arbeitslosenquote mit 8,7 Prozent hier über dem nationalen Durchschnitt. Auch für Rentner ist der viel gerühmte „Sunshine State“ längst kein Paradies mehr. „Florida war einmal bekannt dafür, dass hier Rentner gut leben können. Doch diese Zeiten sind vorbei und kommen nicht so schnell wieder“, sagt Yolanda Rodriguez. Sie arbeitet bei der Non-Profit-Organisation AARP, die sich um soziale Belange der Alten kümmert. „Viele Alte sind sauer und enttäuscht von Obama“, sagt sie. Viel zu wenig hätte dessen Regierung in den vergangenen vier Jahren für Leute getan, die erst ihren Job und dann ihr Haus verloren hätten, weil sie die Hypothek nicht mehr zahlen konnten.

Hilfe für gefährdete Hausbesitzer

In Miamis Problemvierteln wie Overtown ist von Aufschwung nichts zu spüren Quelle: Creative Commons-Lizenz

Sicher, die Lage auf dem Häusermarkt ist auch in Florida besser geworden. Für Hausbesitzer, die ihre Hypotheken nicht mehr zahlen können, gäbe es mehr Hilfen als früher, berichtet LeeAnn Robinson, Geschäftsführerin der Non-Profit-Organisation Neighborhood Housing Services in Südflorida. Auch seien die Banken kooperativer bei der Refinanzierung. Robinson und ihre 60 Mitarbeiter versuchen, Zwangsvollstreckungen zu verhindern, und verhandeln mit Banken, um Ratenzahlungen und Kredite neu zu berechnen.

Aber viel zu lange habe sich die Obama-Regierung darauf verlassen, die Banken würden die Hypothekenraten für diejenigen senken, die ihr Haus nicht mehr abbezahlen könnten, sagt Robinson. Immerhin: Im Februar hat sich die Regierung mit fünf großen US-Banken auf Hilfen für gefährdete Hausbesitzer geeinigt. Die Finanzinstitute stellen 26 Milliarden Dollar für Hausbesitzer zur Verfügung, deren Hypothek höher ist als der Wert ihres Hauses. Sie sollen entweder eine günstigere Neufinanzierung oder einen Schuldenschnitt erhalten. Für Florida sind 300 Millionen Dollar aus diesem Topf vorgesehen.

Die besten Zitate von Barack Obama
„Wir haben beide Abschlüsse aus Harvard. Ich habe einen, er hat zwei, (...) was für ein Snob.“ (am 28. April vor der Presse über seinen Konkurrenten Romney) Quelle: dapd
„Das ist das Gegenteil von Robin Hood - Romney Hood!“ (US-Präsident Barack Obama am 6. August auf einer Kundgebung in Connecticut zu den Steuerplänen seines Gegners) Quelle: dapd
„Ich werde jeden Morgen aufwachen und hart für euch kämpfen.“ (am 25. Juli auf einer Kundgebung in New Orleans) Quelle: REUTERS
„Für mich ist es wichtig voranzugehen und zu bekräftigen, dass gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit zur Heirat haben sollten.“ (am 9. Mai in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC zur Homo-Ehe) Quelle: dapd
„Wir werden unsere Mission abschließen und den Krieg in Afghanistan beenden.“ (am 1. Mai bei einer Visite auf dem US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan) Quelle: dapd
„Ich glaube, es wird eng, aber ich denke, wir werden gewinnen.“ (am 30. Juli auf einer Veranstaltung in New York) Quelle: REUTERS
„Dem privaten Sektor geht es gut. (....) Wenn du erfolgreich bist, hat dir jemand dabei geholfen, hat in Straßen und Brücken investiert.“ (am 8. Juni auf einer Pressekonferenz zur Lage auf dem Arbeitsmarkt) Quelle: REUTERS

Viele Zwangsversteigerungen

Immer noch ist Florida mit einem Wert von elf Prozent der US-Staat mit dem höchsten Anteil an Häusern, die vor der Zwangsversteigerung stehen. Dahinter folgen New Jersey, New York, Illinois und Nevada, wie Berechnungen der Unternehmensberatung Core Logic zeigen. Im Ranking der Bundesstaaten, in denen die meisten Zwangsvollstreckungen stattfinden, liegt Florida mit 92.000 auf dem zweiten Platz nach Kalifornien (100. 000). Das sind dreimal mehr als im nationalen Durchschnitt.

Die größten Infrastruktur-Mängel in den USA

Wer das nicht glauben mag, sollte sich ein paar Straßenzüge von Downtown Miami und den Luxushochhäusern wegbewegen. Hier liegt das überwiegend von Schwarzen und Latinos bewohnte Viertel Overtown. Die Gegend gehört zu den ärmsten in Miami, in vielen Straßenzügen sind die Häuser verlassen und verbarrikadiert. Die Kriminalität ist hoch, die Arbeitslosigkeit auch; Filmaufnahmen aus Overtown laufen bei YouTube unter der Rubrik „Ghetto Trip“. Aktivistin Rodriguez: „Hier geht es in manchen Gegenden zu wie in Lateinamerika.“

Dass es künftig in Amerika weniger Viertel wie Overtown gibt, wird eine zentrale Aufgabe für den neuen Präsidenten sein – egal, ob er Obama oder Romney heißt.

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